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2989 Euro mehr machen (k)einen glücklicher

Armes und reiches Deutschland 2989 Euro mehr machen (k)einen glücklicher

In Wittichenau in der Lausitz verdienen die Menschen so wenig wie in keiner anderen Kleinstadt – in Wolfsburg so viel wie in keiner anderen Großstadt. Braucht man einen Riesenkonzern, einen Erstligaklub und ganz viele Nachbarn für ein gutes Leben?

Vom Durchschnitt weit entfernt: Wolfsburg gehört zu den deutschen Städten mit dem höchsten Medianeinkommen, Wittichenau zu jenen mit dem geringsten. Doch wo lebt es sich besser?

Quelle: Jacqueline Schulz

Wolfsburg/Wittichenau. Zwischen Wittichenau und Wolfsburg liegen 369 Kilometer und 2989 Euro monatlich. Wenn Zahltag ist, wird dem Arbeitnehmer in Niedersachsens Autometropole also deutlich mehr aufs Konto überwiesen als seinem Kollegen in der Lausitzer Kleinstadt. Die Frage ist nur: Wer von den beiden ist der Glücklichere? Wo lebt es sich besser?

Die Statistik setzt Wolfsburg bundesweit auf einen Platz an der Spitze. 4610 Euro brutto beträgt hier das Medianeinkommen. Das ist der Spitzenwert unter den Großstädten. Nirgendwo in der Bundesrepublik aber ist das Bruttoeinkommen niedriger als in Wittichenau mit 1621 Euro. Median bedeutet, dass die eine Hälfte der arbeitenden Bevölkerung am Ort weniger und die andere mehr als diesen Wert bekommt.

4610 für den einen, 1621 für den anderen – gerecht klingt das nicht. Dabei erhebt das Grundgesetz die “Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse“ zum Staatsziel. Eine einfache Formulierung, die zum politischen Kampfbegriff wurde. Denn gleichwertig heißt nicht gleich. Gleich können Wittichenau und Wolfsburg niemals sein: eine katholische Kleinstadt, knapp 6000 Einwohner, in der ostdeutschen Diaspora, Hochburg des Karnevals – und eine niedersächsische Industriestadt, 124 000 Einwohner, die auf Gedeih und Verderb an den Volkswagen-Konzern gebunden ist. Können die Menschen ein gleichermaßen gutes Leben in diesen so verschiedenen Orten führen?

Pfarrer Wolfgang Kresak lobt den Zusammenhalt seiner Wittichenauer

Pfarrer Wolfgang Kresak lobt den Zusammenhalt seiner Wittichenauer.

Quelle: Jacqueline Schulz

Die Suche nach der Antwort beginnt in Wittichenau beim Pfarrer von St. Mariä Himmelfahrt. Wolfgang Kresak hat gerade seinen 60. Geburtstag gefeiert, was schon Wochen vorher Stadtgespräch war. Noch aufregender sind nur die Ostertage, Hunderte Pferde sind bereits in die Stadt gebracht worden für das traditionelle Osterreiten, Tausende Touristen werden folgen. 60 Prozent der Wittichenauer sind katholischen Glaubens, Deutsche wie Sorben, die ein Drittel der Einwohner stellen. Es gibt Messen in beiden Sprachen, voll sind sie alle.

“Hier herrscht Volksfrömmigkeit“, sagt der Priester, “die Leute bestärken sich gegenseitig in ihrem Glauben. Wenn der eine Nachbar in die Kirche geht, kommt der andere mit.“ Der Alltag und der Glaube sind für Kresak eng miteinander verknüpft in Wittichenau. Vielleicht hat es mit der Diaspora zu tun, dass er diese Dinge so betont. Vielleicht auch damit, dass hier wirklich nicht nur die Gehaltsabrechnung wichtig ist.

“Geld verdirbt den Charakter“, sagt Kresak. Das steht zwar weder im Alten noch im Neuen Testament, doch auf den Charakter seiner Wittichenauer lässt der Priester nichts kommen. “Hier achten die Nachbarn aufeinander. Und am Samstag versammeln sich alle vor dem Haus, um die Straße zu fegen. Nur zwei Mal im Jahr lässt der Bürgermeister die Kehrmaschine aus Hoyerswerda kommen, nach Weiberfastnacht und nach Rosenmontag.“ Die Karnevalsumzüge ziehen nämlich noch mehr auswärtige Besucher an als das Osterreiten.

Auf der Porschestraße ist Wolfsburg lebendig, aber nicht protzig

Auf der Porschestraße ist Wolfsburg lebendig, aber nicht protzig.

Quelle: Jacqueline Schulz

In Wolfsburg wird das ganze Jahr geschunkelt, mit den Geländewagen von VW auf dem Hindernisparcours der Autostadt. Zwischen Bahngleisen und Mittellandkanal hat der Konzern Rampen, Ruckelstrecken, Treppen und Wassergräben aufgebaut. Für 35 Euro können Laien für eine halbe Stunde ein Auto mieten und am Kanal entlang schaukeln.

Wer später von dort am Museum “phaeno“ vorbeigeht, der hausgewordenen Ruckelstrecke von Stararchitektin Zaha Hadid, und den Bahnhof passiert, trifft am Rande der vierspurigen Heinrich-Nordhoff-Straße auf das Sozialkaufhaus “Lichtblick“. Hier gibt es Schuhe für 2 Euro, Kinderspielzeug für 50 Cent, Pelzmäntel für 20 Euro. Viele Pelzmäntel. Alles kommt aus Spenden, Langzeitarbeitslose machen die Sachen verkaufsfertig. Jeder kann hier einkaufen. Es wird kein Nachweis der Bedürftigkeit verlangt. Schließlich werden auch fast neue Möbelstücke für dreistellige Summen angeboten, die sich nur Normalverdiener leisten können. Aber die anderen sollen sich eben auch etwas leisten können, die Hartz-IV-Bezieher und Geringverdiener, die es auch in Wolfsburg gibt.

Rüdiger Irmler kümmert sich im Sozialkaufhaus “Lichtblick“ um die ärmeren Wolfsburger

Rüdiger Irmler kümmert sich im Sozialkaufhaus “Lichtblick“ um die ärmeren Wolfsburger.

Quelle: Jacqueline Schulz

“Wolfsburg ist nicht nur VW“, sagt Rüdiger Irmler, einer der Vorstände des Sozialkaufhauses, “VW ist ein Sozialstaat innerhalb des Sozialstaats. Aber außerhalb des Werksgeländes sieht es anders aus. Es gibt hier in Wolfsburg sehr viele Menschen, die viel verdienen. Und es gibt diejenigen, die kaum etwas haben.“ Die hätten es in der Boomstadt Wolfsburg besonders schwer.

Irmler, 64, hat selbst lange im VW-Kosmos gutes Geld verdient. Er war Verkaufsleiter im Autohaus Wolfsburg, zuständig für die Nutzfahrzeuge. Nun ist er pensioniert und verkauft weiter. Teller und Besteck für Centbeträge, und das Gefühl dazuzugehören. “In einer Stadt, in der viel verdient wird, ist es für denjenigen, der nichts hat, relativ schwer.“

Und wie ist es in einer Stadt, in der insgesamt wenig verdient wird? Auch Wittichenau hat seinen Großbetrieb, doch hoch bezahlte Jobs gibt es dort nicht. Die Maja-Möbelwerke mit 630 Beschäftigten fertigen für Ikea. Die Schichten sollen lang, die Verträge kurz sein. Das ist für polnische Pendler attraktiver als für die Einheimischen. Sie suchen sich ihre Jobs anderswo.

Auch Wittichenau hat seinen Großbetrieb, doch hoch bezahlte Jobs gibt es dort nicht – viele der Einheimischen pendeln oder ziehen gleich ganz weg

Auch Wittichenau hat seinen Großbetrieb, doch hoch bezahlte Jobs gibt es dort nicht – viele der Einheimischen pendeln oder ziehen gleich ganz weg.

Quelle: Jacqueline Schulz

“Dabei sollte das Maja-Werk eigentlich Arbeit für die Wittichenauer bringen“, erzählt Brigitta Netschel. Sie steht auf der Bautzener Straße und unterhält sich mit einer Bekannten, die mit dem Putzlappen im ersten Stock am offenen Fenster steht. Guten Tag, was verdienen Sie so? “Ich bin in der Landwirtschaft“, ruft die Freundin herunter, “da bekomme ich höchstens Mindestlohn.“ Brigitta Hentschel erzählt von ihren beiden Söhnen. Der eine ist nach Wolfsburg gezogen, ausgerechnet, und dort Manager geworden. Sogar in Detroit war er bereits für VW. “Der kommt nicht wieder.“

Der andere ist in der Region geblieben, arbeitet als Handwerker in Bautzen. Oft ist er aber die ganze Woche auf Montage in Westdeutschland und seine Frau ist mit den vier Kindern allein. Ähnliches erzählt Christel Raditzky, die im Getränkemarkt der Brauerei arbeitet: “Von meinen sieben Kindern ist nur ein Sohn in Wittichenau geblieben. Und auch der fährt jeden Tag eine Stunde zur Arbeit nach Dresden.“ Trotz allem: „Hier lässt es sich leben“, sagt Brigitta Hentschel. “Die Leute sind es gewohnt zu sparen. Man hilft sich gegenseitig.“

Zuwenig Perspektiven

Zuwenig Perspektiven: Sechs von Christel Raditzkys sieben Kindern haben ihren Heimatort verlassen.

Quelle: Jacqueline Schulz

Wittichenau wirkt an einem sonnigen Tag fast bayerisch-heiter. Auf den zweiten Blick sieht es weniger rosig aus. Rund um den Marktplatz stehen Geschäfte leer, das alte Kaufhaus ist schon seit Jahren dicht, die Besitzer preisen eine “Zwei-Raum-Single-Wohnung“ zur Miete an, rufen aber nie zurück. Der kombinierte Andenkenladen mit Tattoo-Studio hat nur unregelmäßig geöffnet, wirbt dafür aber mit dem schönen Begriff “Körpermodifikation“. In Fraktur.

Die 85-jährige Buchhändlerin Ingeborg Klinkert sitzt hinter ihrem Tresen zwischen Devotionalien und christlicher Literatur. “Demnächst mache ich zu“, sagt sie. Die Beine machen nicht mehr mit. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. “Der Laden würde die Miete nicht abwerfen. Alle bestellen nur noch im Internet.“ 50 Jahre lang hat sie Bücher verkauft. Das Haus gehört ihr, sie wohnt über dem Laden. “Hier unten zu sitzen, habe ich nie als Arbeit empfunden“, sagt sie. “Ich lese sowieso den ganzen Tag.“

Wittichenaus Marktplatz ist schmuck, aber viele Geschäfte stehen leer

Wittichenaus Marktplatz ist schmuck, aber viele Geschäfte stehen leer.

Quelle: Jacqueline Schulz

Auf dem Marktplatz sammeln sich Schüler, die auf den Bus warten. Etwas abseits sitzen zwei Sikhs mit Turban. Sie fallen auf. Reporter und Fotografin tun das auch. Das Handy klingelt. “Kommen Sie ruhig schon hoch, ich habe Zeit“, sagt Bürgermeister Markus Posch. Das Amtszimmer des 47-Jährigen hat einen Panoramablick auf den Platz. Der Bürgermeister ist jungenhaft und zugewandt, CDU-Mitglied und seit zweieinhalb Jahren im Amt.

Posch, ein Ur-Wittichenauer, ist auch einmal in den Westen gegangen – und zurückgekommen. Er hat in Bielefeld Verwaltung studiert, in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet. “Ich musste mich verpflichten zurückzugehen. Das fand ich witzig, ich hatte eh nichts anderes vor.“ Seine Frau hat er nebenan in Hoyerswerda kennen gelernt. Die Wittichenauer Lebensweise war ihr zunächst fremd: “Als am Samstag alle Nachbarn mit dem Besen vor der Tür standen, um die Straße zu fegen, hat sie sich ziemlich gewundert“, sagt der Stadtchef.

Guten Tag, sind Sie reich und glücklich

Guten Tag, sind Sie reich und glücklich? Elena Neufeld und ihre Schwester Marina beim Bummel in Wolfsburg.

Quelle: Jacqueline Schulz

Es kommen auch noch andere. Wie der Prignitz oder der Altmark wurde auch der Lausitz die große Abwanderung prophezeit. Aber Wittichenau verzeichnet seit ein paar Jahren wieder Zuzug, baut Kindergärten und weist Baugebiete für junge Familien aus. Vielleicht kann eine Stadt auch ohne Großkonzern und Erstligaklub glücklich sein.

In Wolfsburg fegt keiner mehr die Straßen. Es gibt Kehrmaschinen. Und Stadtbusse, an denen das Mercedes-Logo überklebt ist. Auf der Porschestraße, der zentralen Meile der Stadt, bummeln Elena Neufeld und ihre Schwester Marina. Guten Tag, sind Sie reich und glücklich?

Die beiden Frauen lachen erst und antworten dann doch ernst: “Mein Sohn hat studiert, er ist Ingenieur für Kommunikation“, erzählt Marina. “Mein Mann und ich dachten, er wird Großverdiener bei VW. Und was ist passiert: Er kriegt keinen Vertrag. Er arbeitet jetzt trotzdem dort, aber bei einem konzerneigenen Subunternehmer – und verdient viel weniger.“ Fast hätte er wirklich dazugehört. Jetzt drückt er das Medianeinkommen ein kleines Stück.

“Geht weg – aber kommt wieder!“

Markus Posch (CDU), Bürgermeister in Wittichenau

Markus Posch (CDU), Bürgermeister in Wittichenau.

Quelle: Jacqueline Schulz

Herr Posch, laut Statistik verdienen die Wittichenauer am wenigsten in ganz Deutschland. Merkt man das in der Stadt?

Viele Wittichenauer arbeiten außerhalb der Stadt, sie pendeln bis nach Dresden, arbeiten dort zum Beispiel in den Chipfabriken oder im Klinikum. So schlecht geht es uns gar nicht. Im Ort gibt es allerdings wenig überdurchschnittlich gut bezahlte Arbeit. Insofern gibt die Statistik schon ein realistisches Bild. Weder das Möbelwerk noch die Handwerksbetriebe können hohe Löhne bezahlen. Darüber hinaus bieten Alten- und Pflegeheim, die Brauerei, Landwirtschaft und viele inhabergeführte Firmen Arbeitsplätze. Das Niveau von Wolfsburg werden wir aber so schnell nicht erreichen.

Bricht deswegen die Tristesse aus?

Im Gegenteil. Wir gelten auch als glücklichster Ort Sachsens. Eben war ich wieder bei einem 80. Geburtstag, da sagten mir die Senioren: Wir hatten früher zwar nüscht, aber wir waren glücklich. Und es wird nach einer langen Durststrecke besser. Noch vor zehn Jahren hatten wir kaum Ausbildungsplätze und wenig freie Arbeitsstellen in der Region. Jetzt sind immer mehr Firmen auf der Suche nach Auszubildenden. Der Fachkräftemangel ist auch in unserer Region offensichtlich und wird weiter zunehmen.

Schrumpft Wittichenau weiter?

Wir haben derzeit eine stabil hohe Geburtenrate von etwa 60 Geburten pro Jahr auf 5900 Einwohner. In unserer Gegend ist es völlig normal, drei bis vier Kinder zu haben. Aufgrund des hohen Bedarfs sind wir aktuell in der Planungsphase zur Errichtung einer neuen Kindertageseinrichtung mit 215 Plätzen.

Viele Menschen gehen seit den Neunzigerjahren nach Westdeutschland ...

... und ich sage auch heute den jungen Leuten: Geht für die Lehre oder Ausbildung ruhig erst einmal weg, um Erfahrungen zu sammeln. Aber kommt wieder!

Gibt es denn auch Rückkehrer?

Ja, viele kommen zurück, spätestens, wenn die Kinder eingeschult werden müssen. Dann sehen sie die Geborgenheit in unserer Kleinstadt als Vorteil, zumal wenn Familie und Freunde hier wohnen. Wir erschließen gerade unser drittes Neubaugebiet nach der Wende. Der Bedarf ist da.

Wittichenau ist stark katholisch geprägt und damit eine Besonderheit im Osten. Haben Auswärtige denn eine Chance dazuzugehören?

Natürlich! Man muss sich einbringen in den Vereinen, beim Fußball, beim Karneval oder im Kirchenchor. Ich kenne Auswärtige, die haben sich in kurzer Zeit besser integriert als manche Wittichenauer, die seit Generationen hier wohnen.

„Ich hoffe auf bessere Zeiten bei VW“

Klaus Mohrs (SPD), Oberbürgermeister von Wolfsburg

Klaus Mohrs (SPD), Oberbürgermeister von Wolfsburg.

Quelle: dpa

Herr Mohrs, Wolfsburg ist die Stadt mit dem höchsten Medianeinkommen. Sind Sie glücklich darüber?

Zunächst einmal: Dieser Wert bezeichnet das Einkommen der Menschen, die in Wolfsburg arbeiten, nicht derjenigen, die hier wohnen. Das ist ein deutlicher Unterschied, weil viele Gutverdiener außerhalb wohnen. Im Landkreis Gifhorn ist das Pro-Kopf-Einkommen höher als in Wolfsburg.

Aber unbestritten ist: Man verdient hier gutes Geld, zumindest bei Volkswagen.

Ja, man verdient hier gutes Geld, aber nicht alle Wolfsburger tun das. Wir haben eine unterschiedliche finanzielle Situation bei den VW-Beschäftigten und den anderen Wolfsburgern. Wer im Einzelhandel arbeitet oder als Friseurin, bezieht ein relativ geringes Einkommen. Auch wir haben Hartz-IV-Bezieher, und auch für sie muss eine vernünftige Teilhabe möglich sein. Nicht alle sind auf der Sonnenseite des Lebens. Aber auch sie gehören zur Stadt.

Wie wollen Sie diese Teilhabe erreichen? In Wolfsburg finden schon Menschen mit gutem Einkommen kaum eine bezahlbare Wohnung.

Der Wohnungsmarkt ist extrem angespannt, das stimmt. In den vergangenen Jahren wurden auch 20 000 Arbeitsplätze neu geschaffen, daher ist die Nachfrage nach Wohnungen extrem gestiegen. Wir versuchen, bei allen Neubauten ein Viertel der Wohnungen zu Preisen unter sieben Euro pro Quadratmeter anzubieten. Mehr wird wahrscheinlich gar nicht benötigt. Es gibt ja schließlich auch viele, die gut verdienen. Aber ich bin sehr froh, dass die Wohnungsbaugesellschaft in Wolfsburg einen Großteil der Mietwohnungen anbieten. Das hat eine stabilisierende Wirkung. Nur 1,5 Prozent der Wohnungen werden jährlich außerhalb der Genossenschaften neu vermietet. Diese kleine Anzahl von Wohnungen wird zum Teil sehr teuer angeboten. Aber sie ist nicht repräsentativ.

Sind die Lebenshaltungskosten denn insgesamt sehr hoch?

Ich finde die Preise in dieser Stadt weitestgehend normal, sogar günstig. Unsere Schwimmbäder sind günstiger als anderswo. Und nirgendwo kann man so günstig zum Fußball und Eishockey auf Erstliganiveau gehen wie in Wolfsburg.

Wird der Boom der Stadt anhalten? Die Diesel-Krise hat Volkswagen schließlich schwer gebeutelt.

Das merken wir auch in den Gewerbesteuereinnahmen. Das haben wir gerade noch kompensiert bekommen durch die hervorragende Situation der Vorjahre. Nächstes Jahr wird das schon schwieriger. Ich kann nur hoffen, dass VW dann wieder bessere Zeiten hat.

Von Jan Sternberg

Wittichenau 51.3829525 14.2420859
Wittichenau
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