Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wissen Suche nach Gründen für Riss in Raumkapsel an ISS
Nachrichten Wissen Suche nach Gründen für Riss in Raumkapsel an ISS
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:54 31.08.2018
Das von der ESA veröffentlichte Foto zeigt die Sojus-Raumkapsel, die an der ISS angedockt ist und die Raumfahrer wieder auf die Erde bringen soll. Quelle: Esa/nasa/alexander Gerst
Moskau

Nach Abdichten des Risses in einer Sojus-Raumkapsel forschen Experten nach der Ursache des Lecks. Die an die Internationale Raumstation ISS angedockte Kapsel sei vermutlich von einem Mikrometeoriten getroffen worden, sagte ein Vertreter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos.

Aber auch andere Möglichkeiten sollten untersucht werden. Materialprobleme könnten nicht ausgeschlossen werden. An Bord der ISS ist auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst.

In der Nacht auf Donnerstag war in der russischen Kapsel ein rund zwei Millimeter großer Riss entstanden. Er hatte einen Druckabfall in der Raumstation ausgelöst, die in rund 400 Kilometern Höhe die Erde umrundet. Der Vorfall sei für die Besatzung ungefährlich gewesen, betonte Roskomsos. Die Raumfahrer hatten das Leck mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch abgedichtet. „Der Luftdruck ist normal, es wurden auch keine weiteren Risse gefunden“, hieß es.

Der deutsche Raumfahrtexperte Ulrich Walter zweifelte daran, dass ein Meteorit den Schaden an der Kapsel verursacht hat. „Vielleicht hat es einen Produktionsfehler gegeben und die Russen haben nicht richtig gearbeitet“, sagte er „Spiegel Online“. Risse oder Löcher könnten auch durch mechanische Beanspruchung im All entstehen.

Seiner Ansicht nach reicht die bisherige Abdichtung nicht aus, um den Riss dauerhaft zu schließen. „Ein Lappen ist ja nicht ganz luftdicht. Der hält zwar den großen Luftstrom ab, aber ein bisschen lecken wird er trotzdem“, sagte Walter. Weitere Reparaturarbeiten seien deshalb dringend notwendig.

Roskosmos betonte jedoch, das Leck sei vollständig abgedichtet. Die Besatzung habe überprüft, ob Luft austrete oder weitere Risse in der Raumkapsel entstanden seien. Dies könne eindeutig ausgeschlossen werden, erklärte die Behörde. Ein Außeneinsatz sei nicht erforderlich. Neue Abdeckungen würden aber geprüft.

Der normale ISS-Betrieb sollte bereits am Freitag wieder aufgenommen werden. Die Sojus-Kapsel, die an der ISS angedockt ist und die Raumfahrer wieder zur Erde bringen soll, könne ohne Probleme weiter verwendet werden, erklärte Roskosmos.

„Gestern hat sich wieder gezeigt, wofür unser Notfalltraining gut ist“, twitterte Gerst. Gemeinsam mit der Crew und den Raumfahrtbehörden auf der Erde habe man das kleine Leck schnell finden und verschließen können. Die Raumfahrer werden vor ihrem Einsatz auf mögliche Unfälle minutiös vorbereitet.

Lecks und Risse an der Außenwand der ISS sind nicht ungewöhnlich. Ein winziger Splitter hatte 2014 ein Sonnensegel durchschlagen und nur knapp eine wichtige ammoniakführende Röhre des Solarmoduls verfehlt. Die ISS musste zudem schon mehrfach heranrasendem Weltraumschrott wie etwa Teilen von ausrangierten Satelliten ausweichen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Trockenes Brennholz brennt am besten, heißt es. Wer sich also einen Kamin anschaffen möchte, ist mit der richtigen Lagerung des Brennholzes gut beraten.

31.08.2018

Wer im Auto mit dem Handy telefoniert, verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung. Doch auch das bloße in die Hand nehmen gilt als Nutzung und ist somit verboten. Das entschied ein Gericht in Oldenburg.

31.08.2018

Zementmischer und Ziegelstein-Transporter auf dem Weg zum Mond: Das wird es nicht geben. Gebaut werden soll mit dem, was unser Begleiter zu bieten hat. Noch liegt ein „Moon Village“ in weiter Ferne - erste Tests aber laufen schon.

31.08.2018