Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Mehr Tote bei Naturkatastrophen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Mehr Tote bei Naturkatastrophen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:09 05.01.2016
Rund 23 000 Menschen sind bei Naturkatastrophen ums Leben gekommen, alleine 9000 davon bei dem schweren Erdbeben in Nepal im April vergangenen Jahres. Quelle: Narendra Shrestha
Anzeige
München

Bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Hitzewellen sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als im Vorjahr.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re zählte rund 23 000 Todesopfer bei Naturkatastrophen, das sind etwa dreimal so viele wie im Vorjahr. Die schlimmsten Auswirkungen hatte das Erdbeben in Nepal im April vergangenen Jahres, bei dem alleine 9000 Menschen starben und eine halbe Million Menschen obdachlos wurden. Es richtete Schäden von insgesamt 4,8 Milliarden US-Dollar an.

In Europa litt vor allem Großbritannien zum Jahresende unter Stürmen und starkem Regen - zuletzt sorgte Sturm „Eva“ in Yorkshire für starke Überschwemmungen. Die Gesamtschäden der Sturmserie könnten sich nach bisherigen Schätzungen auf deutlich mehr als zwei Milliarden Euro belaufen, erklärte der Rückversicherer. Zwar sei der Hochwasserschutz in den betroffenen Regionen in den vergangenen Jahren verstärkt worden, doch hätten die Maßnahmen für die Stürme nicht ausgereicht.

Insgesamt summierten sich die Naturkatastrophen-Schäden im vergangenen Jahr auf weltweit rund 90 Milliarden (Vorjahr: 110 Mrd) Dollar, das war der niedrigste Wert seit 2009. Rund 27 Milliarden Dollar der Schadensumme waren versichert. „2015 hatten wir, was die finanziellen Schäden angeht, auch Glück“, erläuterte der Leiter der GeoRisikoForschung der Munich Re, Peter Höppe. „Starke tropische Wirbelstürme trafen - wenn überhaupt - oft nur in dünn besiedelten Regionen auf Land.“

Während im Nordatlantik die Entstehung von schweren Stürmen durch das natürliche Klimaphänomen El Niño gedämpft wurde, habe das gleiche Phänomen im Nordostpazifik unter anderem wegen der damit höheren Wassertemperaturen die Entwicklung intensiver tropischer Wirbelstürme begünstigt, erläuterte Höppe. Häufig träfen in dieser Region Stürme nicht an Land - anders jedoch im Falle von Hurrikan Patricia: Er traf mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 340 Kilometer pro Stunde im Oktober im mexikanischen Bundesstaat Jalisco auf Land und war damit einer der stärksten bekannten Stürme weltweit überhaupt. Glücklicherweise sei die Region sehr dünn besiedelt und die Ausdehnung des Sturms relativ begrenzt gewesen, hieß es. Der Gesamtschaden belief sich auf mehr als eine halbe Milliarde Dollar.

Das verheerende Beben in Nepal mit einer Magnitude von 7,8 hatte sich am 25. April nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu ereignet. Wie häufig in Entwicklungsländern sei von der Schadensumme nur ein Bruchteil versichert gewesen - nämlich in diesem Fall 210 Millionen der insgesamt 4,8 Milliarden Dollar, hieß es. Die Versicherungswirtschaft gehe inzwischen neue Wege, um die Versicherungslücke zu verkleinern und so die Menschen nach Katastrophen von materiellen Schäden entlasten zu können, erklärte Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek.


Mitteilung Munich Re

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Von Jobkrise keine Spur: 2015 war der Arbeitsmarkt in Top-Verfassung. Im Jahresschnitt gab es so viele Jobs wie nie. Es entstehen weiterhin neue - aber nicht immer profitieren davon auch Arbeitslose.

05.01.2016

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 4.01.2016 um 13:05 Uhr folgende Kurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

(Stand und Veränderung zur Schlussnotierung am vorherigen Börsentag bei Aktien in Euro, bei Indizes in Punkten).

04.01.2016

Chinas Börsen starten mit schweren Turbulenzen ins neue Jahr. Nur mit einem Abbruch des gesamten Handels wird ein noch größerer Kursrutsch verhindert. Schlechte Aussichten für die zweitgrößte Weltwirtschaft.

05.01.2016
Anzeige