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Kleine Unternehmen im Innovationsvergleich schlechter

Stuttgart Kleine Unternehmen im Innovationsvergleich schlechter

Kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland schneiden in einer Untersuchung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) im internationalen Vergleich schlechter ab, als die anderer Länder. Ein Grund dafür ist die mangelnde Forschungsförderung.

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Henning Kagermann, Präsident von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.

Quelle: Maurizio Gambarini/archiv

Stuttgart. Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland geben einem Bericht zufolge weniger für Innovationen aus als ihre Pendants in anderen Ländern.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) der kleinen und mittleren Unternehmen machen in Deutschland 0,31 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus, wie es im Bericht zum Innovationsindikator des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) heißt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Schweiz, Österreich, Dänemark, Finnland oder Südkorea erreichten fast das Dreifache.

Der Anteil der kleinen und mittelgroßen Unternehmen an den Forschungsausgaben der deutschen Wirtschaft liege in Deutschland lediglich bei 16 Prozent - in den USA seien es 19 Prozent, in Schweden 27 Prozent. „Man darf aus dem hohen Anteil an mittelständischen Weltmarktführern aus Deutschland nicht schließen, dass die kleinen und mittelständischen Firmen insgesamt innovativer sind als in anderen Ländern“, sagte Acatech-Präsident Henning Kagermann. Häufig handele es sich um traditionsreiche Firmen aus klassischen Industrien ohne modernste Technologien. „Hidden Champions in Nischenmärkten wachsen selten zu Weltkonzernen, weil ihr Marktsegment enge Grenzen setzt.“

Ein anderes Problem sei die mangelnde Förderung kleiner und mittelgroßer Firmen. Nur die Hälfte dieser Firmen verfüge überhaupt über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, deshalb würden sie von staatlichen Förderprogrammen nur bedingt erreicht, sagte Kagermann. „Der Zugang zu solchen Förderprogrammen muss einfacher werden. Zu viele Firmen fallen durch das Eingangsraster.“ Insbesondere beim Thema Industrie 4.0 dürften kleine und mittlere Unternehmen nicht abgehängt werden.

So müsse stärker über steuerliche Anreize für die Forschung und Entwicklung nachgedacht werden, so Kagermann. Hierzulande werden keine Steuererleichterungen für Firmen angeboten, die forschen. Stattdessen werden konkrete Projekte gefördert. Auch der BDI spricht sich für diese Form der Förderung aus. „Die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung zusätzlich zur Projektförderung würde einen internationalen Standortnachteil beseitigen“, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo. „Nationale Alleingänge schaden dem Standort.“

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hatte zuletzt die Harmonisierung der Regeln für solche Innovationsboxen empfohlen. Dabei geht es darum, dass Steuererleichterungen für Einnahmen aus Urheberrechten und Patenten nur vorgesehen sind, wenn auch die Forschungsausgaben in dem jeweiligen Land getätigt werden.

Im Gesamtvergleich belegte Deutschland im Innovationsindikator in diesem Jahr Platz fünf - hinter der Schweiz, Singapur, Finnland und Belgien. „Eine gewisse Sorge, dass wir zurückfallen, wenn wir nicht innovativer werden, ist berechtigt“, sagte Kagermann. „In der Gesamtwertung sollte Deutschland unter den ersten Drei sein.“

Neben dem Gesamtranking vergleicht der Indikator die Staaten in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft. „Der zwölfte Platz für Deutschland im Subindikator Gesellschaft zeigt, dass es an der Akzeptanz für Innovation hapert“, sagte BDI-Präsident Grillo. „Akzeptanz von Innovation und ein öffentliches Interesse an Innovation sind für die Entwicklung und Verbreitung neuer Produkte wichtig.“


Innovationsindikator

dpa

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