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Tödliche Transporter-Fahrt in Marseille

Kein Hinweis auf Terror Tödliche Transporter-Fahrt in Marseille

An der Bushaltestelle in den Tod gerissen: In kurzem Abstand fährt ein Transporter in Marseille in zwei Wartehäuschen, eine Frau stirbt. Noch sind die Hintergründe nicht abschließend geklärt, der mutmaßliche Täter wird psychiatrisch untersucht.

Polizisten untersuchen den Unglücksort in Marseille.

Quelle: Claude Paris/dpa

Marseille. Wenige Tage nach dem Anschlag von Barcelona ist jemand mit einem Transporter in Marseille in zwei Bushaltestellen gefahren, dabei wurde eine Frau getötet.

Die französischen Ermittler gingen jedoch nicht von einem Terrorakt aus. Eine weitere Person wurde nach Angaben einer Polizeisprecherin am Vormittag verletzt. Die Polizei stoppte das Fahrzeug später und nahm den mutmaßlichen Täter fest - es handelt sich um einen Mann Mitte 30.

Bislang gebe es „kein Element“, um von einer terroristischen Tat zu sprechen, sagte Staatsanwalt Xavier Tarabeux der französischen Nachrichtenagentur AFP. Die Untersuchung orientiere sich eher in Richtung einer „psychiatrischen Spur“, der Verdächtige sei in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden. Tarabeux ordnete eine Untersuchung des Verdächtigen an.

In Barcelona hatte ein Terrorist am Donnerstag mit einem Lieferwagen gezielt Passanten überfahren und mindestens 13 Menschen getötet. Auch in Frankreich herrscht eine angespannte Sicherheitslage, das Land war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge.

Die Vorfälle in Marseille ereigneten sich Vormittag innerhalb von etwa einer Stunde, die beiden Wartehäuschen liegen nach Angaben eines Polizeigewerkschafters mehrere Kilometer voneinander entfernt. Auf Fotos von einer der Bushaltestellen war zersplittertes Glas am Boden zu sehen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich in beiden Fällen um dasselbe Nutzfahrzeug handelte.

Die Polizisten nahmen den Verdächtigen beim alten Hafen der Mittelmeerstadt fest. Er soll nach übereinstimmenden Medienberichten aus der Region von Grenoble stammen. Die Festnahme sei gewaltlos verlaufen, sagte David Reverdy von der Polizeigewerkschaft Alliance Police dem Sender BFMTV.

Die Haltestellen befinden sich nach seiner Darstellung in Stadtteilen, in denen zu diesem Zeitpunkt wenig los ist. „Man kann sich die Frage stellen, warum diese Orte.“ Bei dem Todesopfer handelte es sich nach Angaben des Bürgermeisters von Marseille um eine 42-jährige Frau.

Der Sender Franceinfo berichtete, der Verdächtige sei der Polizei unter anderem wegen Diebstahls bekannt gewesen. Bei den Geheimdiensten, die in Frankreich mutmaßliche islamistische Gefährder erfassen, sei er jedoch nicht auf dem Schirm gewesen. Ein Zeuge habe das Nummernschild registriert, deshalb sei die Polizei auf die Spur des Fahrzeugs gekommen, berichtete BFMTV.

Anfang des Monats war ein Mann bei Paris mit einem Auto in eine Gruppe Soldaten gefahren, in diesem Fall ermitteln Anti-Terror-Experten. Vergangene Woche war ein Mann östlich von Paris mit einem Fahrzeug in eine Pizzeria gerast und hatte ein Mädchen getötet - dort hatten die Ermittler ein Terror-Motiv ausgeschlossen.

dpa

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