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Neuer Eigentümer will eine Milliarde in Kaufhof investieren

Düsseldorf Neuer Eigentümer will eine Milliarde in Kaufhof investieren

Gut ein halbes Jahr nach dem Einstieg beim Traditionsunternehmen Kaufhof kündigt die kanadische HBC den Start eines großen Modernisierungsprogramms an. Die Arbeiten sollen noch im Frühjahr beginnen.

Düsseldorf. Der neue Kaufhof-Eigentümer HBC will in den kommenden Jahren eine Milliarde Euro in die Warenhauskette investieren. Mit dem Geld sollen in den nächsten fünf bis sieben Jahren Filialen modernisiert und das Online-Geschäft ausgebaut werden.

Das kündigte der Chef der kanadischen Hudson's Bay Company (HBC), Jerry Storch, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. „Warenhaus-Unternehmen in aller Welt haben zu lange zu wenig investiert“, sagte Storch. Manche Kaufhäuser seien in die Jahre gekommen und damit auch ihre Kunden.

Noch im Frühjahr sollten die ersten Umbauarbeiten beginnen. Im Herbst sollen schon Ergebnisse zu sehen sein. Kaufhof-Chef Olivier van den Bossche kündigte Investitionen von 32 Millionen Euro allein in den Kaufhof an der Düsseldorfer Königsallee und in das benachbarte Carsch-Haus an.

„Wir wollen das Niveau stückweise anheben und etwas jünger und moderner werden“, sagte der Belgier über die Neuausrichtung des Unternehmens. Geplant sei etwa ein Ausbau des Angebots an Kosmetika, Handtaschen und Schuhen. Ziel sei dabei aber nicht das absolute Luxussegment. „Wir setzen auf bezahlbare Premium-Qualität.“ Daneben würden die bisherigen Marken ihren Platz behalten.

Große Hoffnungen setzt die Warenhauskette außerdem in die Eröffnung von Marken-Outlets unter dem Label Saks Off Fifth. „Das Ziel ist, für deutsche Kunden Schnäppchen in der Innenstadt anzubieten“, sagte Van den Bossche. Die ersten fünf Filialen sollen bereits 2017 eröffnet werden. In den folgenden Jahren sollen jeweils 5 bis 7 Filialen dazukommen. „In Deutschland sehen wir ein Potenzial für rund 40 Standorte“, sagte er.

Eine Aufholjagd kündigte der HBC-Chef auch im Online-Handel an. „Wir denken, wir können die Konkurrenz im Internet überholen“, sagte Storch. Die Verbindung von E-Commerce und stationärem Handel sei ein großer Vorteil gegenüber den reinen Internet-Anbietern. Von derzeit 3 bis 4 Prozent soll der Umsatzanteil des Online-Handels in den nächsten fünf bis sieben Jahren auf 10 Prozent wachsen.

Der Chef des Kaufhof-Eigentümers zeigte sich zuversichtlich, dass die Zahl der Beschäftigten in den nächsten Jahren wachsen werde. „Wir investieren eine Milliarde Euro und wollen wachsen. Und wenn man wächst, muss man auch neue Mitarbeiter einstellen.“

Der kanadische Handelsriese Hudson's Bay (HBC) hatte die Warenhauskette am 1. Oktober vergangenen Jahres vom Metro-Konzern für 2,8 Milliarden Euro übernommen. Mit der Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten sei man sehr zufrieden, sagte Storch. Im Rumpfgeschäftsjahr zwischen Oktober 2015 und Ende Januar 2016 sei der Kaufhof-Umsatz auf vergleichbarer Fläche um 2,7 Prozent gewachsen. Nähere Angaben machte der Manager nicht.

Während der angeschlagene Konkurrent Karstadt die Tarifbindung verlassen hat, um an den Personalkosten zu sparen, ist ein solcher Schritt bei Kaufhof zurzeit kein Thema, wie Van den Bossche bekräftigte. „Den Ausstieg aus der Tarifbindung schließe ich aus“, betonte er.

dpa

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