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Wissen Pendeln: Fahrradfahren ist das neue Fitnesstraining
Nachrichten Wissen Pendeln: Fahrradfahren ist das neue Fitnesstraining
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09:40 21.03.2019
Wer mit dem Fahrrad im Alltag viele Wege zurücklegt, der spart sich das Fitnessstudio. Quelle: dpa-tmn
Braunschweig

Fast zwei Drittel der Deutschen sagen, dass ihnen die Zeit fürs Fitnesstraining fehlt. Gleichzeitig ist Fahrradfahren die beliebteste Sportart. Was liegt also näher, als das Training mit dem Weg zur Arbeit zu verbinden? Forscher in den USA haben nachgewiesen, dass das Fahrrad im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln beim Pendeln am glücklichsten macht. Die stimmungsaufhellende Wirkung ist nur einer von vielen Gründen, die für das Radeln sprechen. Das Training unterstützt zudem die Abwehrkräfte und baut Stresshormone ab – was nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht schaden kann.

Regelmäßiges Fahrradfahren ist gut für die Gesundheit

Wer regelmäßig Fahrrad fährt, stabilisiert den Blutdruck, senkt das Cholesterin, reguliert den Blutzuckerspiegel und stärkt die Knochen. Dazu kommt der Kalorienverbrauch: Eine 65 Kilo schwere Frau verbrennt pro halber Stunde lockerem Radeln fast 150 Kalorien – und hat damit die Kalorien einer Kugel Schokoladeneis wegtrainiert. Für sportliche Einsteiger und alle, die ein paar Kilo zu viel wiegen, ist Radfahren ohnehin besser als Joggen. Man kommt längst nicht so schnell aus der Puste und schont die Gelenke. Neben den vielen gesundheitlichen Vorteilen ist Fahrradfahren auch noch preiswert und umweltschonend. Was will man mehr? Mit diesen Tipps wird Pendeln zum Fitnesstraining.

Für die Gesundheit mindestens dreimal pro Woche 30 Minuten täglich radeln – also 15 Minuten pro Strecke, das sind knapp vier Kilometer.

Wer zusätzlich Übungen mit dem eigenen Körpergewicht macht, verhindert einseitiges Training und sorgt dafür, dass die Kraft auch für ein Rennen oder einen Fahrradurlaub reicht. Dafür mindestens zweimal pro Woche zehn Minuten lang klassische Kräftigungsübungen machen: Liege- und Unterarmstütz, Kniebeuge, Ausfallschritt, Superman (in Bauchlage Arme und Beine vom Boden heben).

Wer außerdem die Kondition verbessern oder abnehmen will, muss etwas mehr tun. Patrick Wahl, Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln, rät, mit unterschiedlicher Intensität zu trainieren und Intervalltraining einzubauen. Das sei effektiv und zeitsparend. „Tasten Sie sich ran. Am Anfang reicht eine Intervalleinheit pro Woche“, sagt Wahl. So geht’s: Fünf bis zehn Minuten locker warmfahren, dann im Wechsel 40 Sekunden intensiv und 20 Sekunden entspannt treten. Diese kurzen Intervalle zehnmal wiederholen. Dann locker ausfahren.

Sie sind Einsteiger oder können sich mit Intervalltraining nicht anfreunden? Dann verlängern Sie stattdessen den Rückweg. Peilen Sie mindestens zweieinhalb Stunden Fahrzeit pro Woche an. Fahren Sie so schnell, dass Sie dabei aus der Puste kommen – wenn es die Strecke erlaubt.

Bringen Sie Abwechslung ins Training. „Freizeitsportler fahren meist in sehr hohen Gängen und treten eher langsam“, weiß Sportwissenschaftler Wahl. Das belaste die Gelenke und man halte nicht so lange durch. Besser sei: Öfter zurückschalten und schneller treten.

ADFC: Nur jeden zehnten Tag ist das Wetter schlecht

Viele Berufstätige fahren nach wie vor mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Ihre häufigsten Gründe gegen das Fahrrad-Pendeln: zu weit, zu unbequem, zu gefährlich. Alles nur Ausreden?

Zu weit: Jeder zweite Berufstätige fährt maximal zehn Kilometer zur Arbeit. Eine Entfernung, die sich gut bewältigen lässt. Bei einem durchschnittlichen Tempo von 15 Kilometern pro Stunde im Stadtverkehr schafft man zehn Kilometer in 40 Minuten. Bei weniger als fünf Kilometern ist das Fahrrad sogar schneller als jedes andere Verkehrsmittel. Für weitere Strecken kann man Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel kombinieren. Oder man steigt aufs E-Bike.

Zu gefährlich: Im dichten Berufsverkehr in der Stadt Fahrrad zu fahren kommt oftmals einer Mutprobe gleich. „Der direkte Weg ist nicht unbedingt der beste“, sagt deshalb auch Stephanie Krone vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Sie empfiehlt, eine Strecke auszuwählen, die Spaß macht. Lieber sollte man einen Umweg in Kauf zu nehmen, als an den Hauptverkehrsstraßen langzufahren. Fahrrad-Apps und Routenplaner wie Naviki, Komoot und Bike Citizens helfen dabei.

Zu unbequem: Bei Regenwetter tropfnass im Büro ankommen oder sich die neue Hose an öligen Fahrradketten vollschmieren – keine verlockende Vorstellung. Außerdem: Nicht zu jedem Kundentermin kann man in Funktionsjacke auflaufen. Was also tun? Beim ADFC weiß man, dass das Wetter im Durchschnitt nur jeden zehnten Tag wirklich schlecht ist. Bleiben also neun Tage fürs Fahrradfahren übrig. Und da können wir uns ruhig schick machen. Denn: Zur urbanen Fahrradkultur gehört die passende Mode. Mittlerweile gibt es wetterfeste und gleichzeitig businesstaugliche Jacken und Kurzmäntel sowie Shirts aus natürlichen Funktionsfasern wie Tencel, die elegant aussehen und trotzdem die Feuchtigkeit nach außen transportieren oder auch für Kundenbesuche geeignete Rucksäcke oder Fahrradtaschen mit Laptop-Fach. Tipp: Hosen und lange Röcke bleiben am Saum sauber, wenn man mit Riemenantrieb statt öliger Fahrradkette fährt.

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Von RND / Monika Herbst

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