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Rohlstorfer Feuerwehrmann arbeitet auf Hawaii
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Rohlstorf/Hawaii Rohlstorfer Feuerwehrmann arbeitet auf Hawaii

Wer das Radio-Gedudel von George Michaels „Last Christmas“schon nicht mehr hören kann, der möchte vielleicht gern mit Albrecht Blum aus Rohlstorf tauschen. Der 66-Jährige macht gerade eine besondere Art Urlaub: Er arbeitet für seine Unterkunft und erkundet dabei Hawaii.

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Hawaii: Mehr als Blumenketten und Hawaiianerinnen mit Baströckchen.

Rohlstorf/Hawaii. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete Albrecht Blum bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises Segeberg für den Grundwasserschutz. Wer bislang geglaubt hat, Verwaltungsbedienstete verbringen ihren Urlaub bevorzugt am Wörthersee in einem Hotel mit Vollpension, dicken Federbetten und dem allmorgendlichen Frühstücksei, der muss umdenken. Davon nämlich ist Albrecht Blum weit entfernt und träumt vielleicht allenfalls im Schlaf von einem solchen Luxus.

LN-Bild

Wer das Radio-Gedudel von George Michaels „Last Christmas“schon nicht mehr hören kann, der möchte vielleicht gern mit Albrecht Blum aus Rohlstorf tauschen. Der 66-Jährige macht gerade eine besondere Art Urlaub: Er arbeitet für seine Unterkunft und erkundet dabei Hawaii.

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Seit dem 1. Dezember weilt er für insgesamt drei Monate auf der Inselkette Hawaii mitten im Pazifischen Ozean. Das erste Bild, das man automatisch mit Hawaii assoziiert, sind Blumenketten und Hawaiianerinnen, die ihre mit Baströckchen bedeckten Hüften zum polynesischen Tanz „Hula“ kreisen lassen, zu dem untersetzte Hawaiianer auf der Ukulele spielen. Doch der 50. Bundesstaat der USA hat deutlich mehr zu bieten als dieses Klischeeprogramm für Touristen. und ist durch sein ganzjährig warmes Klima, abwechslungsreiche Landschaften, per Gesetz allerorts öffentliche Strände, riesige Wellen und die größten Vulkane der Erde, von denen der Kilauea seit 1983 ununterbrochen aktiv ist, zu einem Magneten für Touristen, Geologen und Surfer geworden.

Doch das große Interesse an der Inselkette hat dadurch auch seine Schattenseiten. „Alles ist sehr teuer. Viele können sich hier kaum noch eine Wohnung leisten. Andere wiederum haben mehrere Autos vor der Tür stehen“, erzählt Blum während eines Whatsapp-Anrufes. Ein großes Loch in seine Urlaubskasse reißt der Leihwagen, ohne den auf Hawaii gar nichts geht. Um die weiteren Kosten so niedrig wie möglich zu halten, hat er sich für die einfachste Urlaubsvariante „Work a Way“ entschieden.

„Hier gibt es viele Künstler-Communitys, die einfachste Unterkünfte haben. In meiner jetzigen schlafe ich auf zehn übereinander gestapelten Europaletten. Über meinem Kopf ist eine Plane gespannt.

Dafür zahle ich 54 Dollar. Das ist für hawaiianische Verhältnisse preiswert“, erzählt Albrecht Blum. Mit der Bezahlung ist es aber allein nicht getan, denn wer dort schlafen will, muss sich in die Community, in der 80 junge Leute leben, einbringen und Aufgaben übernehmen. „Hier sind es drei Stunden am Tag, in denen ich Unkraut zupfe“, erzählt Albrecht Blum.

Heute, an Heiligabend, wird er in seinem nächsten Quartier auf einer Fruchtfarm ankommen. „Ob am ersten Tag viel passiert, weiß ich nicht“, so Blum, der zudem begeistert von 18 Schildkröten und einem Wal erzählt, die er bereits gesehen hat. Fasziniert ist er außerdem von den dortigen Christsternen, die zur Weihnachtszeit in Deutschland auf kaum einer Fensterbank fehlen. „Die wachsen hier wie Unkraut und werden bis zu drei Meter hoch“, erzählt er. Weil Albrecht Blum bis zum nächsten Jahr selbst aktives Mitglied bei der Rohlstorfer Feuerwehr ist, hatte er sich bereits vor seinem Abflug vorgenommen, einer hawaiianischen Feuerwehr einen Besuch abzustatten. „Dort arbeiten ausschließlich hauptamtliche Feuerwehrleute, die auch für den Rettungsdienst zuständig sind. Ihre Fahrzeuge sind im Vergleich zu unserem Feuerwehrauto riesig. Allein der Wassertank ist drei Mal so groß wie unserer“, erzählt er. Von den hawaiianischen Feuerwehrleuten sei er herzlich empfangen worden, auch deren Interesse am deutschen Brandschutz sei groß gewesen. Mitgebracht hatte er ihnen sogar kleine Geschenke: einen Aufnäher zum Beispiel und Infobroschüren der Rohlstorfer Feuerwehr aus 2016. Blum: „Von der Broschüre waren sie total begeistert.“

Von Petra Dreu

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