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Maschinenbauer befürchten Einbußen bei einem Brexit

Frankfurt/Main Maschinenbauer befürchten Einbußen bei einem Brexit

Großbritannien zählt zu den wichtigen Märkten für Maschinen „Made in Germany“. Die deutsche Schlüsselindustrie blickt daher mit Sorge auf das näherrückende Referendum über den Verbleib des Landes in der EU.

Frankfurt/Main. Deutschlands Maschinenbauer fürchten um einen ihrer wichtigsten Exportmärkte bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU.

„Der Handel mit Großbritannien würde im Brexit-Fall wohl spürbar erschwert - für eine exportstarke und mittelständisch geprägte Industrie wie den Maschinenbau wäre dies eine deutliche Belastung“, sagte Ulrich Ackermann, Außenwirtschaftsexperte des Branchenverbandes VDMA.

Im vergangenen Jahr lieferten deutsche Hersteller Maschinen im Volumen von 7,2 Milliarden Euro nach Großbritannien. Das waren 5,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor und Rang vier der wichtigsten Ausfuhrländer für Maschinen „Made in Germany“.

Bisher gibt es Ackermann zufolge keine Anzeichen, dass sich britische Kunden im großen Stil mit Bestellungen zurückhalten. „Aber die Verunsicherung dies- und jenseits des Ärmelkanals wächst, je näher der Tag des Referendums rückt.“ Am 23. Juni stimmen die Briten über einen Austritt ihres Landes aus der EU ab. Jüngsten Umfragen zufolge liegen die Befürworter und Gegner beinahe gleichauf.

Die Folgen eines möglichen Austritts Großbritanniens aus der EU seien derzeit im Detail noch nicht absehbar, sagte Ackermann. Das Land werde aber den Zugang zum europäischen Binnenmarkt neu aushandeln müssen. Zudem würden EU-Freihandelsabkommen im Vereinigten Königreich nicht mehr gelten. „Die Verunsicherung dürfte im Fall eines Brexit länger anhalten. Unternehmen halten sich in Zeiten der Unsicherheit mit Investitionen zurück.“

Zudem befürchten die Maschinenbauer, ein Austritt Großbritanniens könnte eine Kettenreaktion auslösen, EU-skeptische Parteien in der ganzen Union könnten weiteren Aufwind erhalten.

Deutschland ist dem VDMA zufolge der wichtigste Maschinenlieferant Großbritanniens. Im vergangenen Jahr kamen 20,6 Prozent der importieren Maschinen aus Deutschland. Auf Rang zwei folgten die USA (16,2 Prozent).

Zugleich ist das Vereinigte Königreich ein wichtiger Investitionsstandort für die Branche. Laut einer VDMA-Umfrage waren 2014 dort etwa 155 Mitgliedsunternehmen mit knapp 200 Auslandsniederlassungen vertreten. Ein Brexit könnte mittel- und langfristig sehr negative Folgen für den Investitionsstandort und auch negative Auswirkungen auf den Investitionsstandort EU haben, warnte der VDMA.

dpa

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