Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Schließungsgerüchte um Ford Belgien verdichten sich
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Schließungsgerüchte um Ford Belgien verdichten sich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:36 24.10.2012
Am belgischen Standort Genk, wo der Mittelklassewagen Mondeo, der Sportvan S-Max und Van Galaxy produziert werden, beschäftigt Ford rund 4300 Menschen.
Köln

Das Werk des US-Autoherstellers Ford im belgischen Genk steht einem Zeitungsbericht zufolge nach Ende 2013 vor dem Aus. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ unter Berufung auf Konzernkreise in ihrer Dienstagsausgabe.

Die Gewerkschaften wollen heftigen Widerstand leisten. Ein Sprecher von Ford Europe in Köln sprach von Gerüchten und wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

Unterdessen reagierten belgische Gewerkschafter mit einer Blockade des Werktores in Genk auf die neuen Spekulationen. Die Aktion solle bis zum Mittwoch dauern, dann sei eine außerordentliche Betriebsversammlung geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Dienstag. Das Werk laufe in dieser Woche wegen einer der deutschen Kurzarbeit ähnelnden „technischen Arbeitslosigkeit“ ohnehin nicht.

Wie Belga weiter berichtete, will der sozialistische Regierungschef Elio Di Rupo am Mittwoch in Brüssel führende Vertreter von Ford Europe treffen. „Die Bundesregierung verfolgt das Thema sehr genau“, hieß es. Die Initiative zu dem Treffen sei von Ford ausgegangen.

Am Standort Genk beschäftigt Ford insgesamt 4300 Menschen. Das Unternehmen fertigt in der Stadt im Nordosten Belgiens den Mittelklassewagen Mondeo, den Sportvan S-Max und den Van Galaxy. Für diesen Mittwoch soll Ford die belgischen Gewerkschafter dort zu einem Krisentreffen zusammengerufen haben. Nach Einschätzung von Analysten könnte eine Schließung des Werkes Einsparungen in einer Größenordnung von bis zu 500 Millionen US-Dollar bringen.

Der Regierungschef der Region Flandern, Kris Peeters, befürchtet, dass es bei dem Krisentreffen keine guten Neuigkeiten geben werde. Laut Belga sagte er dem öffentlich-rechtlichen Sender VRT, die Arbeits- und Energiekosten seien ein Problem für alle Industriebetriebe in der Region. „Hoffen wir trotz allem, dass es sich nicht um eine Schließung handelt“. Flandern habe alles getan, um Ford am Standort zu halten, dazu gehörten auch öffentliche Subventionen. Im Bundesstaat Belgien genießen die Regionen große Eigenständigkeit.

Über die Zukunft des Ford-Werkes in Genk wird schon länger spekuliert. Ford leidet gerade in Europa unter sinkenden Absatzzahlen und hat kaum andere Möglichkeiten, als seine Produktionskapazitäten zu verringern. Bei den beiden deutschen Werken in Köln und Saarlouis sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 ausgeschlossen.

In Köln hatte Ford kürzlich die Kurzarbeit ausgeweitet. Außerdem soll ein Abfindungsprogramm einigen hundert Mitarbeitern an allen europäischen Standorten einen freiwilligen Ausstieg aus dem Unternehmen schmackhaft machen. Für sein Europageschäft rechnet der Konzern in diesem Jahr mit mehr als einer Milliarde US-Dollar Verlust.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Airbus feiert den offiziellen Produktionsstart seines Langstreckenfliegers Airbus A350.

24.10.2012

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Dienstag im Zuge schwacher Aktienmärkte erstmals seit einer Woche wieder unter die Marke von 1,30 US-Dollar gerutscht.

02.11.2012

Nicht nur beim Strom, auch beim Gas müssen sich die deutschen Verbraucher im kommenden Jahr zum Teil auf Preiserhöhungen gefasst machen.

23.10.2012