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Wirtschaft im Rest der Welt Mehr als eine Million offene Stellen
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15:42 06.11.2017
In deutschen Betrieben gibt es weiterhin so viele offene Stellen wie selten zuvor. Quelle: Jens Kalaene
Frankfurt/Nürnberg

Der Konjunkturaufschwung sorgt für einen Boom am Arbeitsmarkt. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gab es im dritten Quartal in Deutschland fast 1,1 Millionen offene Stellen.

Das waren 174 400 mehr als im Vorjahresquartal, wie aus einer repräsentativen Betriebsbefragung des Instituts hervorgeht. Allerdings profitieren nicht alle Jobsuchenden davon. Zugleich bremst der Fachkräftemangel die Geschäfte mittelständischer Firmen.

In Westdeutschland waren 842 200 offene Stellen zu vergeben, in Ostdeutschland 255 400. Fast zwei Drittel der offenen Jobs waren bei kleinen Unternehmen mit maximal 49 Beschäftigten zu finden. „Besonders stark gestiegen ist die Personalnachfrage gegenüber dem Vorjahr im verarbeitenden Gewerbe und im Bereich Verkehr und Lagerei“, sagte Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis nach IAB-Angaben am Montag.

Mit der Stellenerhebung untersuchen die Nürnberger Forscher viermal jährlich das gesamte Angebot - also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Sie werteten dafür Antworten von rund 6000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche aus.

Allerdings passen Angebot und Nachfrage nicht immer zusammen. Unternehmen suchen nach einer Studie der Deutschen Bank vor allem Fachkräfte. Danach erforderten zuletzt 16 Prozent der offenen Stellen einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss und 64 Prozent zumindest eine abgeschlossene Ausbildung. Fast die Hälfte der Arbeitslosen (1,26 Millionen Menschen) habe im vergangenen Jahr allerdings keinen formalen Berufsabschluss gehabt.

Für Deutschlands Mittelständler wird der Fachkräftemangel einer weiteren Umfrage zufolge zunehmend zum Problem. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) von 800 befragten Firmen gab an, Auswirkungen zu spüren, wie aus einer Untersuchung der DZ Bank hervorgeht. Um den Arbeitskräftemangel zu kompensieren, müssten die Beschäftigten oft mehr arbeiten. Dadurch stiegen die Arbeitskosten, das belaste die Wettbewerbsfähigkeit. 56 Prozent der Mittelständler mit einem Jahresumsatz von 0,5 bis 50 Millionen Euro mussten sogar Aufträge ablehnen. Über die Studie hatte zunächst die „Welt“ (Montag) berichtet.

Zugleich sind fehlende Fachkräfte für 61 Prozent der Firmen ein Investitionshindernis. „Wenn der Fachkräftemangel das Geschäft der Unternehmen bremst und Zukunftsinvestitionen verhindert, ist der Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet“, warnte DZ Bank-Firmenkundenvorstand Stefan Zeidler.

Ein Problem aus Sicht der Unternehmen: Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal treibt die Löhne nach oben. Drei Viertel der großen Mittelständler mit einem Jahresumsatz zwischen 50 und 125 Millionen Euro leidet den Angaben zufolge darunter. Die Hälfte der kleineren Firmen, die Probleme bei der Mitarbeitersuche haben, gab an, dass sie die geforderten oder von anderen Unternehmen gebotenen Löhne nicht bezahlen könnten.

„Die mittelständischen Unternehmen warten bislang vergeblich darauf, dass eine zielgerichtete Zuwanderungspolitik oder Bildungsinvestitionen der öffentlichen Hand die Situation verbessern“, sagte Zeidler.

dpa

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