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Wissen Nervig, aber nützlich: Wissenswertes über die Wespe
Nachrichten Wissen Nervig, aber nützlich: Wissenswertes über die Wespe
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16:00 11.04.2019
Die Deutsche Wespe: Mit ihrem Interesse an Süßspeisen und Getränken des Menschen macht sie sich oft unbeliebt. Quelle: Pixabay
Hannover

Bei keinem Insekt scheiden sich die Geister so sehr wie bei der Wespe: Einerseits ist sie nützlich für die Natur, andererseits fürchten sich viele vor ihrem Stich und werden schon beim Anblick nervös. Was die Wespe – außer der Fähigkeit zuzustechen – ausmacht, wieso sie unter Naturschutz steht und wie man bei einem Wespennest im Garten handeln sollte? Wir haben für Sie alle Fakten rund um das umstrittene Insekt zusammengestellt.

Die Wespe: Klein, aber oho!

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 33 km/h fliegt die Wespe an uns vorbei: Kein Wunder, dass viele gar nicht bemerken, dass es in Deutschland elf verschiedene Arten gibt. Dazu zählen zum Beispiel Hornissen, Feldwespen oder Honigwespen. Als lästig gelten lediglich die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, da sie sich für Süßspeisen und Getränke des Menschen interessieren. Sie leben im Durchschnitt 22 Tage lang – schlafen dafür allerdings nur rund zwei Stunden täglich und zwar in Schichten. So können Wespen sich rund um die Uhr um die Larven kümmern und die Eingänge bewachen.

Deswegen stehen Wespen unter Naturschutz

Alle Wespenarten in Deutschland und Mitteleuropa stehen wegen ihrer wichtigen biologischen Funktion laut Bundesnaturschutzgesetz unter Naturschutz: Die Jungtiere jagen Schadinsekten wie Mücken, Fliegen oder Spinnen und gelten als wichtige Bestäuber, wobei sie andere Blütentypen bestäuben als Bienen.

Regeln im Umgang mit Wespen

Wegen des Naturschutzes sind folgende Regeln für den Umgang mit Wespen festgelegt:

Wespen dürfen nicht mit Absicht gestört, verletzt oder umgebracht werden.

• Auch Nester dürfen nicht beschädigt oder ohne Erlaubnis umgesiedelt werden. Die einzige Ausnahme: Im Winter dürfen Nester vom eigenen Grundstück entfernt werden, weil Wespen im Herbst das Nest verlassen und im Folgejahr ein neues bauen.

• Für eine Umsiedlung muss ein triftiger Grund vorliegen, etwa kleine Kinder, Allergiker oder Haustiere in direkter Nähe zum Wespennest.

• Die Feuerwehr darf zur Nestumsiedlung nur in absoluten Notfällen kontaktiert werden – denn zuständig sind Fachkräfte der Naturschutzbehörde, Imker oder zugelassene Schädlingsbekämpfungsunternehmen.

Bußgelder bei Verstoß gegen den Schutz

Bei einem Verstoß gegen die genannten Punkte drohen hohe Bußgelder. Das gilt jedoch nicht, wenn eine Wespe versehentlich getötet wird – beispielsweise, wenn man sich durch einen Stich erschreckt. Bei einer mutwilligen Handlung sieht der Deutsche Tierschutz-Bußgeldkatalog – je nach Bundesland und Vergehen – eine Strafe in Höhe von 5.000 bis zu 50.000 Euro vor. Tötet oder verletzt man eine Hornisse oder ihr Nest, ist ebenfalls mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro zu rechnen. Außerdem kann es bei einem Vergehen gegen ganze Hornissenvölker, speziell deren Königin, zu einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren kommen.

Ein Wespennest erkennen

Ein Nest ist aufgrund seiner Bauart und Form recht einfach zu erkennen – sofern es zu sehen und nicht versteckt ist, beispielsweise im Rollladenkasten oder einem Mauerhohlraum. In der Regel ist es rundlich und erinnert in seiner Textur an Altpapier. Entdeckt man ein Wespennest im eigenen Garten, sollte auf keinen Fall kurzerhand selbst gehandelt werden: Zum einen, weil man sich strafbar machen würde und zum anderen, weil der Laie weder Wirkstoff noch Haltbarkeit von bestimmten Insektiziden kennt.

Auch interessant: Auch Ersatz-Insektizide schaden Bienen erheblich

Beim Umsiedeln oder Entfernen helfen Experten

Nur der Experte weiß, welcher Inhaltsstoff wie hoch dosiert und angewendet werden sollte. Zudem verfügen Fachleute über die geeignete Schutzausrüstung und weiteres Equipment. In einigen Fällen muss das Nest nicht einmal abgetötet werden – es reicht eine Umsiedlung. Viele setzen auf das Prinzip der „Fairen Wespe“: Passt sich der Mensch ein wenig an die Gewohnheiten der Wespen an, ist es manchmal sogar möglich, gemeinsam den Sommer zu verbringen.

Lesen Sie auch:
Bienenfreundliche Gärten: Das schmeckt den Bienen

Wespen vertreiben ohne sie zu töten

Bei einer dauerhaften Vertreibung von Wespen ist Prävention das A und O: Entdeckt man beispielsweise ein Nest im Garten, sollte man alle Nahrungsquellen wie zum Beispiel zuckerhaltige Lebensmittel entfernen. Das gilt auch für Fallobst. Die Restmüll- und Biotonne sollte dann bereits ab dem Frühjahr gründlich verschlossen werden.

Auch die Wohnung kann weitestgehend wespensicher gestaltet werden – etwa durch Fliegengitter in den Fenstern. Findet doch eine Wespe den Weg in die Wohnung, kann man das Tier einfangen und draußen wieder aussetzen.

Was provoziert Wespen?

Kommt man Wespennestern zu Nahe oder fuchtelt wild mit den Armen herum, stechen die Tiere zu, weil sie sich bedroht fühlen. Das gilt auch für das Anpusten von Wespen – denn das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal. Im Allgemeinen reagieren die Tiere stark auf Gerüche: Angstschweiß, bestimmte Parfüms oder Cremes wirken anziehend.

Lesen Sie auch: Wie gefährlich sind Wespenstiche wirklich?

Von RND / jo

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