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BVB im Torrausch: „Keiner kann uns aufhalten“

Tuchel als Mahner BVB im Torrausch: „Keiner kann uns aufhalten“

Thomas Tuchel hat jede Menge Arbeit. Nach der nächsten BVB-Torgala tritt der Coach als Mahner auf. Berauscht von der eigenen Effizienz setzen seine Spieler schon erste Kampfansagen an die Bayern ab.

Wolfsburg. Vereinsrekord, Jagd auf die Bayern, Champions-League-Feste gegen Real Madrid: Borussia Dortmunds Profis denken im Torrausch längst in anderen Sphären als ihr Trainer.

Thomas Tuchel beeilte sich nach der nächsten Torgala beim VfL Wolfsburg, seine Spieler nicht abheben zu lassen. „Die Situation ist natürlich toll, dass wir wieder einen so besonderen Sieg einfahren konnten. Und trotzdem gibt es noch so viele Dinge, die wir besser machen müssen“, meinte der BVB-Coach nach dem beeindruckenden 5:1-Sieg, der allerdings in der Tat mindestens zwei Tore zu hoch ausgefallen war.

Einige seiner Spieler halten sich dagegen - berauscht von der eigenen Stärke nach den beiden 6:0-Erfolgen zuvor gegen Legia Warschau und Darmstadt 98 - schon für unbesiegbar. „Wenn wir so weitermachen, kann uns keiner aufhalten“, tönte Doppel-Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang (17. Minute/61.).

17 Treffer binnen sechs Tagen haben bei der Tormaschine der Fußball-Bundesliga zu beeindruckendem Selbstbewusstsein geführt. Das musste auch Mahner Tuchel eingestehen: „Jetzt so ein klarer Sieg, da ist natürlich ein Hochgefühl zu spüren. Für die Mannschaft ist das großartig, für die ganzen nächsten Tage und Wochen.“

Da dürfte den kommenden BVB-Gegnern mulmig werden. Längst sind die Dortmunder vor dem nächsten Ligaspiel am Freitag gegen den SC Freiburg (20.30 Uhr) auf Rekordjagd. „Dann folgen hoffentlich die nächsten drei Punkte. Denn da ist ja langsam auch mal ein Vereinsrekord fällig“, meinte Kapitän Marcel Schmelzer. In der Tat fehlen nur noch zwei ungeschlagene Heimspiele - dann 25 Partien nacheinander wären eine BVB-Bestmarke.

Es scheint, als wächst beim achtmaligen Meister der Glauben daran, den zuletzt übermächtigen Bayern in dieser Saison wieder ernsthaft Paroli bieten zu können. „Ich sehe uns schon oben“, meinte etwa Mittelfeldspieler Gonzalo Castro: „Wir haben schon eine sehr, sehr gute Mannschaft.“ Und Rückkehrer Mario Götze befand: „Wir können wirklich sehr zufrieden sein. Wir wissen um unsere Stärken.“

Zumal die beiden teuersten Dortmunder Profis im aktuellen Kader, Marco Reus und André Schürrle, sogar verletzt noch gar nicht dabei sind. Auch ohne die Nationalspieler wirbelten die Dortmunder von der Euphorie getragen am Dienstag wieder über den Platz. Den Gästen gelang fast alles, den Niedersachsen zumindest vor dem Tor fast nichts. „Es war lange, lange Zeit ein sehr ausgeglichenes Spiel, in dem wir sehr gelitten haben. Heute gab es zu viele Torchancen für unseren Geschmack, zu viele hochkarätige Torchancen“, monierte Tuchel nicht zu Unrecht.

Der Unterschied war nur: Dortmund hatte eine nahezu hundertprozentige Chancenverwertung. Beim VfL war vor allem bei ihrem derzeit wieder einmal verhinderten Torjäger Mario Gomez das Zaudern vor dem Tor zu spüren. „Wir können diesen Sieg einordnen. Der stand lange, lange auf Messers Schneide“, meinte Tuchel.

Ob die Spieler dies tatsächlich so einordnen, werden sie erst beweisen müssen. In der kommenden Woche etwa, wenn es in der Champions League gegen Real Madrid geht. „Da werden Spiele gegen Mannschaften von noch besserem Kaliber kommen. Da kann es sein, dass wir auch mal in Rückstand geraten. Damit müssen wir dann umgehen“, sagte Schmelzer etwa.

Genau darauf scheinen die Dortmunder Verantwortlichen die übermütigen Profis gerade vorbereiten zu wollen. „Nach Leipzig haben alle geschrieben, dass es ganz, ganz schwierig wird. Jetzt wollen alle schon wieder das Gegenteil schreiben. Wir müssen das alles einordnen. Wir gehen unseren Weg“, sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.

Interessanterweise sah Schmelzer dagegen in der bislang einzigen Saisonpleite beim 0:1 in Leipzig vor nicht einmal zwei Wochen den Grundstein für den aktuellen Höhenflug: „Das war das Schlüsselspiel für uns. Da haben wir gesehen, worauf es ankommt.“

dpa

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