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Zurückhaltung vor US-Zinsentscheid bremst deutschen Aktienmarkt

Frankfurt/Main Zurückhaltung vor US-Zinsentscheid bremst deutschen Aktienmarkt

Am Mittwoch steht der Zinsentscheid der US-Notenbank an. Dass sie die Zinsen weiter erhöht und damit das enorm billige Geld etwas teurer macht, damit rechnen die wenigsten Beobachter. Die Anleger sind dennoch vorsichtig.

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Quelle: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main. Die Zurückhaltung der Anleger vor dem Leitzinsentscheid der US-Notenbank Fed hat den deutschen Aktienmarkt belastet.

„Vor der Fed am Mittwoch traut sich kaum ein Marktteilnehmer richtig aus der Deckung“, kommentierte Experte Jens Klatt vom Analysehaus DailyFX die Kursverluste.

Nach der jüngsten Erholungsrally mit vier Gewinnwochen in Folge schloss der Dax 0,56 Prozent tiefer bei 9933,85 Punkten. Am Montag hatte der deutsche Leitindex erstmals seit gut zwei Monaten zwischenzeitlich wieder die viel beachtete 10 000-Punkte-Marke überwunden. Hintergrund war die geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Der MDax der mittelgroßen Werte sank um 0,67 Prozent auf 19 919,75 Zähler und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,83 Prozent auf 1631,16 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,80 Prozent auf 3067,21 Punkte. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ebenfalls nach unten. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Börsenschluss knapp im Minus.

Nun richtet sich der Blick auf die US-Währungshüter. Die meisten Experten rechnen allerdings nicht damit, dass die Währungshüter am Mittwochabend die Zinsen weiter anheben. Börsianer verwiesen auch auf die fallenden Ölpreise, die die Unsicherheit weiter verstärkten. Außerdem würden die Investoren wegen des zuletzt rasanten Kursanstiegs an den Aktienmärkten vorsichtig, schrieb IG-Marktstratege Chris Weston.

Bankentitel gehörten wegen der Unsicherheit der Investoren europaweit zu den größeren Verlierern. Deutsche Bank büßten 2,59 Prozent ein und Commerzbank verloren 1,61 Prozent. Im MDax rutschten die Papiere des Immobilienfinanzierers Aareal um 1,78 Prozent ab und die Titel der Deutschen Pfandbriefbank büßten 1,75 Prozent ein.

Die Aktien des Versorgers RWE waren mit einem Abschlag von 3,12 Prozent Schlusslicht im Dax. Am Vortag hatten sie noch deutlich zugelegt. Bei Konkurrent Eon stand ein Minus von 2,08 Prozent zu Buche. Aktuell verhandelt das Bundesverfassungsgericht über eine Verfassungsbeschwerde der beiden deutschen Energiekonzerne sowie des schwedischen Konkurrenten Vattenfall gegen die Rechtmäßigkeit des deutschen Atomausstiegs. Es geht um Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Auch die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) landeten mit einem Abschlag von 2,25 Prozent auf einem der hinteren Indexplätze. Der Autobauer steht einmal mehr wegen des Abgasskandals im Mittelpunkt: Institutionelle Großanleger haben die Wolfsburger auf Schadensatz in Höhe von 3,255 Milliarden Euro für erlittene Kursverluste verklagt. Gute Jahreszahlen der Leasing- und Finanzierungssparte halfen dem Aktienkurs nicht.

Freude bereitete seinen Anlegern der Autovermieter Sixt. Er kündigte nach einem Rekordjahr eine Rekorddividende und einen Aktienrückkauf an. Die im SDax notierten Sixt-Stammaktien gewannen 3,35 Prozent, während die Titel der Leasingtochter Sixt Leasing um 2,88 Prozent vorrückten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,14 Prozent auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,21 Prozent auf 141,40 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,11 Prozent auf 161,15 Punkte. Der Euro notierte wenig bewegt bei 1,1096 US-Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,1109 (Montag: 1,1119) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9002 (0,8994) Euro.

dpa

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