Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Trotz niedriger Preise: Mehr Öl aus der Nordsee

Hamburg/London Trotz niedriger Preise: Mehr Öl aus der Nordsee

Die Nordsee ist für die deutsche Ölversorgung der zweitwichtigste Lieferant, nach Russland. Trotz der niedrigen Ölpreise ist die Förderung im vergangenen Jahr gestiegen. Doch die Branche steht vor großen Herausforderungen.

Voriger Artikel
Deutsche Flughäfen 2015 mit kräftigem Passagierplus
Nächster Artikel
Steigende Schäden durch Cyber-Kriminalität im Mittelstand

Eine Ölplattform in der Nordsee.

Quelle: Epa/statoil Hydro

Hamburg. Die Produktion von Öl und Gas im britischen Teil der Nordsee ist im vergangenen Jahr um sieben bis acht Prozent gestiegen. Das sei der erste Anstieg seit 15 Jahren, teilte der Industrieverband Oil&Gas UK in London mit.

Die Ölförderung aus der Nordsee ist seit vielen Jahren rückläufig, weil die Felder ihr Fördermaximum überschritten haben. Mit der erwarteten Steigerung für 2015 würden die Unternehmen ungefähr 590 Millionen Barrel (159 Liter) fördern; das ist deutlich weniger als die Hälfte wie zu den Hochzeiten der Nordsee-Förderung in den 90er Jahren.

Ursache für den überraschenden Anstieg der Produktion sind hohe Investitionen in den vergangenen Jahren, als Rohöl aus der Nordsee mehr als 100 Dollar je Barrel kostete. Gegenwärtig sind es weniger als 35 Dollar. Während der rund dreijährigen Hochpreisphase des Öls ab 2011 investierten die Ölfirmen kräftig in die Erschließung noch ergiebiger Felder sowie die Verbesserung der Effizienz. So flossen in den vergangenen vier Jahren allein rund 50 Milliarden Pfund (67,4 Milliarden Euro) in die Öl- und Gasproduktion.

Doch nun machen die niedrigen Preise einen Strich durch die Rechnung. Das vergangenen Jahr endete für die britische Offshore-Industrie mit einem Milliardenverlust, dem höchsten in 40 Jahren. „Die Zeiten sind wirklich hart für diese Industrie und die Menschen, die in ihr arbeiten“, sagte die Vorstandsvorsitzende von Oil&Gas UK, Deirdre Michie. Rund 15 Prozent der Beschäftigung durch die Ölindustrie ist bereits verloren gegangen. Der britische Ölsektor, inklusive Zulieferern und Dienstleistern, hat rund 65 000 von 440 000 Arbeitsplätzen eingebüßt. „Wir werden in diesem Jahr weitere Arbeitsplatzverluste sehen“, sagte Michie.

Die Industrie müsse die Förderkosten je Barrel weiter senken. Angestrebt werden 15 Pfund (21,90 Dollar) je Barrel bis zum Ende des kommenden Jahres; gegenwärtig sollen es rund 17 Pfund sein. Gleichzeitig streichen die Unternehmen ihre Investitionspläne Jahr für Jahr um mehrere Milliarden Euro zusammen. Es werde schwer, auch 2016 mehr zu produzieren, sagte Verbandschefin Michie. Aber noch seien bis zu 20 Milliarden Barrel Öl und Gas in der Nordsee zu fördern und es gebe noch gute Gelegenheiten.

Die Bohr- und Förderinsel Mittelplate im schleswig-holsteinischen Wattenmeer hat im vergangenen Jahr auf dem hohem Niveau des Vorjahres produziert und 1,3 Millionen Tonnen Rohöl gefördert. „Der anhaltende Preisverfall hat auch uns mit einer deutlich schlechteren Erlössituation konfrontiert“, sagte Betriebsleiter Thomas Kainer von der DEA Deutsche Erdoel AG. „Die Volatilität des Ölpreises ist aber kein neues Phänomen.“ Die DEA verfolge eine mittel- bis langfristig angelegte Strategie, in der Mittelplate ein wichtiger Baustein sei.


Mitteilung Oil & Gas UK (engl.)

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Rest der Welt
DAX
Chart
DAX 11.192,50 +1,87%
TecDAX 1.734,50 +0,94%
EUR/USD 1,0612 -1,35%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 17,92 +3,37%
BAYER 93,10 +2,99%
THYSSENKRUPP 24,07 +2,11%
RWE ST 11,19 -4,51%
E.ON 6,35 -2,02%
MÜNCH. RÜCK 175,60 -1,04%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 165,03%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 111,00%
Polar Capital Fund AF 103,34%
Fidelity Funds Glo AF 92,98%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.