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Wirtschaft im Rest der Welt Metallbranche startet ohne Aussicht auf spürbares Wachstum in 2013
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Metallbranche startet ohne Aussicht auf spürbares Wachstum in 2013
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18:06 01.01.2013
Rainer Dulger: Präsident von Gesamtmetall, dem Dachverband von 21 Arbeitgeberverbänden der deutschen Metall- und Elektro-Industrie. Foto: Laurin Schmid
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Berlin

Die IG Metall geht mit scharfen Angriffen gegen Kanzlerin Angela Merkel ins Wahljahr 2013. „Das größte Sicherheitsrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung ist derzeit die Regierung von Frau Merkel“, sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, der dpa in Frankfurt. Merkel drohe bei der Energiewende und der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise zu versagen.

„Wir spüren eine deutliche Abkühlung, aber keinen eisigen Winter“, sagte Dulger. „Wir fürchten uns auch nicht vor einem eisigen Winter, weil unsere Industrie in den vergangenen Jahren viel krisenfester geworden ist, auch sehr viel flexibler geworden ist.“

Im Oktober lag das Produktionsniveau in der Branche nach Angaben von Gesamtmetall um 5,7 Prozent unter dem des Vorjahresmonats - und um 7,0 Prozent unter dem bisherigen Höchstwert vom Mai 2008. Zu kämpfen hätten vor allem Firmen mit Hauptabsatzmärkten in Südeuropa, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes. Dort fehle Kaufkraft, und Finanzierungen kämen häufig nicht zustande oder seien „einfach zu teuer“. Er halte deshalb „auch Konjunkturprogramme in Südeuropa für die nächste Zeit für angebracht“.

IG-Metall-Vize Wetzel kritisierte die Linie der Kanzlerin im Umgang mit den hoch verschuldeten Staaten Südeuropas. „Wenn die Knebelung dieser Länder durch einseitiges Sparen weiterhin dort die Wirtschaft abwürgt, wird das zwangsläufig auch Konsequenzen für uns haben“, sagte der 60-Jährige. Die gut laufenden Exporte in Ländern außerhalb des Euro-Raums könnten dauerhaft die fehlende Nachfrage aus den großen Volkswirtschaften Südeuropas nicht ausgleichen.

Dulger sagte, zuletzt seien die Auftragseingänge in der Branche dank der Nachfrage von Kunden aus dem Ausland wieder gestiegen. „Viele Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie hatten einen starken Oktober und starken November nach einem schwachen September und einem sehr schwachen August“, berichtete Dulger.

Wetzel forderte, beim Ausbau der erneuerbaren Energien müsse der bestehende Planungs- und Investitionsstau endlich beseitigt werden. Sonst werde es für zahlreiche Zulieferer vom Maschinenbau bis zur Stahlindustrie erhebliche Probleme geben, die Jobs zu halten. „Wir haben an den Küsten große Kapazitäten für Windkraftanlagen aufgebaut. Die kommen nicht ans Netz, weil Anschlüsse und Leitungen fehlen, weil kein abgestimmtes Konzept zwischen den Bundesländern da ist.“

Bei den Arbeitsplätzen war es in der Branche seit März 2010 nur aufwärtsgegangen, rund 250 000 Jobs kamen hinzu. Im September 2012 gingen erstmals wieder Stellen verloren - fast 7000. Im Oktober erhöhte sich die Zahl aber wieder um 5400, insgesamt waren es 3,7 Millionen Beschäftigte. Dulger meinte dazu: „Die Beschäftigung bleibt aber auf hohem Niveau. Selbst wenn sie leicht zurückgehen würde, was nicht auszuschließen ist, gibt das keinen Anlass zur Beunruhigung.“

Die Branche habe krisenerprobte Manager und „mehrere Kriseninstrumente, die wir unterschiedlich anwenden“, sagte Dulger. Dazu gehörten Arbeitszeitkonten, befristete Beschäftigung, Zeitarbeit und auch die Kurzarbeit. Mit der Verlängerung der Kurzarbeit von sechs auf maximal zwölf Monate habe „die Bundesregierung einen Schritt in die richtige Richtung getan“. Die Situation sei aber in jedem Unternehmen anders, manche brauchten mehr Zeit. Deshalb sage er zur Kurzarbeit: „Umso länger, desto besser.“ Derzeit habe die Branche für etwa 25 000 bis 30 000 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Bundesagentur angezeigt.

dpa

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