Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Uber-Fahrer streitet mit Uber-Chef
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Uber-Fahrer streitet mit Uber-Chef
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:12 01.03.2017
Nach dem Vorfall entschuldigte sich Kalanick wortreich in einer E-Mail an die Mitarbeiter für sein Verhalten. Quelle: Britta Pedersen
New York

Travis Kalanick, Chef des Uber-Konzerns, ist nach einem Streit mit einem Uber-Fahrer massiv unter Druck geraten. „Ich habe 97 000 Dollar verloren wegen dir. Ich bin pleite wegen dir“, hatte der Fahrer Kalanick angegiftet.

Der Uber-Boss reagierte zunächst wenig diplomatisch auf den in einem Video festgehaltenen Zoff: „Schwachsinn! Einige Leute wollen einfach keine Verantwortung übernehmen für ihren Mist. Sie beschuldigen für alles in ihrem Leben jemand anderen“,

Später entschuldigte sich Kalanick wortreich in einer E-Mail an die Mitarbeiter für sein Verhalten. Er sei beschämt, wie wenig respektvoll er den Fahrer behandelt habe. „Es ist klar, dass dieses Video eine Reflexion meiner selbst ist - und die Kritik, die wir erhielten, erinnert mich stark daran, dass ich mich fundamental ändern muss als Führungskraft und wachsen muss“, schrieb Kalanick. „Es ist das erste Mal, dass ich eingestehe, ich brauche Hilfe bei der Führung.“

Die Szene - in einem am Dienstag vom Finanzdienst Bloomberg veröffentlichten Video eingefangen - befeuert die aktuellen Diskussionen um die aggressive Unternehmenskultur beim umstrittenen Fahrdienstvermittler Uber weiter. Bei dem Konflikt, der sich nach einer Fahrt von Kalanick und zwei Begleiterinnen im Auto zugetragen hat, ging es um den bei Fahrern verbreiteten Vorwurf, Uber trage den Preiskampf mit Rivalen wie Lyft auf ihrem Rücken aus.

Das bestreitete Kalanick zwar, zumindest was den teureren Premium-Service UberBlack angeht, den er selbst nutzt. Der Fahrer ließ sich aber nicht besänftigen, was zu dem verbalen Schlagabtausch führte. Als Kalanick endlich den Wagen verließ, rief er dem Fahrer noch wild gestikulierend zu: „Viel Glück, aber ich weiß, dass du nicht weit kommen wirst“. Später bewertete der Fahrer den Chef dann auch noch mit einem Stern in der Uber-App - dem schlechtesten Rating.

Das Video, das laut Bloomberg den „jähzornigen“ Charakter Kalanicks zeigt, folgt auf eine Reihe negativer Schlagzeilen. Eine Ex-Mitarbeiterin behauptete im Februar, Uber habe Belästigungen durch einen Vorgesetzten nicht geahndet, da es sich um einen „High Performer“ handele. Kalanick bezeichnete das als „abscheulich“ und versprach Aufklärung. Am Montag trat ein Manager wegen Beschwerden über sexuelle Belästigungen an seinem vorherigen Arbeitsplatz bei der Google-Mutter Alphabet zurück.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach den jüngsten Widerständen aus London glaubt auch die Deutsche Börse kaum noch an einen Erfolg ihres geplanten Zusammenschlusses mit der LSE.

01.03.2017

Berühmte Frauen in der Geschichte der Nasa kommen als Lego-Figuren auf den Markt.

01.03.2017

Schuhe, Möbel, Unterhaltungselektronik - es gibt fast nichts, was sich nicht im Internet bestellen lässt. Doch der Konsum im Netz hat auch Schattenseiten: Nicht immer stimmt es mit der Zahlungsmoral der Kunden und auch Kriminelle wittern ihre Chancen.

01.03.2017