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US-Wirtschaft verliert zum Jahresende 2016 an Tempo

Handelsdefizit kostet Wachstum US-Wirtschaft verliert zum Jahresende 2016 an Tempo

Donald Trump will der heimischen Wirtschaft zu mehr Wachstum verhelfen - auch durch Abschottung nach außen und Bevorzugung amerikanischer Firmen. Kurz vor seiner Amtsübernahme war die Entwicklung nicht ganz so gut wie erwartet.

Container im Hafen von Baltimore: Nach europäischen Standards betrug das US-Wachstum im Schlussquartal zwischen 0,4 und 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Quelle: Patrick Semansky

Washington. Die US-Wirtschaft ist zum Jahresende 2016 deutlich schwächer gewachsen. Im vierten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um eine auf das Jahr hochgerechnete Rate von 1,9 Prozent, wie das Handelsministerium in einer ersten Schätzung mitteilte.

Analysten hatten im Mittel eine Rate von 2,2 Prozent erwartet, nachdem die weltgrößte Volkswirtschaft im dritten Quartal auf dieser Berechnungsbasis noch um 3,5 Prozent gewachsen war.

Nicht nur Ende 2016 hat die US-Wirtschaft abgebremst. Der Statistik zufolge wuchs das BIP im vergangenen Gesamtjahr um 1,6 Prozent. Das ist ein deutlich geringeres Tempo als im Vorjahr. 2015 hatte die Wirtschaftsleistung der USA um 2,6 Prozent zugelegt.

Im Schlussquartal wurde das Wachstum erheblich durch den Außenhandel gebremst. Allein das höhere Handelsdefizit mit dem Ausland kostete das Land 1,7 Prozentpunkte Wachstum. Dieses Ergebnis dürfte den neuen Präsidenten Donald Trump in seiner kritischen Haltung zum Freihandel bestärken. Neben dem Außenhandel belastete der Konsum der privaten Haushalte die Entwicklung, weil der Verbrauch schwächer wuchs. Wurde im dritten Quartal noch ein Konsumwachstum von 3,0 Prozent erreicht, betrug es im vierten Quartal 2,5 Prozent.

Gestützt wurde das Gesamtwachstum dagegen durch die Staatsausgaben, die der neue Präsident weiter erhöhen will. Insbesondere die Ausgaben für Infrastruktur-Projekte sollen deutlich steigen. Die Investitionen und die Lagerbestände der Unternehmen trugen ebenso zum Wachstum bei wie die Bauausgaben.

Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf eine solche sogenannte Annualisierung verzichtet. Die Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar. Nach europäischen Standards betrug das US-Wachstum im Schlussquartal zwischen 0,4 und 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

dpa

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