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2:1 in Darmstadt: Frankfurt dreht brisantes Hessenderby

Darmstadt 2:1 in Darmstadt: Frankfurt dreht brisantes Hessenderby

Zur Halbzeit sah am Samstag alles nach dem fast sicheren Darmstädter Klassenverbleib und einem bevorstehenden Frankfurter Abstieg aus. Doch am Ende gewann die Eintracht das hochbrisante Dery mit 2:1 und mischte die Karten im Abstiegskampf völlig neu.

Darmstadt. Den bislang wichtigsten Sieg der ganzen Saison feierten die Spieler von Eintracht Frankfurt mit einer Provokation.

Der glückliche 2:1 (0:1)-Erfolg im brisanten Hessenderby und Abstiegskampfduell bei Darmstadt 98 war gerade perfekt, da gingen die Frankfurter Spieler jubelnd und klatschend Richtung Zuschauerblock, in dem rund 300 Eintracht-Fans standen, die dort eigentlich gar nicht stehen durften.

Ein Urteil des DFB-Sportgerichts hatte den Ausschluss verfügt. Die Frankfurter Anhänger besorgten sich bei Ebay trotzdem Karten, sie wurden schon während des Spiels von Darmstädter Fans attackiert und sorgten damit für einen der vielen Aufmärsche der Polizei an diesem hitzigen Tag. Dass nun auch noch die Frankfurter Spieler kamen, heizte eine ohnehin schon gefährliche Situation noch weiter an.

„Dass die Mannschaft vor den Block gegangen ist, war nicht gut, das war eine Spur zu provokativ. Für den Verein kann ich nur sagen: Das tut mir leid“, sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann. Er stellte aber auch klar: Das sei keine böse Absicht der Spieler gewesen, sondern „instinktiv“ geschehen, quasi aus reiner Gewohnheit.

Auch diese Szene zeigte noch einmal: Dieses Derby war von vornherein beides - ein Hochsicherheitsspiel und ein möglicherweise ganz entscheidender Nachmittag für den weiteren Verlauf des Abstiegskampfes. Denn der Eintracht gelang dort am Samstag eine vielleicht spektakuläre Wende.

Durch die beiden Tore von Makoto Hasebe (56.) und Stefan Aigner (83.) verließ die Mannschaft von Niko Kovac zumindest vorübergehend ihren direkten Abstiegsplatz. Darmstadt war durch Mario Vrancic in der 12. Minute in Führung gegangen, danach verschoss Torjäger Sandro Wagner noch einen Foulelfmeter (20.). Statt den Klassenverbleib bereits so gut wie perfekt zu machen, müssen die „Lilien“ jetzt wieder zittern. Ihr Vorsprung auf die Eintracht beträgt zwei Spieltage vor Schluss nur noch zwei Punkte.

„Ich bin glücklich“, sagte Kovac. „Das Ergebnis ist gut. Wir haben jetzt alles in der eigenen Hand. Wenn wir unsere Hausaufgaben erledigen, brauchen wir nicht mehr auf andere zu schauen.“

Vor allem das direkte Duell beim neuen Tabellen-17. Werder Bremen am letzten Spieltag lässt seinem Team alle Möglichkeiten auf eine sportliche Rettung. Die Bremer treffen nun aber erst einmal am Montagabend im nächsten großen Abstiegskampf-Duell auf den VfB Stuttgart - und gleich beide hessischen Rivalen hoffen, dass sie dort verlieren. Denn in diesem Fall würde Frankfurt auf dem Relegationsplatz bleiben und Darmstadt hätte immerhin noch einen Abstand von vier Punkten auf Rang 17.

„Wir stehen heute mit leeren Händen da. Es hat sich aber an der Grundkonstellation nichts geändert. Wir stehen immer noch über dem Strich“, sagte „Lilien“-Trainer Dirk Schuster. Er sei weiterhin „absolut optimistisch“.

Der Aufsteiger verpasste es in diesem Derby, schon in der ersten Halbzeit alles klarzumachen. In der 12. Minute fiel das 1:0, in der 18. ließ man eine dicke Konterchance liegen, in der 20. scheiterte Wagner mit seinem Elfmeter an Eintracht-Torwart Lukas Hradecky und in der 33. hätte Darmstadt einen zweiten Strafstoß kriegen müssen.

Nach der Pause drängte die Eintracht dann mit Macht auf den Ausgleich. Auch nach dem 1:1 war sie weiter das überlegene Team. Am Ende schlug der große Nachbar den kleinen Aufsteiger mit dessen eigenen Mitteln: Freistoß Huszti, Tor Aigner. „Wir haben nie aufgegeben, immer nachgesetzt und meiner Meinung nach am Ende verdient gewonnen“, sagte der Torschütze.

Überschattet wurde dieses Derby aber von der Angst vor schweren Krawallen. Ihr umstrittenes Innenstadtverbot für Eintracht-Fans zogen die Stadt Darmstadt und die Polizei noch am Morgen wieder zurück. Die Polizei leistete vor dem Stadion und in der Innenstadt aber auch so einen Großeinsatz. Schon vor dem Anpfiff wurden zwölf Personen festgenommen. Rund 150 Frankfurter Anhänger randalierten dann während des Spiels in der City.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 36,3 - 63,7

Torschüsse: 11 - 12

gew. Zweikämpfe in %: 55,1 - 44,9

Fouls: 13 - 12

Ecken: 4 - 8

Quelle: optasports.com

dpa

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