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US-Geschäft treibt Deutsche Telekom

Bonn US-Geschäft treibt Deutsche Telekom

Die Telekom blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2015 zurück und sieht sich auch 2016 auf Kurs. Doch der Erfolg hängt zunehmend an der Entwicklung in den USA. In der Heimat geht es viel langsamer voran.

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, kommt zur Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Bonn.

Quelle: Marius Becker

Bonn. Das einst wenig geliebte US-Mobilfunkgeschäft hat sich für die Deutsche Telekom zum Glücksgriff entwickelt. Vor allem dank der starken Zuwächse bei der Tochter T-Mobile US konnte Konzernchef Tim Höttges bei der Jahresbilanz einen zweistelligen Anstieg von Umsatz und Gewinn präsentieren.

Laut den Unternehmensplanungen soll es 2016 bei beiden Kennziffern weiter aufwärtsgehen. Allerdings verläuft die Entwicklung in der Heimat deutlich langsamer als auf der anderen Seite des Atlantiks.

Vom Dauerthema eines möglichen Verkaufs der US-Tochter war nun keine Rede mehr. „Wir haben keine Notwendigkeit“, meinte Höttges hierzu. Die Telekom-Dividende soll um ein Zehntel auf 55 Cent wachsen.

Konzernweit stand 2015 dank des brummenden US-Mobilfunkgeschäfts beim Umsatz ein Plus von 10,5 Prozent auf 69,22 Milliarden Euro. Das war das stärkste Wachstum seit mindestens zehn Jahren, wenn Zukäufe nicht einbezogen werden, wie ein Sprecher erklärte. In Deutschland konnte die Telekom auf Jahressicht dagegen nur 0,7 Prozent mehr verzeichnen. Im vierten Quartal gingen hier sowohl die Umsätze im Mobilfunk als auch die Gesamterlöse wieder zurück, obwohl das Unternehmen in den drei Monaten 362 000 Mobilfunkvertragskunden hinzugewinnen konnte.

Stolz verwies Höttges vor allem auf den Kundenzuwachs im Breitbandgeschäft, das im vierten Quartal auch mehr Erlöse abwarf. Er sagte, die Telekom sei auch durchaus an der anstehenden Auktion der Live-Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga interessiert.

In der Europa-Sparte gab der Umsatz um 2 Prozent nach, das betriebliche Ergebnis ging um mehr als 3 Prozent zurück und war vor allem zum Jahresende schwach. Hierfür sei das Geschäft in den Niederlanden verantwortlich, hieß es. Dort ist die Telekom nur im Mobilfunk vertreten und hat im harten Konkurrenzkampf keinen Partner, um Bündelprodukte mit Festnetz, Internet und TV anzubieten.

Daher steht für das Management weiter ein Fragezeichen hinter T-Mobile in den Niederlanden. Bevor an einen Verkauf gedacht wird, solle die Sparte aber erst richtig fit gemacht werden, hieß es.

Die guten Gesamtzahlen stammten damit insbesondere aus den USA - wobei auch der schwache Euro in der Umrechnung gehörig half. Ohne Wechselkurse und Zukäufe hätte das Plus dort 3 Prozent betragen. 2015 gewann die Telekom in den USA über 8 Millionen Kunden und steigerte ihre Marktabdeckung auf gut 60 Millionen Kunden, wie Höttges sagte.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 13,3 Prozent auf knapp 20 Milliarden Euro zu. 2016 sollen es auch ohne Rückenwind von Wechselkurs oder Zukäufen gut 21 Milliarden Euro werden. Das wäre ein Plus von 6,5 Prozent. In Deutschland und Europa bleibt das operative Ergebnis wohl stabil.

Auch unter dem Strich stand 2015 ein überraschend hoher, um 11,3 Prozent gestiegener Gewinn von 3,25 Milliarden Euro - obwohl die Telekom unter anderem Sonderbelastungen von fast einer Milliarde Euro verkraften musste. Allein T-Mobile US - lange eher eine Kandidatin für rote Zahlen - hatte ihren Gewinn 2015 nahezu verdreifacht.

dpa

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