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Linde baut Arbeitsplätze ab

München Linde baut Arbeitsplätze ab

Beim Gasekonzern Linde liefen die Geschäfte schon mal besser. Die Öl- und Bergbauindustrie kauft weniger, in den USA hat der Staat Preissenkungen im Gesundheitswesen durchgesetzt. Jetzt will Linde Stellen streichen und eine halbe Milliarde Euro sparen.

München. Der Industriegase-Spezialist Linde kämpft mit sinkenden Umsätzen und hat ein massives Sparprogramm mit Stellenabbau angekündigt.

Pullach bei München werde der wichtigste Standort von Linde bleiben, aber man werde an jedem Standort in Diskussionen einsteigen, sagte Vorstandschef Wolfgang Büchele in München. An der Börse legte die Aktie deutlich zu.

Linde beschäftigt weltweit 65 000 Mitarbeiter, davon rund 8000 in Deutschland. Mit dem Sparprogramm will der Konzern seine Kosten ab dem Jahr 2019 um 550 Millionen Euro jährlich drücken. Spekulationen, dass mehr als 3000 Arbeitsplätze wegfallen könnten, wollte Büchele nicht kommentieren. In den nächsten Wochen begännen die Gespräche mit den Arbeitnehmer-Vertretungen. Der Vorstand werde jede Region und jeden Geschäftsbereich unter die Lupe nehmen, aber „nicht mit dem Rasenmäher vorgehen“.

Der Umsatz des Gasekonzerns ist in den ersten neun Monaten um 4 Prozent auf knapp 13 Milliarden Euro gefallen, das Betriebsergebnis sank um 2 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Wegen des niedrigen Ölpreises bestellten Kunden weniger Anlagen. In Asien machten das schwache Industriegeschäft und sinkende Investitionen in der Bergbauindustrie Linde zu schaffen. In den USA drücken staatlich durchgesetzte Preissenkungen den Gewinn immer mehr. Außerdem gab es währungsbedingt Gegenwind, und asiatische Konkurrenten punkten mit günstigeren Preisen.

Büchele bekräftigte zwar seine Prognose für das laufende Jahr, rechnet aber auch für die nächsten Jahre mit geringen Wachstumsraten im Industriegasegeschäft. Im Anlagenbau hielten sich die Kunden wegen Überkapazitäten und niedriger Ölpreise mit Investitionen weiterhin zurück.

Mit dem Sparprogramm und Stellenabbau wolle Linde nachhaltig zu einem der profitabelsten Konzerne der Branche werden, aber auch die Arbeitsplätze langfristig sichern. Es gebe keine „Kahlschlagsmentalität des Managements, sondern veränderte Rahmenbedingungen“, sagte Büchele. Den Aktionären stellte er eine höhere Dividende in Aussicht.

Linde hat ein turbulentes Quartal hinter sich: Im September platzten die Fusionsgespräche mit dem US-Konkurrenten Praxair, Finanzchef Georg Denoke musste gehen und Büchele kündigte seinen Abgang für kommenden April an. Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle muss nun Nachfolger finden.

In Börsenkreisen wurde jüngst über eine Wiederaufnahme der Fusionsverhandlungen mit Praxair spekuliert. Büchele sagte: „Wir haben die Verhandlungen beendet. Wir konzentrieren uns jetzt auf das Sparprogramm.“ Es werde dieses und nächstes Jahr insgesamt 400 Millionen Euro kosten.

dpa

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