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Insiderfall und Klage gegen Credit Suisse

Börsen Insiderfall und Klage gegen Credit Suisse

Die Wall Street ist um zwei Affären reicher: Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hat Klage gegen die Credit Suisse eingereicht wegen seiner Ansicht nach betrügerischer ...

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Der Kampf der US-Justiz gegen die Verfehlungen in der Finanzkrise geht weiter. Nun steht die Credit Suisse im Visier der Ermittler. Erinnerungen an ähnliche Fälle werden wach.

Quelle: Steffen Schmidt

New York. Die Wall Street ist um zwei Affären reicher: Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hat Klage gegen die Credit Suisse eingereicht wegen seiner Ansicht nach betrügerischer Hypothekengeschäfte. Parallel dazu kocht ein Fall von Insiderhandel hoch, der alle bisher gekannten Dimensionen sprengen könnte.

Ein Hedgefonds-Manager hat nach Ansicht der Ermittler 276 Millionen Dollar (216 Mio Euro) an illegalen Gewinnen erwirtschaftet beziehungsweise mit dem rechtzeitigen Verkauf von Aktien drohende Verluste abgewendet. Es könnte sich um den „lukrativsten Insider-Tipp aller Zeiten“ gehandelt haben, sagte US-Bundesstaatsanwalt Preet Bharara. Der Verdächtige wurde am Dienstag in seinem Haus in Florida festgenommen.

Hedgefonds-Manager Mathew Martoma war den Ermittlungen zufolge von einem Arzt frühzeitig über einen Medikamententest informiert worden, der nach Veröffentlichung die Aktienmärkte bewegte. Martoma soll mit Finanzwetten auf die beiden beteiligten Pharmafirmen Elan und Wyeth ein Vermögen für den Hedgefonds gemacht haben, bei dem er arbeitete.

Martoma profitierte der Klageschrift zufolge durch einen satten Jahresbonus von 9,4 Millionen Dollar von seinem Treiben. Ihm drohen nun eine Haft- und Geldstrafe. Sein Anwalt erklärte, am Ende werde sich die Unschuld herausstellen. Der Arzt, der für seine Infos mehr als 100 000 Dollar kassiert haben soll, tritt als Kronzeuge auf.

Um weitaus größere Summen geht es bei der Credit Suisse: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Schweizer Institut vor, beim Verkauf von sogenannten Residential Mortgage Backed Securities (RMBS) in den Jahren 2006 und 2007 irreführende Angaben gemacht zu haben. Die Investoren derartiger Wertpapiere hätten Verluste von rund 11,2 Milliarden Dollar (8,7 Mrd Euro) erlitten.

Bereits Anfang Oktober hatte die Staatsanwaltschaft in einem ähnlichen Fall gegen das größte US-Institut JPMorgan Chase geklagt. Hier geht es um Verluste von 22,5 Milliarden Dollar. „Die Klage gegen Credit Suisse ist ein weiterer wichtiger Schritt in unseren Bemühungen, die Finanzfirmen für ihre Verfehlungen zur Verantwortung zu ziehen, die zur schlimmsten Finanzkrise seit fast einem Jahrhundert führten“, erklärte Generalstaatsanwalt Schneiderman.

Die Börsenaufsicht SEC hatte die beiden Banken erst in der vergangenen Woche mit 417 Millionen Dollar für Hypotheken-Deals zur Kasse gebeten: Banken hatten zu Zeiten des Immobilienbooms in den USA massenhaft Eigenheimkredite zu Paketen gebündelt und an Investoren weiterverkauft. Als die US-Immobilienblase ab 2007 platzte, konnten viele Hauskäufer ihre Raten aber nicht mehr zahlen - und wegen der Ausfälle verloren auch die damit unterlegten Hypothekenpapiere drastisch an Wert. Das war der Ausgangspunkt der Finanzkrise.

Ausgangspunkt der Klagen und SEC-Vergleiche ist der Vorwurf, dass die Banken die Qualität der Kredite beschönigt beziehungsweise bei der Auswahl geschludert haben. Präsident Barack Obama hatte im Januar eigens eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Betrug mit Hypothekenpapieren nachgehen soll.

Die Ermittler haben auch ihre Bemühungen gegen den Insiderhandel ausgeweitet: In den vergangenen Monaten hatten gleich mehrere Fälle hohe Wellen geschlagen. So wanderten Wall-Street-Größen wie Rajat Gupta und Raj Rajaratnam für mehrere Jahre hinter Gitter. Es flog auch ein ganzes Insider-Netzwerk auf, das mit Apple-Aktien Geld gemacht hatte. Der Handel mit Aktien auf der Grundlage geheimer Informationen ist verboten, weil er andere Anleger benachteiligt.

In den aktuellen Insiderfall ist ebenfalls eine bekannte Figur der Finanzszene verwickelt: Steven Cohen, Kopf des Hedgefonds-Giganten SAC. Der festgenommene Hedgefonds-Manager Martoma arbeitete damals für eine seiner Tochterfirmen. Cohen taucht in der Klageschrift zwar nicht namentlich auf, doch das „Wall Street Journal“ identifizierte ihn als denjenigen „Hedgefonds-Besitzer“, der Martomas Geschäfte absegnete. Die Zeitung berief sich dabei auf eingeweihte Personen.

SAC-Mitarbeiter waren bereits in andere Insiderfälle verstrickt, es gibt jedoch bislang keinen Hinweis darauf, dass Cohen selbst von den Umtrieben seiner Leute wusste. Das US-Magazin „Forbes“ führt Cohen auf seiner Liste der reichsten Menschen der Welt auf Platz 106 mit einem geschätzten Vermögen von 8,8 Milliarden Dollar.

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