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Ruhepause am deutschen Aktienmarkt

Frankfurt/Main Ruhepause am deutschen Aktienmarkt

Nach in der Spitze 13 Prozent Plus binnen drei Wochen gerät der Motor ins Stocken. Auch die Sitzung der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche wirft bereits früh ihre Schatten voraus. Die Hoffnung auf weitere Geldgeschenke verhindert deutlichere Gewinnmitnahmen.

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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Quelle: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main. Der deutsche Aktienmarkt hat seinen Schwung am Donnerstag verloren. Der Leitindex verlor 0,25 Prozent auf 9751,92 Punkte. Zuvor hatte er in einer dreiwöchigen Erholung aber auch fast 12 Prozent zugelegt.

„Der Dax hat eine Ruhepause eingelegt und verdaut seine Kursgewinne der vergangenen Wochen“, sagte Andreas Lipkow vom Berliner Vermögensverwalter Kliegel &Hafner. Der MDax der mittelgroßen Aktienwerte verlor am Donnerstag 0,13 Prozent auf 19 641,72 Punkte. Der TecDax gab um 0,13 Prozent auf 1649,65 Punkte nach. Der Auswahlindex für Technologiewerte hatte die vergangenen fünf Handelstage zugelegt.

Europäische Wirtschaftsdaten wie die Einzelhandelsumsätze oder Einkaufsmanagerindizes brachten keine entscheidenden Impulse. Die Stimmung im Dienstleistungssektor signalisiert für Volkswirtin Viola Julien von der Helaba ein weiter intaktes Wachstumsszenario. Viele Börsianer warten aber bereits gespannt auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) am kommenden Donnerstag. Hinzu kommt noch vor dem Wochenende der wichtige Arbeitsmarktbericht aus den USA.

Der Rückenwind einer guten Geschäftsentwicklung trieb die Aktie von Continental mit plus 4,67 Prozent an die Dax-Spitze. Der Reifenhersteller und Autozulieferer blickt auf einen soliden Jahresauftakt und bekräftigte daher seine Ziele für die nächsten Monate. Trotz der warnenden Worte wegen steigender Rohstoffpreise setzten Investoren voll auf die gute Marktposition des Konzerns und dessen Möglichkeiten der Preisgestaltung bei seien angebotenen Produkten, so Lipkow.

Trübe Aussichten für 2016 verschreckten dagegen die Evonik-Anleger: Das Papier des Spezialchemiekonzerns rutschte im MDax um fast 12 Prozent auf das tiefste Niveau seit Oktober 2014 ab. „Der konservative Ausblick enttäuscht“, sagte Analyst Thomas Swoboda von der französischen Investmentbank Societe Generale. Auch Aussagen zur Dividende und möglichen Zukäufen besänftigten die Anteilseigner kaum. Die Aktie von Axel Springer trat nach der Vorlage von Geschäftszahlen des Medienkonzerns dagegen auf der Stelle.

Dem bislang besten Dax-Wert in diesem Jahr - der Aktie von Adidas - gab die vorgelegte Bilanz dagegen keinen Auftrieb mehr. Zwar will der Sportartikelkonzern nach guten Ergebnissen im Jahr 2015 seinen Aktionären wieder eine höhere Dividende zahlen. Das Papier verlor 2 Prozent, blickt aber seit Jahresbeginn mit plus 7,75 Prozent weiter auf die beste Kursentwicklung im Dax zurück. Vonovia gewann nach der Vorlage von Geschäftszahlen 0,69 Prozent.

Die Papiere der Deutschen Bank knüpften an ihre Erholungsbewegung an und legten sich um fast 3 Prozent auf das höchste Niveau seit dem 20. Januar zu. Am Aktienmarkt setzt sich nach Ansicht von Lipkow immer mehr die Meinung durch, dass auf dem Kursniveau das Schlimmste für den Branchenprimus eingepreist ist.

Auch Autowerte und -zulieferer zeigten sich in den großen Dax-Indizes weiter gefragt. Im MDax verzeichnete der Stuttgarter Lackieranlagen-Spezialist Dürr als Tagessieger 5,30 Prozent Kursgewinn und auch Leoni legte kräftig zu. Im Schlussspurt zog noch der Titel des kriselnden Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger mit plus 4,88 Prozent heran. Kreisen zufolge will das Unternehmen für seine Bau- und Gebäude-Dienstleistungssparte mehr als 1,3 Milliarden Euro.

Der EuroStoxx-50-Index verlor 0,31 Prozent auf 3012,87 Punkte. Nach fünf Plustagen in Folge erlitt der Leitindex der Eurozone damit auch einen Dämpfer. Der Cac-40-Index in Paris verbuchte ein Minus von 0,20 Prozent. In London fiel der Leitindex FTSE 100 um 0,27 Prozent zurück. Zum Handelsschluss in Europa stand das New Yorker Aktienbarometer Dow Jones Industrial 0,31 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,09 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 142,09 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,17 Prozent auf 165,43 Punkte. Den Euro-Referenzkurs setzte die Europäische Zentralbank auf 1,0901 (Vortag: 1,0856) US-Dollar etwas höher fest. Der Dollar kostete damit 0,9173 (0,9212) Euro. Am Nachmittag rückte der Eurokurs noch ein bisschen weiter vor auf zuletzt 1,095 Dollar.

dpa

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