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Vatikanbank-Skandal: Top-Manager treten zurück

Banken Vatikanbank-Skandal: Top-Manager treten zurück

Rom (dpa) - Die neue millionenschwere Korruptionsaffäre um die skandalträchtige Vatikanbank hat zu ersten personellen Konsequenzen geführt. Am Montagabend erklärten Generaldirektor Paolo Cipriani und sein Vize Massimo Tulli ihren Rücktritt.

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Die skandalgeplagte Vatikanbank kommt nicht aus den Schlagzeilen. Foto: Daniel Karmann

Sie hätten nach vielen Jahren Arbeit für das Geldhaus entschieden, dass dieser Schritt das Beste für die Interessen der Bank und des Vatikans sei, teilte der Kirchenstaat mit. Ihre Aufgaben übernimmt nun übergangsweise der deutsche Präsident Ernst von Freyberg.

Nach italienischen Medienberichten soll der Rücktritt in Zusammenhang mit der Festnahme des hochrangigen Vatikan-Geistlichen Nunzio Scarano am vergangenen Freitag stehen. Scarano werden Korruption, Betrug und Verleumdung vorgeworfen. Medien berichteten am Dienstag, Cipriani und Tulli hätten von Scaranos Geschäften gewusst und ihm den Transfer von hohen Geldsummen über seine Vatikanbank-Konten ermöglicht. Dem Geistlichen wird vorgeworfen, einem früheren Geheimdienstmitarbeiter 400 000 Euro gezahlt zu haben, damit dieser 20 Millionen Euro Bargeld illegal von der Schweiz nach Italien bringt.

Cipriani stand bereits früher im Visier der Ermittler, die seit Jahren wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen die Vatikanbank ermitteln. 2010 wurden wegen des Verdachts auf Geldwäsche 23 Millionen Euro auf einem Konto der Bank beschlagnahmt, Cipriani und der damalige Chef des Geldhauses, Ettore Gotti Tedeschi, gerieten ins Visier der Ermittler. Cipriani arbeitete seit 2007 für das Geldhaus.

Das Istituto per le Opere di Religione IOR (Institut für die religiösen Werke), so der Name der Vatikanbank, ist oft mit Skandalen in Verbindung gebracht worden und stand lange wegen wenig transparenter Geschäfte in der Kritik. Papst Franziskus hatte nach seinem Amtsantritt im März mehrfach angekündigt, das Institut reformieren zu wollen. Auch von Freyberg hatte nach seinem Amtsantritt betont, konsequent gegen Geldwäsche und Korruption im Umfeld der Bank vorgehen zu wollen.

Italienische Medien spekulierten am Dienstag, der Schritt Ciprianis und Tullis könnte möglicherweise ein Teil des Reformprozesses und nicht ganz freiwillig erfolgt sein. „Bevor neue Blitzaktionen der Staatsanwaltschaft Rom den Vatikan treffen, hat Franziskus die Spitzen des IOR abgesägt“, schrieb die Tageszeitung „La Repubblica“.

Kardinal Angelo Bagnasco sagte, die Rücktritte seien seiner Meinung nach ein Teil der Reformpläne von Franziskus. „Der Heilige Vater hat mehrmals gesagt, dass er eine Überprüfung und Reform des IOR plant“, sagte er der Nachrichtenagentur Ansa zufolge. Der Rücktritt füge sich nun in diese Intention des Papstes.

Der am Freitag festgenommene Scarano saß am Dienstag weiter in Untersuchungshaft. Eine Richterin soll darüber entscheiden, ob sie seinem Antrag auf Entlassung aus der Haft und Hausarrest stattgibt. Scarano hatte in seiner Vernehmung am Montag zugegeben, den Geheimdienstler mit dem Millionen-Transport beauftragt zu haben - allerdings habe es sich dabei nur um einen Freundschaftsdienst gehandelt, aus dem er keinen persönlichen Vorteil gezogen habe.

dpa

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