Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Ikea will online wachsen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Ikea will online wachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 29.10.2013
Ikea betreibt in Deutschland aktuell 46 Einrichtungshäuser. Foto: Boris Roessler
Anzeige
Hofheim-Wallau

Der Möbelhändler Ikea tut sich zunehmend schwer bei der Suche nach neuen Standorten.

Insbesondere die restriktive Haltung von Behörden in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zu neuen, großflächigen Märkten außerhalb der Innenstädte erschwere die Expansion, sagte der Chef von Ikea Deutschland, Peter Betzel, am Montag in Hofheim bei Frankfurt. „Das Geschäft ist sehr schwierig, selbst wenn die lokalen Behörden uns wollen.“ An der Nachfrage seitens der Kunden fehle es nicht: Er sehe im Inland durchaus Potenzial für 20 bis 25 weitere Einrichtungshäuser zusätzlich zu den bereits 46 vorhandenen.

Im Geschäftsjahr 2013, das am 31. August endete, hat Ikea in Deutschland keinen weiteren Markt eröffnet. Im laufenden Jahr sollen neue Häuser in Hamburg-Altona mit einem City-Sortiment und in Lübeck erstmals mit einem separaten Shopping-Center eröffnen. Die nächsten Projekte seien dann 2015 Bremerhaven und Kaiserslautern. Weiße Flecken auf der Ikea-Landkarte gibt es vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch im südhessischen Darmstadt würde das Unternehmen nach Betzels Worten gerne bauen. An seinen Standorten will das Möbelhaus zunehmend auch als Vermieter weiterer Einzelhandelsflächen auftreten.

Im Geschäftsjahr 2013 sei der Umsatz in Deutschland um 2,8 Prozent auf 3,99 Milliarden Euro gewachsen, berichtete das Unternehmen. Der Marktanteil sei um 0,4 Punkte auf 13,2 Prozent gewachsen. Im Schnitt gab jeder Kunde 82,84 Euro pro Einkauf aus. Deutschland ist mit einem Anteil von 15,1 Prozent weiterhin der weltweit größte Einzelmarkt des in Schweden gegründeten Unternehmens, das von einer niederländischen Holding gesteuert wird.

„In den nächsten Jahren“ wolle man den Umsatz in Deutschland auf 8 Milliarden Euro verdoppeln, sagte Betzel. Einen Anteil von bis zu zehn Prozent soll dabei der lange vernachlässigte Onlinehandel bringen, der 2013 nur 92 Millionen Euro oder rund 2,5 Prozent zum Umsatz beitrug. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das ein Plus von 26,8 Prozent. „Das ist ein wachsender Markt, an den wir glauben“, sagte der Ikea-Chef. Der Internet-Handel mit Möbeln werde stärker wachsen als der stationäre Bereich.

Unter anderem sei bereits das Online-Sortiment erweitert worden und enthalte nun 7200 von 9500 in den Häusern feilgebotenen Artikeln. Neben einem besseren Zugang zum Online-Shop habe Ikea auch seine Lieferpauschale gesenkt. Gleichwohl müsse es für die Kunden immer der billigste Weg bleiben, im Einrichtungshaus die Waren abzuholen und dann selbst aufzubauen. „Unsere Besucher sollen keine Nachteile haben.“

Zum Gewinn äußerte sich der Deutschland-Chef unter Verweis auf die Bilanz des Gesamtunternehmens im Januar nur vorsichtig. Man sei nicht unzufrieden und strebe auch im kommenden Jahr ein Umsatzwachstum zwischen 3 und 4 Prozent an. Dazu soll auch ein neues Bonussystem beitragen, mit dem Belegschaften sich ein 14. Monatsgehalt dazuverdienen können, wenn sie bestimmte Ziele erreichen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der schwer angeschlagene Fernseher-Hersteller Loewe hat nach monatelanger Suche einen Käufer gefunden.

29.10.2013

Experten warnen seit Monaten: Die Inflation frisst die niedrigen Zinsen auf - wer sein Geld in sichere Spareinlagen steckt, verliert real.

29.10.2013

Polens erster demokratisch gewählter Ministerpräsident der Nachkriegszeit, Tadeusz Mazowiecki, ist tot.

29.10.2013
Anzeige