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2:1 gegen Irland: Frankreich jubelt nach Griezmann-Gala

Lyon 2:1 gegen Irland: Frankreich jubelt nach Griezmann-Gala

Die irischen Fans feiern ihre Mannschaft noch lange nach dem Spiel. Ihre Jungs haben dem Titelfavoriten Frankreich alles abverlangt. Doch dank eines Spielers steht die Équipe tricolore im Viertelfinale.

Lyon. Alle wollten Antoine Griezmann drücken, Dimitri Payet kniete sich sogar vor ihn und küsste dessen linken Schuh. Der Doppeltorschütze der Équipe tricolore fühlte sich aber gar nicht als großer Held beim 2:1 (0:1)-Sieg gegen tapfere Iren.

„Wir spielen für Frankreich und haben alles gegeben. Die Fans haben uns geholfen, dieses Achtelfinale zu gewinnen“, sagte der 25 Jahre alte Angreifer. „Der Retter, das war die Mannschaft“.

Binnen 225 Sekunden drehte Griezmann jedoch per Kopf (58. Minute) und Fuß (61.) nach dem zweitschnellsten Tor der Fußball-EM-Geschichte das Spiel und brachte das Stade du Lyon zum Beben. Danach brach der Widerstand der Iren, die fünf Minuten nach dem zweiten Gegentreffer auch noch die Rote Karte für Shane Duffy verkraften mussten.

„Man ist letztlich natürlich enttäuscht, wenn man sieht, in was für eine Situation wir die Franzosen gebracht haben“, meinte Irlands Trainer Martin O'Neill. Dennoch durften die Iren stolz auf sich sein, minutenlang ehrten die Fans ihre Spieler nach der Niederlage auf dem Rasen. Da hatten sich die Franzosen schon längst in die Kabine verabschiedet.

Erst eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, als Trainer Didier Deschamps mit Bayerns Kingsley Coman neuen Schwung brachte, sorgte für die Entscheidung. „Ich kann schon lauter werden in der Halbzeit“, berichtete Deschamps nach der Partie, die für die Franzosen so schlecht wie nur vorstellbar begonnen hatte.

Die Iren waren vor 56 279 Zuschauern durch Robbie Brady nach 119 Sekunden in Führung gegangen. „Ein solch frühes Gegentor ist das Schlimmste, was dir passieren kann“, meinte Payet, „aber wir hatten noch viel Zeit, um das wieder zu ändern“.

Diesmal war es nicht der Held des ersten und zweiten Gruppenspiels, diesmal war es Griezmann. Die beiden Supertechniker mit Torriecher teilen sich die bisherigen fünf Turniertreffer der Franzosen auf: Zweimal Payet, dreimal Griezmann.

Seine Treffer auch gegen die Iren feierte der Profi von Atlético Madrid - „Für mich ist's das ganze Jahr so: Mit Atlético gewinnen wir die Spiele mit 1:0 und leiden bis zum Ende“ - mit einem Daumenlutscher, der Gruß an seine wenige Monate alte Tochter Mia. Gegner im Viertelfinale am kommenden Sonntag in Paris wird England oder Island sein. Den Franzosen war das aber erstmal egal. „Wir genießen das jetzt einfach“, sagte Griezmann.

Dabei durchlitten Spieler wie Fans einmal mehr Qualen. Die letzten Klänge der Marseillaise waren kaum verstummt, da hallte ein gellendes Pfeifkonzert durch das Stade de Lyon. Nach einer ungestümen Attacke des ansonsten ganz stark aufspielenden Paul Pogba an Shane Long entschied der italienische Schiedsrichter Nicola Rizzoli auf Strafstoß.

Brady, der sein Team mit dem Siegtreffer im letzten Gruppenspiel gegen Italien überhaupt erst ins Achtelfinale gebracht hatte, ließ auch Frankreichs Torwart Hugo Lloris keine Chance. Der Ball prallte vor den Tribünen mit den irischen Anhängern vom Innenpfosten ins Tor. Frankreich lag zum ersten Mal bei dieser EM zurück.

Die Équipe tricolore verstärkte ihre Offensiv-Bemühungen und kam durch Griezmann und Pogba zu Torgelegenheiten. Irlands Torhüter Darren Randolph war bis dahin aber ein sicherer Rückhalt. Auf der anderen Seite nutzten die Boys in Green jede Möglichkeit zur Entlastung und hatten durch Daryl Murphy (21.), Duffy (41.) und James McClean (52.) gute Konterchancen.

Mit Coman für N'Golo Kanté, der wie Adil Rami im Viertelfinale gelbgesperrt nicht spielen darf, stärkte Deschamps das Angriffsspiel. Und es wurde belohnt: Nach einer Flanke von Bacary Sagna erzielte Griezmann mit seinem zweiten Kopfballtreffer im Turnier das 1:1.

Nur drei Minuten später war er nach Kopfballvorlage von Giroud erneut zur Stelle. Der Bann war gebrochen, auch der Widerstand der Iren. Seit der EM 2000, die Frankreich mit dem damaligen Kapitän Deschamps gewann, entschieden sie kein K.o.-Spiel bei einer EM mehr für sich. Bis zum großen Auftritt von Griezmann.

dpa

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