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Verluste mit Kraftwerken: RWE streicht jede zehnte Stelle

Essen Verluste mit Kraftwerken: RWE streicht jede zehnte Stelle

Der Energieriese RWE startet angesichts stark schrumpfender Gewinne ein neues Sparprogramm und will jede zehnte Stelle streichen.

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Viele RWE-Kraftwerke schreiben rote Zahlen. Jetzt verschärft der Konzern den Personalabbau noch einmal. Tausende Mitarbeiter müssen um ihre Jobs bangen. Foto: Fredrik von Erichsen

Essen. Der Energieriese RWE startet angesichts stark schrumpfender Gewinne ein neues Sparprogramm und will jede zehnte Stelle streichen. Konzernweit sollen bis 2016 weitere 6750 Stellen wegfallen, verlagert oder durch Verkauf abgegeben werden, davon allein 4750 in Deutschland.

Das kündigte RWE-Personalchef Uwe Tigges am Donnerstag anlässlich der Quartalsbilanz in einer Telefonkonferenz an. Verhandlungen müsse es auch über die Höhe der Gehälter sowohl der Mitarbeiter als auch der Führungskräfte geben. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE reagierten mit scharfer Kritik.

Von 2011 bis Ende 2013 hat RWE bereits 6200 Stellen abgebaut oder durch Verkauf abgegeben. Der Personalstand beträgt aktuell rund 67 300 Vollzeitstellen (30.9.2013). Er schrumpft damit nach Abschluss des neuen Programms auf um die 61 000. Betriebsbedingte Kündigungen sollten über eine konzerninterne Jobbörse, Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation vermieden werden, hieß es. Eine Verlängerung des tariflichen Kündigungsschutzes, der bis Ende 2014 läuft, lehnt die Unternehmensspitze aber ab.

„Das Unternehmen geht durch ein Tal der Tränen“, sagte RWE-Chef Peter Terium. Das neue Sparprogramm soll ein Volumen von einer Milliarde Euro haben. Der neue Personalabbau verteilt sich im Wesentlichen auf die Kraftwerkssparte (2300 Stellen), die Zentralisierung von Querschnittsfunktionen mit dem Sparprogramm „RWE 2015“ (2400 Stellen) und den geplanten Verkauf der Ölfördertochter Dea (1400 Stellen). Deutlich gespart werden soll auch an der Tochter für erneuerbare Energien RWE Innogy. RWE baut derzeit eine zentrale Serviceeinheit im polnischen Krakau auf, die für den Konzern Rechnungen bearbeiten soll. Dies sei „gut angelaufen“, sagte Terium.

2013 wird das um Sondereffekte bereinigte nachhaltige Nettoergebnis des Versorgers laut der RWE-Mitteilung noch einmal bei 2,4 Milliarden Euro liegen. Das entspricht dem Vorjahreswert. Das Unternehmen profitiert dabei allerdings vom Sondereffekt einer einmaligen Entschädigungszahlung des russischen Gasriesen Gazprom. 2014 rechnet RWE mit einem Absacken des Nettoergebnisses auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro. „Wir werden das Ergebnis des laufenden Jahres auf absehbare Zeit nicht mehr erreichen“, sagte Terium.

Das Unternehmen hatte bereits Ende September eine Halbierung der Dividende und Einschnitte beim Personal in der Kraftwerkssparte angekündigt. RWE leidet wie die gesamte Branche unter dem stark gesunkenen Börsenstrompreis und geringer Auslastung der Gas- und Steinkohlekraftwerke. Das Unternehmen hatte in den ersten drei Quartalen einen Rückgang des Betriebsergebnisses in der konventionellen Erzeugung um fast zwei Drittel hinnehmen müssen. 20 bis 30 Prozent der Kraftwerkskapazität produzierten mit roten Zahlen, hieß es.

„Wir wollen Beschäftigungssicherung bis mindestens Ende 2018“, sagte die Sprecherin des Verdi-Bundesverbandes Martina Sönnichsen angesichts der RWE-Pläne. „Eine Nullrunde für die Beschäftigten gibt es mit uns auf keinen Fall.“ Am 11. Dezember sind Tarifverhandlungen für die RWE-Beschäftigten geplant. Auch die Gewerkschaft IG BCE reagierte mit Kritik: „Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten die Zeche für eine verfehlte Konzernstrategie zu zahlen haben“, sagte das IG BCE-Vorstandsmitglied Peter Hausmann.

dpa

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