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Vorstandsetagen sind mehrheitlich „männliche Monokulturen“

Frankfurt/Main Vorstandsetagen sind mehrheitlich „männliche Monokulturen“

In den Topetagen deutscher Unternehmen sitzen inzwischen mehr Frauen. Allerdings steigt der Zahl der Managerinnen in den Vorständen nur langsam - anders als in den Aufsichtsräten.

Frankfurt/Main. Die Vorstandsetagen börsennotierter Unternehmen in Deutschland sind einer Studie zufolge nach wie vor eine Männerdomäne.

Ende des ersten Halbjahres saßen 43 Frauen in den Topgremien der 160 Firmen aus Dax, MDax, SDax und TecDax. Das waren vier Managerinnen mehr als zu Jahresanfang und acht mehr als Mitte 2015, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young) hervorgeht. Drei von vier Vorstandsgremien der Konzerne sind allerdings nach wie vor ausschließlich mit Männern besetzt.

„Deutsche Vorstandsetagen sind noch immer mehrheitlich männliche Monokulturen“, sagte Ana-Cristina Grohnert, Mitglied der EY-Geschäftsführung. Wenn die Zahl der Topmanagerinnen in dem Tempo steige, werde es bis zum Jahr 2038 dauern, bis ein Drittel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt sei.

Aktuell liegt der Frauenanteil bei 6,4 Prozent - vor einem halben Jahr waren es 5,9 Prozent. Den höchsten Anteil weiblicher Führungskräfte weisen EY zufolge die Dax-Konzerne auf (10,3 Prozent) auf. Die Zahl der weiblichen Vorstandsmitglieder stieg seit Jahresanfang von 18 auf 20. In 16 der 30 Börsenschwergewichte sitzt inzwischen mindestens eine Frau in der Topetage. In SDAX-Firmen gibt es 12 Topmanagerinnen, im MDAX sind es acht und im TecDAX drei.

Deutlich höher ist der Frauenanteil in Aufsichtsräten. Bei den 30 Dax-Konzernen überschritt er nach früheren Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) insgesamt erstmals die 30-Prozent-Marke.

Seit Anfang 2016 müssen 101 börsennotierte, voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen bei Neubesetzungen des Kontrollgremiums sicherstellen, dass mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen besetzt werden. Wird dieser Anteil nicht erreicht, bleiben die Stühle unbesetzt. Die Quote gilt nicht für Vorstände.

Die Frauenquote habe jedoch einen Mechanismus ausgelöst, dem sich langfristig kein Unternehmen entziehen könne, sagte Grohnert. Die Befürchtung, dass es nicht genügend qualifizierte Frauen für die Topetagen gebe, teilt sie nicht: „Was für Aufsichtsräte gilt, das gilt auch für Vorstände: Es gibt genügend Frauen, die das können.“

Am höchsten ist der Frauenanteil der Studie zufolge in den Vorstandsetagen von Banken und Versicherungen (14 Prozent). Im IT-Sektor sind es hingegen ein Prozent; im Energiesektor sei nach wie vor kein einziges Vorstandsmitglied weiblich.

dpa

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