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Wirtschaft im Rest der Welt Schweres Jahr für Rübenbauer
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Schweres Jahr für Rübenbauer
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11:03 13.10.2018
Ein Rübenroder lädt Zuckerrüben auf einem Feld ab. Quelle: Armin Weigel
Heilbronn/Braunschweig

Bundesweit hat die Ernte der Zuckerrüben begonnen - und damit ein weiteres schwieriges Jahr für Agrarbetriebe. Genaue Angaben zur diesjährigen Ernte werden zwar erst für Ende Dezember erwartet.

Aber aus Expertensicht sprechen viele Faktoren dafür, dass die Preise auch mittelfristig nicht steigen dürften. Verantwortlich dafür sei in erster Linie der Wegfall der Produktionsquoten innerhalb der EU im Oktober 2017, sagte Marlen Haß vom bundeseigenen Thünen-Institut für Marktanalyse in Braunschweig. Der habe dafür gesorgt, dass der EU-Zuckerpreis stark fiel.

Stand Juli 2018 lag er der Fachfrau zufolge bei 346 Euro pro Tonne; zum selben Zeitpunkt im Vorjahr betrug er noch 501 Euro. „Hauptursache für den Preisverfall ist eine starke Produktionssteigerung in der EU im ersten Jahr ohne Quote“, sagte Haß. Die Produktion liege deutlich oberhalb des Verbrauchs, was die Preise drücke. Voraussichtlich werde das auch 2019 so bleiben.

Den für die Branche negativen Trend bestätigt Harald Wetzler, Geschäftsführer des Verbandes der baden-württembergischen Zuckerrübenanbauer in Heilbronn. Ihm zufolge dürfte auch die diesjährige Dürre daran nichts ändern - laut Schätzungen der EU-Kommission soll der Ertrag in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr deshalb um 14 Prozent zurückgehen.

„Man sollte annehmen, wenn das Angebot geringer ist, steigt der Preis“, sagt Wetzler. „Doch das wird nicht so sein, denn mit dem Wegfall der Zuckermarktordnung haben die Unternehmen stärker auf Export gesetzt, um ihre Fabriken auszulasten.“ Dadurch sei die Zuckermenge dennoch gestiegen.

Zudem haben Wetzler zufolge Indien und Thailand die Produktion gesteigert. „Als der Preis vor vier, fünf Jahren noch hoch war, wurde dort verstärkt Zuckerrohr angepflanzt - eine mehrjährige Pflanze, die jetzt in die Hochertragsphase kommt“, erklärt er. Die hohen Exporte der beiden Länder hätten den Weltmarktpreis zusätzlich gedrückt.

Das Preisniveau wird also mittelfristig weiterhin niedrig bleiben, sind sich die Zuckerexperten einig. „So ist es halt“, bilanziert Wetzler, „das ist die Werkstatt unter freiem Himmel.“

dpa

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