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Jeder vierte Deutsche isst weniger Eier

Fipronil-Skandal Jeder vierte Deutsche isst weniger Eier

Obwohl Fachleute die Risiken für gering halten, hat der Fipronil-Skandal vielen Menschen die Lust aufs Frühstücksei verdorben. 25 Prozent der Deutschen lassen Eier neuerdings links liegen.

Keine Lust auf Ei: Jedem vierten Deutschen hat der Fipronil-Skandal den Appetit verdorben.

Quelle: dpa

Berlin . Der Fipronil-Skandal schlägt sich eindeutig auf den Eierverzehr der Deutschen nieder. Zwar ist die bisher bekannte Zahl der belasteten Eier mit 10,7 Millionen vergleichsweise gering. Zur Einordnung: Die Deutschen verzehren mehr als 19 Milliarden Eier pro Jahr, Tendenz steigend. Dennoch isst seit kurzem jeder vierte Erwachsene weniger oder gar keine Eier.

Das ist für die ansonsten so eierverliebten Deutschen ein großer Einschnitt. Weitere 15 Prozent achten laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov seit dem Nachweis von Fipronil darauf, in welchem Land die Eier erzeugt wurden. 65 Prozent stehen dem Thema gelassen gegenüber und schränken ihren Eierkonsum nicht ein.

Im Blick: Fipronil in Medikamenten

Ähnlich entspannt sehen auch Experten die Gefahr, die durch den Fipronil-Skandal entstanden ist. In einer am Freitagabend veröffentlichten vorläufigen Bewertung kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu dem Schluss, dass eine gesundheitliche Gefährdung durch Fipronil-haltige Mittel auch bei längerfristigem Verzehr belasteter Lebensmittel aber „unwahrscheinlich“ sei.

Dennoch könnte ein geplanter Schritt der Bundesregierung in der derzeitigen Atmosphäre öffentlicher Verunsicherung für heftige Reaktionen sorgen. Einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zufolge will die Bundesregierung die Rezeptpflicht für 27 solcher Fipronil-haltigen Mittel auf Empfehlung eines Expertengremiums aufheben. Der Bundesrat könnte noch im September darüber abstimmen. Die Mittel wären in Apotheken und im Internet dann frei verkäuflich.

27 Medikamente sollen frei verkäuflich sein

Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind bereits 71 Medikamente zugelassen, die nur auf Fipronil basieren, wie die Zeitung berichtet. Gleiches solle für 27 weitere zugelassene Tierarzneimittel gelten, in denen Fipronil mit dem Wirkstoff Methopren kombiniert wird. Beide Varianten dürfen in der Nutztierhaltung nicht verwendet werden. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) reagierte mit Unverständnis auf die Pläne und forderte ein europaweites Verbot.

Derweil weitet sich der Fipronil-Skandal aus: Auch in Spanien wurden erstmals belastete Eier entdeckt. Inspektoren hätten die aus Frankreich stammenden Flüssigeier im Baskenland gefunden, berichtete die Zeitung „El País“ am Samstag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die kontaminierten Produkte seien aber nicht in den Handel gelangt.

Von RND/dpa

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