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Wirtschaft im Rest der Welt Vitaminpillen für Kinder oft schädlich
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11:53 29.05.2018
Nahrungsergänzungsmittel verkaufen sich gut. Sie werden aber zu wenig kontrolliert, kritisieren Verbraucherschützer. Quelle: dpa
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Hannover

Manche sehen aus wie bunte Bonbons, andere haben sogar Bärchenform oder kommen als quietschgelbes Gel aus der Tube – beim Design der Nahrungsergänzungsmittel für Kinder beweisen Hersteller viel Fantasie. Vitamine, Calcium und Omega-3-Fettsäuren wollen sie schließlich einer Zielgruppe schmackhaft machen, die nicht selten wenig von Äpfeln und Auberginen, Bananen und Brokkoli hält. Glaubt man dem Klischee und der Werbung für diese Mittel, könnte „Pommes ist mein Gemüse“ als Motto dieser Generation durchgehen.

Doch so harmlos und kindgerecht, wie viele dieser Pillen und Pulver, Drops und Dragees daherkommen, seien sie gar nicht, sagen Verbraucherschützer. „Die Produkte sind nicht nur teuer und meist unnötig, sie können sogar schaden“, urteilen die Verbraucherzentralen nach der Untersuchung von 26 frei verkäuflichen Nahrungsergänzungen für Kinder.

Problem Überdosierung

Bei 85 Prozent der Produkte liege mindestens eins der Vitamine oder Mineralstoffe über dem von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Wert für Vier- bis Siebenjährige. Und mehr als die Hälfte der Präparate überschreiten gar die vom Bundesinstitut für Risikobewertung für 15-Jährige vorgeschlagenen Höchstmengen oder liegen an der Grenze.

Mit beschämenden Folgen: Versprechen die Mittel doch in aller Regel, die Gesundheit der Kinder zu fördern, für mehr Konzentration und Aufmerksamkeit zu sorgen, so erreichen diese Überdosierungen das genaue Gegenteil: Kopfschmerzen, Müdigkeit und Übelkeit sind die Folgen. Die Verbraucherschützer raten deshalb, Nahrungsergänzungsmittel für Kinder generell zu meiden. Dann lieber Pommes statt Pillen.

Von Helmuth Klausing/RND

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