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Toshiba will keine Fernseher mehr bauen

Tokio Toshiba will keine Fernseher mehr bauen

Das Geschäft mit Fernsehgeräten ist hart umkämpft. Der japanische Branchenpionier Toshiba könnte unter dem Druck des Wettbewerbs und eines Bilanzskandals zu einem radikalen Schnitt greifen.

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84 Zoll Quad Full HD-Fernseher von Toshiba. Der japanische Technologieriese will - nach Medienberichten - die Herstellung von Fernsehern einstellen. Ein schwerer Bilanzskandal lastet auf dem Konzern noch immer.

Quelle: Rainer Jensen

Tokio. Der von einem schweren Bilanzskandal erschütterte Technologieriese Toshiba will sich laut einem Medienbericht aus der Produktion von Fernsehern zurückziehen.

Die Fabriken im Ausland sollen verkauft werden, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag unter Berufung auf informierte Quellen. Mehrere hundert Stellen dürften wegfallen.

Toshiba war die erste Firma in Japan, die 1959 einen Farbfernseher entwickelte. Zuletzt war Toshiba die Nummer drei im japanischen Markt nach Sharp und Panasonic. Die Fernsehgeräte-Produktion in Japan war bereits vor einigen Jahren eingestellt worden.

Jetzt baut Toshiba die TV-Geräte unter anderem in Indonesien. Der Verkauf der Werke solle voraussichtlich bis Ende des Jahres angekündigt werden, hieß es. Zugleich könne auch Toshibas Markenname „Regza“ an einen anderen Hersteller verkauft werden und damit am Markt bleiben.

Das Geschäft mit Fernsehgeräten wird von hohen Überkapazitäten und einem scharfen Preiskampf bestimmt. Dabei setzen Rivalen aus Südkorea wie Samsung und LG sowie zahlreiche junge Wettbewerber aus China die einst mächtigen japanischen Hersteller massiv unter Druck. China wurde inzwischen zum wichtigsten Markt für Fernseher mit besonders hoher Ultra-HD-Auflösung und zum größten Hersteller entsprechender Panels.

Auch andere bekannte Anbieter stiegen bereits aus dem Geschäft aus: Philips etwa gab seine TV-Geräte-Sparte an den chinesischen Hersteller TPV ab. Den japanischen Anbietern machen die höheren Produktionskosten zu schaffen - und in den vergangenen Jahren zeitweise auch der starke Yen. Besonders hart traf es den LCD-Pionier Sharp, auch Sony verlor jahrelang viel Geld im Geschäft mit Fernsehgeräten und bekam es erst durch harte Sparmaßnahmen in den Griff.

Toshiba hat zudem mit den Folgen eines Bilanzskandals zu kämpfen. Das Unternehmen hatte jahrelang seine Bücher aufgebläht. Der Skandal kostete mehrere Top-Manager den Job.  

In dieser Situation erwägt Toshiba dem Bericht zufolge außerdem, seine ebenfalls verlustbringende PC-Sparte sowie das Geschäft mit Haushaltsgeräten zu konsolidieren. Damit ziehen sich die Japaner angesichts scharfer Konkurrenz langsam aus dem Geschäft mit Verbraucherelektronik zurück. Stattdessen konzentriert sich Toshiba zunehmend auf die Atomkraft und andere Geschäfte mit Unternehmenskunden.

dpa

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