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Ancelotti beendet Bayern Münchens Spanien-Misere nicht

0:1 bei Atlético Ancelotti beendet Bayern Münchens Spanien-Misere nicht

„La bestia negra“ - das ist lange her. Ohne „Killerinstinkt“ müssen sich die Bayern wieder einmal in Spanien geschlagen geben. Die Pleite ist besser zu verkraften als jene des schmerzhaften Halbfinal-Triples unter Guardiola. Lehren und ein „Signal“ sollen helfen.

Madrid. Wirklich genießen konnte Carlo Ancelotti sein erstes Bayern-Bankett an der Seite von Ehefrau Mariann nicht. Nach der nächsten Spanien-Pleite der Münchner musste sich der Italiener aufbauende Worte von Karl-Heinz Rummenigge anhören.

Wie bei den gescheiterten Versuchen unter Pep Guardiola konnte der Rekordmeister auch mit seinem neuen Coach nicht auf das ersehnte Erfolgserlebnis anstoßen. „Niederlagen sind manchmal gut, wenn man daraus lernt“, sagte der Vorstandschef bei seiner nächtlichen Rede zum verlorenen ersten Härtetest der jungen Saison. „Es gab mal Zeiten, da sind wir etwas lieber nach Madrid gefahren, als das im Moment der Fall ist.“

Das 0:1 bei Atlético Madrid bedeutete die vierte Auswärtsniederlage nacheinander bei einem Spitzenteam aus der Primera División und den ersten Rückschlag in der kurzen Amtszeit Ancelottis. „Verlieren ist immer traurig“, räumte der Starcoach nach dem Traumstart von zuvor acht Pflichtspielsiegen ein. „Aber wir sind am Anfang der Saison, wir können immer noch als Gruppenerster weiterkommen.“

Platz eins erhöht die Wahrscheinlichkeit, im Achtelfinale der Champions League einem Topteam aus dem Weg zu gehen. Doch nach der Ära Guardiola hat Ancelotti noch viel zu tun.

Wie beim Aus gegen Madrid vor fünf Monaten fehlte den Münchnern im Estadio Vicente Calderón wieder die Kaltschnäuzigkeit. Zum vierten Mal in Serie glückte nicht einmal ein Tor in Spanien.

Dazu leistete sich der deutsche Fußball-Rekordmeister defensiv zu viele Schwächen, war nach vorne nicht zielstrebig und präzise genug. „Atlético hat den Killerinstinkt. Diesen Killerinstinkt hatten wir leider nicht“, formulierte es Welttorhüter Manuel Neuer. „Eine Niederlage ist immer ein Rückschlag.“

Die Bayern-Stars übten Selbstkritik. „Wie die Stürmer von Atlético gegen den Ball arbeiten, da müssen wir uns ein Beispiel dran nehmen“, monierte Jérôme Boateng und nahm die Bayern-Offensive ins Visier. „Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren, vorne keinen Ball gehalten.“ Auch das Verhalten seiner Vorderleute bei der Spieleröffnung gefiel ihm nicht. „Wenn du nach vorne spielst und die hängen immer noch hinten, bekommst du keinen Zugriff. Wir haben zu wenig Bewegung, deshalb zu wenige Anspielpunkte. So kann man bei einer Topmannschaft nicht gewinnen.“ Vielleicht sei das Spiel auch gut um zu sehen, „dass es noch ein anderes Tempo gibt. Dass es nicht von alleine geht.“

Yannick Carrasco belohnte mit seinem Tor (35. Minute) die acht Kilometer mehr gelaufenen Gastgeber, die am Mittwochabend durch ihr schnelles Umschaltspiel eklatante Lücken in der Münchner Defensive aufzeigten. „Wir haben noch viel Verbesserungsbedarf, das haben wir die letzten Wochen aber auch schon immer wieder betont. Trotzdem sind wir auf einem guten Niveau, aber zum Glück noch mit Luft nach oben“, beschrieb es Mats Hummels.

„Natürlich ist das auch ein Signal, dass wir dran bleiben müssen und eventuell das eine oder andere noch verändern müssen“, ergänzte Thomas Müller. Denn Vorjahresfinalist Atlético ist eben ein ganz anderes Kaliber als Rostow, Hertha & Co.

„Aber es macht keinen Sinn, ein Drama draus zu machen“, betonte Rummenigge, der durch Ancelottis Gattin bei gegrilltem Seebarsch und Putenbrust in Portweinsoße seltenen Damen-Besuch am Vorstandstisch begrüßen durfte. „Es ist nur wichtig, dass wir direkt am Samstag gegen den 1. FC Köln reagieren und die Tabellenführung in der Bundesliga verteidigen.“ Um nicht mit einem Kater aufs Oktoberfest zu müssen, nahmen die Bayern unmittelbar nach der Landung in München am Nachmittag die Liga-Aufgabe gegen die Domstädter ins Visier.

Deutschlands EM-Schreck Antoine Griezmann verpasste mit einem Foulelfmeter an die Latte (84.) sogar noch einen zweiten Treffer. Dieser Fehlschuss kann im Kampf um den Sieg in der Gruppe D, die Madrid mit sechs Punkten vor Bayern (3) anführt, noch wichtig werden.

„Wir müssen alles gewinnen und zu Hause ein 2:0 holen. Wir müssen mit den beiden Spielen gegen Eindhoven aber erstmal einen der ersten beiden Plätze festmachen“, forderte Hummels. Am 19. Oktober und am 1. November ist der niederländische Meister Gegner.

Atlético will die Spitze im Fernduell gegen Rostow behaupten. „Die Truppe ist seit vier Jahren zusammen, und wir wissen, was wir spielen wollen. Der Kopf lässt die Beine laufen“, erklärte Trainer-Vulkan Diego Simeone. „ICH LIEBE DICH, ATLEEETI“, titelte die Madrider Sportzeitung „AS“ in großen Lettern.

dpa

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