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Wirtschaft im Rest der Welt Streit um Leiharbeit bei Ryanair
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15:53 25.10.2018
Allein 700 der rund 1000 in Deutschland tätigen Flugbegleiter haben nach Angaben des Abgeordneten Pascal Meiser Arbeitsverträge bei zwischengeschalteten Verleihfirmen. Quelle: Silas Stein
Dublin/Berlin

Beim Billigflieger Ryanair gerät das Beschäftigungsmodell der Leiharbeit zunehmend ins Zwielicht.

Den zwischengeschalteten Verleihfirmen fehlten die notwendigen Lizenzen, hatte die Bundestagsfraktion der Linken nach einer entsprechenden Auskunft des Bundesarbeitsministeriums erklärt. Das Unternehmen wies den Vorwurf illegaler Leiharbeit zurück.

Allein 700 der rund 1000 in Deutschland tätigen Flugbegleiter haben nach Angaben des Abgeordneten Pascal Meiser Arbeitsverträge bei den beiden Unternehmen Crewlink Ireland Ltd. sowie Workforce International Contractors Ltd. mit Sitz in Dublin unterschrieben. Diese seien laut Regierung nicht von deutschen Behörden zur Arbeitnehmerüberlassung zugelassen. Nach Recherchen des „Manager-Magazins“ hat Crewlink die Genehmigung in der Vergangenheit für zwölf Monate besessen, Workforce hingegen nie. Für Ermittlungen wäre der Zoll zuständig.

Die Fluggesellschaft wies die Vorwürfe zurück, dass sie in Deutschland illegal Leiharbeiter beschäftige. Dies sei unwahr, erklärte Kommunikationschef Robin Kiely auf Anfrage in Dublin. Ryanair und seine Dienstleister agierten gemäß EU-Recht. Anders als bei den Flugbegleitern, will Ryanair den Einsatz ausgeliehener Piloten beenden. An den deutschen Basen sollten zum Jahresende nur noch direkt bei Ryanair angestellte Piloten arbeiten, hatte das Unternehmen mehrfach erklärt.

Die Gewerkschaft Verdi will die Vorwürfe bei den für Freitag (26. Oktober) geplanten Tarifverhandlungen mit Ryanair ansprechen. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle verlangte mehr staatliche Kontrollen und die schnelle Einrichtung einer Arbeitnehmervertretung. „Es muss jetzt dringend ein Betriebsrat bei Ryanair installiert werden, um die notwendige Kontrolle zu gewährleisten“, teilte sie mit. Die Beschäftigten müssten zudem schnellstens bei Ryanair direkt angestellt werden.

dpa

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