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Yahoo-Übernahme durch Verizon verzögert sich

Angeschlagener Netz-Pionier Yahoo-Übernahme durch Verizon verzögert sich

Für das kriselnde Online-Urgestein Yahoo reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Der Verkauf an Verizon ist noch immer nicht in trockenen Tüchern, zudem ermittelt nun offenbar die Börsenaufsicht wegen der Cyberattacken. Und geschäftlich läuft es auch nicht rund.

Die Übernahme von Yahoo durch Verizon verzögert sich.

Quelle: John G. Mabanglo / Justin Lane

Sunnyvale. Die Übernahme des angeschlagenen Internet-Pioniers Yahoo durch den US-Telekom-Riesen Verizon zieht sich länger als erwartet hin. Man arbeite noch immer am Abschluss des im Juli 2016 vereinbarten 4,8 Milliarden Dollar schweren Deals, teilte Yahoo am Montag nach US-Börsenschluss mit.

Der Verkauf des Webgeschäfts werde sich vom ersten bis ins zweite Quartal 2017 verschieben. Durch das Bekanntwerden eines riesigen Hackerangriffs, bei dem im Jahr 2014 Daten von mindestens einer halben Milliarde Nutzer gestohlen wurden, waren die Übernahmebedingungen auf den Prüfstand geraten.

Geschäftlich läuft es für Yahoo schon länger durchwachsen. Im vierten Quartal gingen die um Abgaben an Partner-Websites bereinigten Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um vier Prozent auf 960 Millionen Dollar zurück. Unter dem Strich schaffte das Unternehmen einen Gewinn von 162 Millionen Dollar (151 Mio Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte eine 4,46 Milliarden Dollar schwere Abschreibung auf verschiedene Geschäftsanteile zu einem riesigen Verlust geführt. Die Quartalszahlen übertrafen die Prognosen der Analysten. Die Aktie hielt sich nachbörslich leicht im Plus.

Die US-Börsenaufsicht SEC geht nach einem Zeitungsbericht der Frage nach, ob Yahoo zu spät über die Cyber-Attacken auf den Internet-Konzern informiert hat. Die Behörde habe bereits im Dezember entsprechende Dokumente bei Yahoo angefordert, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf unterrichtete Personen. Neben dem Hackerangriff von 2014 war im Dezember auch noch ein weiterer großer Datenklau bekanntgeworden, der sich bereits 2013 ereignet haben und von dem sogar eine Milliarde Nutzer betroffen sein sollen.

Nach SEC-Vorgaben müssen Unternehmen Hackerangriffe melden, sobald davon ausgegangen werden kann, dass diese Auswirkungen auf Investoren haben können. Yahoo hatte noch Anfang September in einer Pflichtmitteilung zum Verizon-Deal geschrieben, dem Unternehmen sei kein relevanter Diebstahl von Kundendaten bekannt. Besonders brisant: Erste Berichte über gestohlene Yahoo-Daten waren bereits im Juli aufgetaucht. Laut „Wall Street Journal“ sind die Untersuchungen der Börsenaufsicht aber noch in einem frühen Stadium. Es sei noch unklar, ob es ein förmliches Verfahren geben werde.

dpa

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