Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Kartellvorwürfe überschatten Geschäftszahlen der Autobauer

Umsätze Kartellvorwürfe überschatten Geschäftszahlen der Autobauer

Schon lange dürften sich VW-Manager wünschen, einfach nur wieder Autos zu verkaufen. Auch Daimler steckt im Diesel-Sumpf. Und angesichts jüngster Kartellvorwürfe dürften selbst gute Geschäfte in den Hintergrund treten.

Beschädigtes Ansehen: Die Kartellvorwürfe überschatten die trotz der Dieselkrise guten Geschäfte der Auto-Branche.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Wolfsburg. Der Vorwurf mutmaßlicher Kartellabsprachen der deutschen Autobauer überschattet die trotz der Dieselkrise besseren Geschäfte der Branche. Europas größter Hersteller Volkswagen ruft für heute Nachmittag außerplanmäßig seine Aufsichtsräte zusammen.

Dem Vernehmen nach soll es dabei um die Kartellvorwürfe gehen, über die der „Spiegel“ berichtet hatte. Daimler - im zurückliegenden Quartal weiter kräftig gewachsen - legt gute Halbjahreszahlen vor. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf rund 41,2 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente Daimler rund 2,51 Milliarden Euro - nach 2,45 Milliarden im zweiten Quartal 2016.

Doch diese Zahlen dürften in den Hintergrund treten - zu schwer wiegt der Vorwurf verbotener Absprachen. Daimler bezeichnet den Vorwurf als „Spekulation“ und schweigt ansonsten.

Der „Spiegel“ hatte über ein womöglich seit vielen Jahren bestehendes Kartell berichtet, in dem sich VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler über Technik, Kosten und Zulieferer verständigt haben sollen. Zu dem Vorwurf schweigen die Konzerne bisher. Eine Art Selbstanzeige von VW und Daimler soll, wie das Nachrichtenmagazin schrieb, den Wettbewerbsbehörden vorliegen.

Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert, betonte, die Aufsichtsräte der betroffenen Autohersteller seien in der Pflicht, gegebenenfalls Sondersitzungen zur Klärung einzuberufen.

Tatsächlich hat Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch kurzfristig zu einer außerordentlichen Sitzung des Kontrollgremiums am Mittwochnachmittag geladen. Dafür hatten sich zuvor mehrere Seiten ausgesprochen: „Der Vorstand ist in der Pflicht, das Aufsichtsgremium umfassend zu informieren. Das ist bislang nicht geschehen“, sagte ein Sprecher des VW-Betriebsrats.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sowie Wirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD) hatten Aufklärung verlangt. Geklärt werden muss nach Ansicht von Lies, wann es welche Diskussion im Vorstand gab und ob der Vorstand seiner Pflicht gerecht geworden ist, die Gremien zu informieren. Die Politiker und VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sitzen im Aufsichtsrat des Konzerns.

Nach Berechnung des NordLB-Analysten Frank Schwope könnte der finanzielle Schaden für die Konzerne in die Milliarden gehen, sollte sich der Kartell-Vorwurf bestätigen. Er verwies in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ auf mögliche Strafzahlungen, Schadenersatzforderungen und einen noch nicht abzuschätzenden Imageschaden, der Auswirkungen auf die Verkäufe haben könne.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Rest der Welt
DAX
Chart
DAX 12.166,50 -0,30%
TecDAX 2.255,50 -0,65%
EUR/USD 1,1762 +0,30%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

MÜNCH. RÜCK 178,50 +1,55%
RWE ST 20,49 +1,06%
E.ON 9,57 +0,93%
MERCK 90,93 -1,54%
FRESENIUS... 68,78 -1,25%
FMC 79,07 -0,62%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 126,02%
Crocodile Capital MF 103,59%
Allianz Global Inv AF 99,51%
BlackRock Global F AF 96,84%
Commodity Capital AF 95,56%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.