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Bierhoff will neue Definition für Sportdirektor

Nach Flick-Abschied Bierhoff will neue Definition für Sportdirektor

Der Abschied von Hansi Flick hat beim DFB eine Lücke hinterlassen. Horst Hrubesch ist als Interimslösung installiert. Offen ist, was der Verband grundsätzlich von einem Sportdirektor will. Teammanager Bierhoff und Präsident Grindel fordern intensive Überlegungen.

Oliver Bierhoff ist der Teammanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Quelle: Martin Schutt

Frankfurt/Main. Der plötzliche Abschied von Hansi Flick hat beim DFB eine unerwartete Grundsatzdebatte über die Rolle und Aufgaben des Sportdirektors ausgelöst.

Verbandsboss Reinhard Grindel und Teammanager Oliver Bierhoff forderten sogar gleich ein neues Job-Profil für den Posten des wichtigen Zuarbeiters von Bundestrainer Joachim Löw. „Es ist entscheidend, dass man die Rolle des Sportdirektors neu definiert“, sagte Bierhoff beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt. Man müsse die Situation „in Ruhe überdenken.“

Auch Grindel will sich in der wichtigen wie schwierigen Personalie nicht treiben lassen. „Horst Hrubesch ist eine ideale Interimslösung. Es gibt genügend Zeit, das Profil genau zu definieren“, sagte der Verbandschef. Man tue „gut daran“, die Rolle des Sportdirektors zu überdenken. Generalsekretär Friedrich Curtius werde die Diskussion in den Gremien des Deutschen Fußball-Bundes nun organisieren, kündigte Grindel an. Mit einer Entscheidung wird frühestens zum Außerordentlichen DFB-Bundestag im September gerechnet.

Klar ist, dass Löw und auch Bierhoff nach dem Abschied ihres Kompagnons Flick entscheidend mitreden werden, bevor das DFB-Präsidium eine Entscheidung über die langfristige Flick-Nachfolge trifft. „Wir brauchen auf jeden Fall einen sportlichen Fachmann, ob der nun technischer Direktor oder Sportdirektor heißt, oder wie auch immer“, sagte Bierhoff.

Aufgrund der gestiegenen Anforderungen auch für Bundestrainer Löw tue es „dem Verband gut, einen sportlichen Kopf zu haben, der Kontinuität zeigt und die wichtigen sportlichen Themen im Verband führt, die U-Mannschaften leitet, die Trainer führt und natürlich mit dem Bundestrainer Konzepte aufstellt“, sagte der 48-Jährige.

Kontinuität war ein Grundsatzproblem für das Amt. Flick war der dritte DFB-Sportdirektor seit der Einführung des Postens auf Initiative des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann im Jahr 2006. Matthias Sammer und Robin Dutt hatten den Job ebenfalls freiwillig aufgegeben, allerdings um unmittelbar danach in der Bundesliga bei Bayern München und Werder Bremen einzusteigen.

Ein solches Szenario schloss Bierhoff für Flick aus. „Er möchte durchatmen. Der Job des Sportdirektors ist reiseaufwendig. Ich habe gespürt, dass er sich auf die Pause freut. Sicher wird er danach wieder im Fußball tätig sein, das muss man auch zulassen.“

Den DFB-Funktionären ist nun aber klar, dass die Aufgabenfülle sogar für einen Fleißarbeiter wie Flick zu viel war. Die gesamte Koordination im Jugendbereich, die Trainerausbildung und die enge Begleitung hin zu Löws Weltmeister-Team ist offenbar kaum seriös zu schaffen. Gut möglich, dass die Aufgaben künftig auf mehrere Personen verteilt werden.

Als Interimslösung bis mindestens zum September wurde der ehemalige Jugendtrainer Hrubesch installiert, der aber kaum die Job-Kriterien Flicks 1:1 fortsetzen wird. Zur Laptop-Generation gehört der Europameister von 1980 sicher nicht. Ob der Silber-Coach von Rio auch eine langfristige Lösung sein könnte, wollte Bierhoff auch nicht bewerten. „Horst ist eine große Persönlichkeit. Ich möchte da nicht weiter spekulieren. Jetzt ist erstmal wichtig, dass wir das Thema U21-EM und den Confed Cup gemeinsam mit ihm angehen“, betonte der Teammanager. Beide Turniere finden mit deutscher Beteiligung zeitgleich in diesem Sommer in Polen und Russland statt.

dpa

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