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Mars ruft Millionen Schokoriegel zurück

Viersen Mars ruft Millionen Schokoriegel zurück

Es begann mit einem kleinen Teilchen: Eine Kundin fand in einem Schokoriegel ein Kunststoffstück. Deshalb ruft der US-Konzern Mars jetzt eine Monatsproduktion Schokoriegel zurück.

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Betroffen sind nach Angaben neben der Marke Mars auch Snickers und einige Milky-Way-Riegel.

Quelle: Federico Gambarini

Viersen. Riesenrückruf von Schokoriegeln: Der US-Süßwarengigant Mars warnt seine Kunden vor dem Verzehr von Süßigkeiten der Marken Mars und Snickers sowie von einigen Produkten der Marken Milky Way und Celebrations. In einem Produkt sei ein Kunststoffteilchen gefunden worden, erklärte das Unternehmen.

Eine Erstickungsgefahr sei nicht auszuschließen. Mars habe sich deshalb zu einem freiwilligen Rückruf entschlossen. Neben Deutschland sind Dutzende Länder weltweit betroffen.

Es geht um Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen dem 19. Juni 2016 und dem 8. Januar 2017. Die Süßigkeiten seien Anfang Januar bis Anfang Februar in den Niederlanden produziert worden, sagte ein Unternehmenssprecher.

Eine Verbraucherin in Deutschland habe sich beschwert, danach sei der „freiwillige Rückruf“ eingeleitet worden. Das Kunststoffteil sei knapp einen halben Zentimeter groß gewesen. „Wir hatten die Sorge, dass möglicherweise Erstickungsgefahr besteht“, sagte der Firmensprecher. Das Unternehmen wolle mit dem Rückruf seiner Verantwortung gegenüber den Kunden gerecht werden. Ein Mars-Sprecher in den USA erklärte auf dpa-Anfrage am Abend, man gehe von einem Einzelfall aus.

Nach Angaben der EU-Kommission sind von dem Rückruf des US-Süßwarenriesen mehr als 50 Staaten betroffen. Die Niederlande meldeten bis zum Dienstagabend insgesamt 59 betroffene Länder und Gebiete bei der Brüsseler Behörde. Rückrufe gibt es demnach in allen Staaten der Europäischen Union, mit Ausnahme von Bulgarien und Luxemburg. Über eine Datenbank werden die Informationen an alle EU-Staaten weitergeleitet. Da die betroffenen Riegel in den Niederlanden hergestellt worden waren, meldeten die dortigen Behörden die Informationen nach Brüssel.

Ein Sprecher des Bundesernährungsministeriums in Berlin sagte auf dpa-Anfrage: „Nach alldem, was wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen, sind die nötigen Maßnahmen, die für derartige Fälle vorgeschrieben sind, ergriffen worden.“

Das Stückchen Plastik stamme von einem Deckel, mit dem eine Leitung abgeschlossen werde, zitierte der niederländische Sender NOS einen Mars-Sprecher. Wahrscheinlich sei beim Austausch einer Leitung etwas schief gegangen - möglicherweise sei dabei Plastik in Schokoriegel gelangt.

Mars habe bei dem Rückruf bewusst einen sehr langen Produktionszeitraum gewählt, um sicherzustellen, dass alle möglicherweise betroffenen Produkte zurückgeholt würden. Andere Produkte des Herstellers wie M&M, Balisto oder Twix sind nach Unternehmensangaben nicht betroffen.

Das Unternehmen entschuldigte sich bei den Kunden. Wie das monierte Kunststoffteilchen in den Riegel gelangen konnte, werde noch untersucht, sagte der Sprecher. Zur Anzahl der betroffenen Produkte konnte Mars zunächst keine Angaben machen. Zurzeit werde ermittelt, inwieweit die betroffenen Süßwaren ausgeliefert worden seien und wo sie sich befänden.

Bei Milky Way sind nach Unternehmensangaben in Deutschland lediglich die Produkte Milky Way Mini und Miniatures vom Rückruf betroffen, bei Celebrations verschiedene Verkaufsverpackungen von der Bonbonbox über die Metalldose bis zum Osterei. Genauere Informationen finden Kunden auf der Website .

Konsumenten, die eines der betroffenen Produkte gekauft haben, können sich per Telefon (+49 2162 500 2150) oder mit Hilfe eines Kontaktformulars auf der Website an das Unternehmen wenden. Allerdings überforderte der Ansturm besorgter Kunden am Dienstag offenbar die Kapazitäten der Seite: Sie war über Stunden nicht erreichbar.

Mars habe zwar nicht auf Anordnung der Behörden gehandelt, sei aber gesetzlich zum Rückruf des belasteten Produkts verpflichtet gewesen, betonte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums. Das Ministerium werde den gesamten Vorgang prüfen.

Das US-Familienunternehmen Mars ist nach einem Ranking der „Lebensmittel Zeitung“ weltweit der zweitgrößte Süßwarenhersteller, hinter dem amerikanischen Rivalen Mondelez, aber weit vor dem Schweizer Konkurrenten Nestlé. Am deutschen Standort Viersen in der Nähe von Düsseldorf stellen rund 600 Mitarbeiter täglich rund 10 Millionen Snacks her.

dpa

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