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Verdi droht Karstadt mit härterer Gangart

Essen Verdi droht Karstadt mit härterer Gangart

Im festgefahrenen Tarifkonflikt beim 20 000 Mitarbeiter zählenden Warenhauskonzern Karstadt droht die Gewerkschaft Verdi mit einer härteren Gangart.„Wenn es in Tarifverhandlungen keine Einigung gibt, steht am Ende der Arbeitskampf.

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Säbelrasseln bei Karstadt: Die Gewerkschaft Verdi droht mit einem harten Arbeitskampf. Foto: Julian Stratenschulte

Essen. . Auch bei Karstadt werden wir darüber beraten, ob wir den Druck erhöhen müssen“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger im Interview mit „Focus Online“. Mit Warnstreiks hätten Karstadt-Beschäftigte gezeigt, dass sie bereit seien, für ihren Tarifvertrag zu kämpfen.

Karstadt will mit einer zweijährigen „Tarifpause“ drohende Mehrbelastungen in Millionenhöhe abwenden. Der Essener Handelskonzern war innerhalb der regionalen Arbeitgeberverbände in die Verbandsmitgliedschaft ohne Tarifbindung gewechselt. Damit hatte sich im Mai ein großer Arbeitgeber aus der Tarifrunde Einzelhandel 2013 verabschiedet, noch ehe sie richtig begann. Vor eineinhalb Wochen hatte der Gesamtbetriebsrat sowohl Verdi als auch die Karstadt- Geschäftsführung aufgefordert, zügig Verhandlungen aufzunehmen.

Karstadt hatte die „Tarifpause“ mit der laufenden Sanierung begründet. Eigentümer Nicolas Berggruen räumte vor wenigen Wochen ein, die Probleme bei der Übernahme 2010 unterschätzt zu haben. Wie versprochen seien die Gehälter wieder auf das Niveau von vor der Pleite angehoben worden. Weitere Erhöhungen seien aber für zwei Jahre unmöglich. Er stehe bereit, frisches Geld einzubringen, wenn es helfen würde. Aber entscheidend sei der Wandel im Unternehmen selbst.

Nutzenberger verlangte erneut von Berggruen, die schwierige Sanierung der Warenhauskette mit Investitionen zu beschleunigen. „In eine Reihe von Häusern wurde bereits investiert. In vielen gibt es aber immer noch einen Investitionsstau“, kritisierte Nutzenberger, die auch im Karstadt-Aufsichtsrat sitzt. „Die Beschäftigen haben, zum Beispiel über Lohnverzicht, bereits 650 Millionen Euro in den vergangenen acht Jahren beigesteuert. Jetzt ist der Eigentümer am Zug.“

Interview auf «Focus Online»

dpa

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