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Metall-Tarifverhandlungen gehen in die zweite Runde

Düsseldorf Metall-Tarifverhandlungen gehen in die zweite Runde

In der Metall- und Elektronindustrie feilschen Arbeitgeber und IG Metall in NRW in der zweiten Runde über einen neuen Tarifvertrag. Ein erstes Angebot der Metallarbeitgeber ist möglich. Die Gewerkschaft droht schon mal mit Warnstreiks.

Düsseldorf. Die Tarifrunde 2016 in der Metall- und Elektroindustrie nimmt allmählich Fahrt auf. An diesem Montag geben Arbeitgeber und Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen den Startschuss für die zweite Verhandlungsrunde.

Dabei wird ein Tarifangebot der Metallarbeitgeber erwartet, die sich im Vorfeld der Gespräche in Düsseldorf über ihr bundesweites Vorgehen abstimmen wollten.

Die IG Metall fordert bundesweit Einkommensverbesserungen von 5 Prozent. „Die Arbeitgeber sind gut beraten, jetzt mal aus ihrer Ecke zu kommen und was Ordentliches auf den Tisch zu legen“, sagte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler der „Rheinischen Post“ (Samstag). Sollten sich die Arbeitgeber auch in der dritten Runde am 28. April „unvernünftig zeigen, wird es Warnstreiks geben“ - notfalls „auch mal für 24 Stunden“.

Mit rund 700 000 Beschäftigten gehört NRW neben Bayern und Baden-Württemberg zu den größten Tarifbezirken. Pilotabschlüsse, die dann wegweisend sind für die übrigen Regionen, werden oft in einem dieser Bezirke erzielt, zumeist in Baden-Württemberg. In den beiden Tarifbezirken wird am Donnerstag (14.4.) zeitgleich verhandelt. Eine Einigung wird in der zweiten Verhandlungsrunde aber nicht erwartet.

Eine Lösung des Tarifkonflikts gilt als schwierig. Die Forderung der IG Metall hatten die Arbeitgeber als „unvernünftig und unverträglich hoch“ kritisiert. Sie würde auch der extrem heterogenen Lage der Firmen nicht gerecht und sei ökonomisch nicht zu begründen, betont beispielsweise Metall-NRW-Präsident Arndt Kirchhoff, der auch Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall ist.

Dabei weist er immer wieder darauf hin, dass die wirtschaftliche Lage der Betriebe derzeit durch billiges Geld, günstige Wechselkurse und niedrige Öl- und Rohstoffpreise übertüncht werde. „Wir leben in einer Wettbewerbsfähigkeits-Illusion“, sagt der Verhandlungsführer der Metallarbeitgeber in NRW und warnte vor einer realitätsfernen Lohnpolitik.

Das sieht die IG Metall naturgemäß anders: Die Auslastung der Betriebe sei stabil und die Beschäftigungssituation gut. „Was wir fordern ist bezahlbar und zukunftsorientiert“, sagt Giesler. Außerdem habe eine Umfrage unter den Betriebsräten gezeigt, dass die Innovationsfähigkeit für die Unternehmen weitaus entscheidender sei als der Kostenfaktor Arbeit.

Über eine Einigung bei den Tarifverhandlungen könnte am Ende auch der Einbau von Differenzierungsklauseln in die Tarifverträge mitentscheiden. Es müsse verhindert werden, dass etliche Unternehmen durch eine Tariferhöhung überfordert würden, verlangt Kirchhoff. So könnten die Tarifparteien festlegen, dass Betriebe unter schwierigen Bedingungen die Tariferhöhung einige Monate verschieben dürfen.

Zu Warnstreiks wird es bis zum 28. April nicht kommen. Bis dahin gilt noch die Friedenspflicht. Der Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie war Ende März ausgelaufen.

dpa

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