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Wirtschaft im Rest der Welt Leben in Deutschland günstiger als in Nachbarländern
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10:01 25.06.2013
Gut für die Deutschen: Für ihr Geld können sie vergleichsweise günstig leben. Foto: Federico Gambarini/Symbol
Wiesbaden

Insgesamt lag das Preisniveau in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent über dem Durchschnitt der 27 Länder der Europäischen Union. Vor allem die Länder in Osteuropa und die Krisenstaaten im Süden wie Portugal und Griechenland ziehen das durchschnittliche Preisniveau nach unten.

Hingegen müssen die Menschen in den direkten Anrainerstaaten im Westen, Norden und Süden für den Kauf eines repräsentativen Warenkorbs deutlich mehr bezahlen als hierzulande. Besonders in der Schweiz müssen Verbraucher tief in die Taschen greifen: Die Lebenshaltungskosten liegen bei den Eidgenossen um satte 58 Prozent über dem EU-Schnitt.

„Die Schweiz ist als kleines Land hilflos den Kapitalmärkten ausgesetzt“, sagt Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Dass das Land mit Kapital überschüttet wird, sei zwar ein schöner Vertrauensbeweis: „Aber es macht das Leben nicht günstiger.“ Aber auch Österreich, Frankreich, Luxemburg oder Belgien sind für Verbraucher teurer als Deutschland.

„Deutschland ist relativ wettbewerbsintensiv, gerade auch in Bereichen wie Nahrungsmitteln“, erklärt Kater das vergleichsweise moderate Preisniveau. Als Deutschland vor der Finanzkrise seine strukturellen Schwierigkeiten verdauen musste, hätten die Unternehmen keine Preissteigerungen durchsetzen können, die Inflation war daher lange Zeit niedrig. Außerdem habe Deutschland die Gehaltsexzesse der vergangenen Jahre nicht mitgemacht, die in anderen Ländern zu massiven Wettbewerbsproblemen geführt hätten, betonte Kater.

Das macht sich nun am Preisniveau bemerkbar: Nach den Eurostat-Zahlen lagen die Lebenshaltungskosten hierzulande 2011 noch um 3,2 Prozent über dem EU-Schnitt, 2009 sogar um 6,8 Prozent.

In der EU war das Preisniveau 2012 in Dänemark am höchsten: Dort liegen die Lebenshaltungskosten um fast 42 Prozent über dem Durchschnitt. Auch die anderen skandinavischen Länder sind relativ teuer: In Schweden liegen die Preise gut 28 Prozent höher als im EU-Schnitt, in Finnland 24 Prozent. In diesen Ländern sind Nahrungsmittel und insbesondere alkoholische Getränke auch wegen hoher Steuern deutlich teurer als etwa in Deutschland.

Das billigste EU-Land ist Bulgarien: Hier müssen die Verbraucher nicht einmal halb so viel bezahlen wie im EU-Schnitt. In Polen liegt das Preisniveau bei 58 Prozent, in Ungarn bei knapp 62 Prozent, in Tschechien bei 74,5 Prozent. In den östlichen EU-Ländern sind allerdings auch die Einkommen unterdurchschnittlich.

Deutlich näher am EU-Durchschnitt liegen die Preise in den Krisenländern Südeuropas: In Portugal ist der repräsentative Warenkorb 13 Prozent günstiger, in Griechenland sieben Prozent und in Spanien 4,5 Prozent. In Italien ist das Leben nach den Zahlen hingegen teurer als in der EU und auch als in Deutschland. Das Preisniveau liegt demnach 4,5 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

Grafik vergleichende Preisniveaus, Eurostat

Mitteilung Eurostat vom 21.6. zu Preisniveaus für Nahrungsmittel

Europakarte vergleichende Preisniveaus, Eurostat

Tabelle vergleichende Preisniveaus, Eurostat

dpa

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