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Blatter ausradiert & doch präsent - „würdiger Nachfolger“

Zürich Blatter ausradiert & doch präsent - „würdiger Nachfolger“

Auch ohne Zugangsberechtigung war Joseph Blatter bei der Wahl seines Nachfolgers „voll am Ball“. Bis das Erbe des langjährigen FIFA-Präsident im Weltfußball bewältigt ist, dürfte es lange dauern. Gleich nach der Entscheidung lobte er Nachfolger Infantino.

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Joseph Blatter hält Gianni Infantino für einen „würdiger Nachfolger“.

Quelle: Patrick B. Kraemer

Zürich. Joseph Blatter war wie ausradiert. Kein Foto, kein Videoeinspieler sollte beim FIFA-Wahlkongress an den gesperrten Präsidenten erinnern. Direkt nach der Wahl von Gianni Infantino zum neuen Präsidenten des Fußball-Weltverbandes meldete sich der 79 Jahre alte Schweizer jedoch mit warmen Worten:

Infantino sei ein „würdiger Nachfolger“. Der neue FIFA-Chef habe „alle Qualitäten, meine Arbeit fortzusetzen und die FIFA wieder zu stabilisieren“, erklärte der von der FIFA-Ethikkommission für sechs Jahre suspendierte Blatter.

Das unliebsame Erbe von Blatter wird der Weltverband so schnell nicht löschen können. Blatter habe die Versammlung der FIFA-Nationen ganz genau verfolgt, berichteten Vertraute. Vor allem in den Köpfen zahlreicher Mitglieder der selbst ernannten Fußball-Familie ist der 79-Jährige weiter präsent.

„Ich wage die Vorhersage, dass Herr Blatter die Wahl gewinnen würde, wenn er antreten würde“, sagte Englands Verbandschef Greg Dyke vor dem Votum für Infantino. Keine allzu mutige Prognose. Gerade die fußballerischen Entwicklungsländer, die sich stets über finanzielle Unterstützung von Projekten freuten, stehen Blatter immer noch in Nibelungentreue zur Seite.

Immer wieder kokettierte Blatter selbst damit, dass sich nicht nur vier von fünf Präsidentschaftskandidaten vor dem Kongress bei ihm gemeldet hätten. Auch mehrere Verbände fragten nach, wem sie denn ihre Stimme geben sollten. Teile des Wahlprogramms von UEFA-Generalsekretär Infantino und Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa lesen sich wie aus einem Blatter-Handbuch. Eine Empfehlung für die Kür seines Nachfolgers wollte er öffentlich zwar nicht abgegeben, ließ es sich aber nicht nehmen, den Bahrainer al-Chalifa gegen Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen in Schutz zu nehmen.

Als er im Januar seine geliebte Bühne bei der Ballon-d'or-Gala wegen der inzwischen auf sechs Jahre gesenkten Sperre nicht betreten konnte, lud ihn seine Tochter zur Ablenkung nach Bern ein. Den Kongress verfolgte er nun allerdings aus Zürich, wo er immer noch gerne zwei Kilometer von der FIFA-Zentrale entfernt im Restaurant Sonnenberg zu Mittag ist.

Trotz aller weiter bestehenden Nähe schloss er zumindest öffentlich eine Rückkehr in den Fußball aus. „Genug ist genug“, sagte Blatter der „New York Times“. „Ich werde immer ein Präsident sein.“ Nachdem die Berufungskommission des Fußball-Weltverbands seine Sperre um zwei Jahre verringert hatte, könnte er allerdings theoretisch eine aktive Rolle bei der WM 2022 in Katar übernehmen.

„Dieser Bann von sechs Jahren, acht Jahren, 20 Jahren - was immer es ist, er wird nicht vom Tribunal aufrechterhalten bleiben“, sagte Blatter. „In dem Urteil wird Bestechung und Korruption ausgeschlossen, was bleibt noch, wenn es keine Bestechung und Korruption gab? Das ist nicht logisch.“ Eine Aussage, ganz so, als würde es Artikel 13 (generelle Verhaltensregeln), Artikel 15 (Loyalität), Artikel 19 (Interessenskonflikt) und Artikel 20 (Angebot und Annahme von Geschenken und anderen Vorteilen) des FIFA-Ethikcodes nicht geben. Dabei wird ihm der Bruch dieser Paragrafen durch eine dubiose Millionen-Zahlung an den ebenfalls gesperrten UEFA-Chef Michel Platini wird ihm zur Last gelegt.

Bis zur Präsentation der FIFA-Kandidaten wurde Blatter lediglich in einer offiziellen Wortmeldung auf dem Podium namentlich erwähnt. „Herr Sepp Blatter ist von seinem Amt als Präsident zurückgetreten“, sagte FIFA-Vizechef Issa Hayatou als Begründung, warum der außerordentliche Kongress stattfinden müsse. Kein Wort über eine Sperre oder Verfehlungen. Bis zu einer Wende in den Köpfen ist es noch ein weiter Weg.


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dpa

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