Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt US-Börsenaufsicht schaut sich tödlichen Tesla-Crash an
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt US-Börsenaufsicht schaut sich tödlichen Tesla-Crash an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:30 12.07.2016
Anzeige
Washington

Die mächtige US-Börsenaufsicht SEC geht laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ der Frage nach, ob der Elektroauto-Hersteller Tesla die Anleger zu spät über den tödlichen Unfall mit einem vom Computer gesteuerten Auto informiert hat.

Die Untersuchung sei noch in einem sehr frühen Stadium und werde möglicherweise zu keinen Maßnahmen führen, schränkte daszugleich ein.

Die zentrale Frage ist, ob der Crash eine für Investoren relevante Information gewesen sei, hieß es unter Berufung auf eine informierte Person am späten Montag. Tesla erklärte dem Sender CNBC, man habe bisher keine Informationen dazu von der SEC erhalten.

Die Position der SEC in dem Fall könnte auch eine grundsätzliche Bedeutung für andere Autobauer haben. Hält die Börsenaufsicht den tödlichen Crash mit eingeschaltetem Fahrassistenz-System für ein meldenswertes Ereignis, dürften auch sie in Zukunft gezwungen sein, solche Unfälle rasch den Aktionären mitzuteilen.

Tesla hatte sich bereits vergangene Woche gegen den Vorwurf gewehrt, nicht rechtzeitig über den Unfall informiert zu haben. Das Unternehmen hatte keine zwei Wochen nach dem Crash Aktien für 1,4 Milliarden Dollar verkauft, um Geld für den Produktionsausbau zu heben. Zu diesem Zeitpunkt war einer breiten Öffentlichkeit der Unfall noch nicht bekannt.

Im Magazin „Fortune“ warf die legendäre amerikanische Finanzjournalistin Carol Loomis die Frage auf, ob Tesla die Investoren darüber hätte in Kenntnis setzen müssen, dass erstmals ein Mensch in einem vom Computer gesteuerten Auto gestorben ist. Tesla konterte in einem Blogeintrag in der Nacht zum Donnerstag, die Untersuchung der Fahrzeugdaten sei erst Ende Mai abgeschlossen worden. Außerdem habe auch das Bekanntwerden des Unfalls den Tesla-Aktienkurs kaum beeinflusst.

Der Crash, bei dem ein vom Assistenz-System „Autopilot“ gesteuerter Tesla unter einen Lastwagen-Anhänger raste, ereignete sich am 7. Mai. Der Aktienverkauf wurde am 18. Mai angekündigt. Da habe Teslas Untersuchung des Unfalls aber gerade erst begonnen, hieß es. Bekannt in der Öffentlichkeit wurde der Todesfall erst mit Ermittlungen der Verkehrsbehörde NHTSA Ende Juni.

In der üblichen langen Auflistung der Risiken für seine Investoren warnt Tesla auch vor der Gefahr von Klagen im Zusammenhang mit seiner Technik. Der Konzern verteidigte sich gegen die Kritik in „Fortune“ auch mit dem Argument, es habe bisher keine Klagen im Zusammenhang mit dem Unfall gegeben.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nachdem ein IT-Experte mit einer Warnung vor dem Datenhunger des neuen Spiels „Pokémon Go“ für Aufsehen sorgte, geben die Entwickler Entwarnung: Die App greife nicht ...

12.07.2016

Der Internationale Währungsfonds drängt Italien, seine maroden Banken so schnell wie möglich zu sanieren.

12.07.2016

Der marktbreite US-Aktienindex S&P 500 ist auf ein Rekordhoch geklettert. Auch der Leitindex Dow Jones Industrial hat es nicht mehr weit zu seiner Bestmarke.

11.07.2016
Anzeige