Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt „Solarworld“-Chef Asbeck gibt China Schuld an Insolvenz
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt „Solarworld“-Chef Asbeck gibt China Schuld an Insolvenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:52 20.05.2017
Deutschlands größter Solarhersteller Solarworld hatte Mitte Mai Insolvenz beantragt. Quelle: Arifoto Ug/michael Reichel
Anzeige
Bonn

„Solarworld“-Chef Frank Asbeck hat chinesischen Konkurrenten die Schuld für die Insolvenz gegeben. Der Preisverfall seit vergangenem Jahr - „ausgelöst durch die extreme chinesische Überproduktion und deren Notverkäufe zu Dumpingpreisen“ - habe ihnen „das letzte Wasser abgegraben“.

Gegen diese „Art Kommandowirtschaft“ komme man schwer an, sagte Asbeck dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die Chinesen hätten bereits 2003 die Solarindustrie als wichtige Schlüsseltechnologie definiert. „Darauf wurden dann die Betriebe angesetzt“, sagte Asbeck.

Mit Staatsbankkrediten sei eine Kapazität aufgebaut worden, die heute die weltweite Nachfrage 1,3-mal bedienen könne. „Unser Problem war die an allen Ecken und Enden in China subventionierte Produktion, das ist Doping.“

Deutschlands größter Solarhersteller Solarworld hatte Mitte Mai Insolvenz beantragt. Solarworld beschäftigt insgesamt knapp 3300 Menschen - davon rund 2600 in Deutschland in der Bonner Zentrale, in Arnstadt (Thüringen) und in Freiberg (Sachsen). 2016 hatte Solarworld unterm Strich knapp 92 Millionen Euro Verlust ausgewiesen.

Auf die Frage, was er seinen Aktionären sage, antwortete Asbeck: Die Aktionäre seien natürlich ihres Besitzes enthoben. Das sei aber nur die halbe Wahrheit, „denn viele andere haben auch sehr viel mit uns verdient“. Angesprochen auf eigene Gewinne erklärte Asbeck, in 21 Jahren Solarworld habe er neun Millionen Euro als Vorstandsgehalt bekommen. Umgerechnet seien das unter einer halben Million Euro im Jahr. „Das ist viel Geld. Aber vergleichen Sie das mal mit anderen Unternehmen, die so kapitalisiert waren wie wir.“ Er habe zudem wie jeder andere Aktionär Dividenden bekommen und Aktien verkauft.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Wahlsieg des amtierenden Präsidenten Hassan Ruhani wurde in Deutschland positiv aufgenommen.

20.05.2017

Ein alter Apple-Computer ist in Köln für 110 000 Euro versteigert worden. Das Modell stammt aus den 1970er Jahren. Es steht für die Anfänge der Verbreitung von Heimcomputern.

20.05.2017

Der groß angelegte Cyberangriff vergangene Woche könnte viele Firmen aufrütteln, so ein Experte. Denn nach wie vor sei die Bereitschaft, Geld für IT-Sicherheit in die Hand zu nehmen, gering.

20.05.2017
Anzeige