Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Steuerzahlerbund: Zinsen für Nachforderungen müssen runter
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Steuerzahlerbund: Zinsen für Nachforderungen müssen runter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:18 27.03.2016
Anzeige
Berlin

Der Bund der Steuerzahler hat angesichts der andauernden Niedrigzins-Phase eine deutlich geringere Verzinsung von Steuernachforderungen gefordert.

„Die Zinsen beim Finanzamt müssen runter“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der Deutschen Presse-Agentur. „Während Sparer sich mit fast gar keinen Zinsen zufrieden geben müssen, langt der Fiskus selbst ordentlich zu.“ Das sei unverschämt.

Sowohl für Steuernachforderungen durch den Fiskus als auch für Erstattungen des Finanzamtes fallen Zinsen von 0,5 Prozent pro Monat an. Die Zinsen werden erst ab dem 15. Monat nach dem Steuerjahr fällig. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich ein Zinssatz von sechs Prozent. Das ist deutlich mehr als der marktübliche Zinssatz. Aufgrund der Niedrigzinsphase setzt sich der Steuerzahlerbund für eine Halbierung des Zinssatzes auf 3 Prozent pro Jahr ein.

Der Staat hat zuletzt auch in der Niedrigzinsphase kräftig aus den Zuschlägen auf Steuernachforderungen kassiert. In den Jahren 2014 und 2015 nahm der Fiskus nach Angaben des Bundesfinanzministeriums unterm Strich rund 1,92 Milliarden Euro Zinsen ein. Der Staat zahlt auch Zinsen bei Steuererstattungen - differenziert nach Erstattungs- und Nachzahlungszinsen wurde bei dem genannten Betrag aber nicht.

Der feste Zinssatz ist seit mehr als 50 Jahren unverändert. Nach Darstellung des Bundesfinanzministeriums ist er nach ständiger Rechtsprechung von Bundesverfassungsgericht und Bundesfinanzhof verfassungskonform. Er habe sich in der Praxis bewährt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Scheitern von Sanierungsverhandlungen musste der Modehersteller Steilmann Insolvenzantrag stellen. Die eng verbundene Modekette Adler erwartet aber keine Auswirkungen der Pleite auf das eigene Geschäft.

26.03.2016

Im US-Mammutrechtsstreit gewinnt VW wichtige vier Wochen, um eine Lösung mit den Behörden zu finden. Doch es ist keine Verschnaufpause - der Druck steigt. Der Passat-Rückruf in Deutschland verzögert sich indes weiter. Und auch abseits von „Dieselgate“ gibt es neuen Stress.

27.03.2016

Unter großem öffentlichen Interesse hat in der Türkei der umstrittene Prozess gegen zwei regierungskritische Journalisten begonnen.

25.03.2016
Anzeige