Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Weniger giftige Chemikalien in Kleidung von Handelsketten
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Weniger giftige Chemikalien in Kleidung von Handelsketten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:52 06.06.2017
Ein Kleidungsstück mit dem Schild "Textiles Vertrauen - Geprüft auf Schadstoffe". Quelle: Andreas Gebert
Anzeige
Hamburg

Große deutsche Einzelhandelsketten verkaufen weniger Kleidung, die mithilfe umwelt- oder gesundheitsgefährdender Chemikalien hergestellt wurde.

Das ergab eine Zwischenbilanz der Umweltorganisation Greenpeace, deren Ergebnisse in Hamburg veröffentlicht wurden. Aldi, Lidl, Rewe, Penny, Kaufland und Tchibo machen demnach Fortschritte bei der Produktion giftfreier Kleidung.

Die Unternehmen hatten sich verpflichtet, bis 2020 auf umwelt- und gesundheitsgefährliche Chemikalien zu verzichten. „Die Händler nehmen ihre Versprechen ernst“, heißt es in der Mitteilung.

Erste Chemikalien wurden vollständig aus der Herstellung verbannt und alle Firmen veröffentlichen Analysedaten ihrer Abwässer. Besonders gut schneide Tchibo ab. Das Unternehmen habe eine genaue Verbotsliste und umfangreiche Fallstudien zum Ersatz gefährlicher Chemikalien vorgelegt.

Weniger erfolgreich seien die Händler dabei, ihre Sortimente auf langlebige und wiederverwertbare Mode umzustellen. Kaum ein Unternehmen lege einen klaren Plan vor, wie es künftig Verantwortung für die Herstellung, eine lange Nutzung und späteres Entsorgen der Produkte übernehmen wird. Einzig Tchibo habe eine umfassende und glaubwürdige Strategie entwickelt und sammle erste Erfahrungen mit Pilotprojekten.

Die Firmen würden weder Garantien übernehmen noch Reparaturen anbieten, kritisierte Greenpeace weiter. Auch moderne Konsumformen wie Leihen, Tauschen oder Teilen hätten noch nicht den Weg in die Geschäftsmodelle der Händler genommen. Auch fehlten Maßnahmen, die die bestmögliche Weiterverwendung oder Recycling von Kleidung sicherstellen. „Wegwerfmode war gestern“, sagte Greenpeace-Expertin Alexandra Perschau. „Wir brauchen Mode mit Zukunft.“

Tchibo zeigte sich erfreut über den Zuspruch seitens der Umweltschützer. „Trotz dieser ersten Erfolge liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns“, sagte Nachhaltigkeitsmanager Achim Lohrie. Aldi Süd und Aldi Nord kündigten weitere Besserungen an. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Umwelt-Auswirkungen in der textilen Lieferkette in dem Bereich, den wir beeinflussen können, zu minimieren“, teilten die Unternehmen mit.

Kaufland erlärte, man werde das Sortiment „Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten“. So arbeite der Händler etwa an einem Textilrücknahmesystem in den Filialen, um eine verantwortungsvollere Herstellung und Verwertung von Textilien zu erreichen.

Lidl teilte mit, das Unternehmen wolle die Eigenmarken-Textilprodukte im Hinblick auf ihre Langlebigkeit und Qualität so gestalten, dass eine Wiederverwendung und -verwertung möglich sei, der Rohstoffverbrauch gesenkt und Abfallmengen reduziert würden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für Griechenland wird die Zeit knapp - wieder einmal: Athen braucht bald neue Kredite aus dem laufenden Hilfspaket, um im Juli fällige Rückzahlungen zu leisten. Knackpunkt ist, ob der Internationale Währungsfonds wie früher auch diesmal wieder an Bord kommt.

06.06.2017

Der Konflikt zwischen Katar und seinen arabischen Nachbarstaaten könnte auch deutsche Firmen treffen.

06.06.2017

Der Bau eines der weltweitgrößten Kohlebergwerke ist äußerst umstritten, bringt der strukturschwachen Region im australischen Queensland aber Arbeitsplätze. Umweltschützer fürchten negative Folgen für das weltberühmte Great Barrier Reef.

06.06.2017
Anzeige