Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Bundesliga an vier Tagen? Fans und Amateur-Klubs sind empört

Frankfurt am Main Bundesliga an vier Tagen? Fans und Amateur-Klubs sind empört

Pläne der Deutschen Fußball Liga (DFL), die Fußball-Bundesliga durch die Einführung eines Montagabend-Spiels weiter zu zerstückeln, haben die Fans auf den Plan gerufen.

Voriger Artikel
PSG bestätigt Trapp-Transfer
Nächster Artikel
Bayern warten bei „geschmeicheltem“ Schweinsteiger ab

Neue Anstoßzeiten – und alles live im TV: Dagegen protestieren Amateur-Vereine und Fan-Klubs.

Quelle: dpa

Frankfurt am Main. „Die Nachricht ist für die aktiven Fanszenen des Landes ein Schlag ins Gesicht“, sagte der Sprecher des Fan-Bündnis „Pro-Fans“, Jakob Falk. Die DFL hofft durch ein weiteres Aufsplitten der Spieltage auf noch höhere TV-Einnahmen.

Amateur-Klubs kämpfen gegen Spiele ab der Saison 2017/18 am Sonntagmittag (geplant 13.30 Uhr), die organisierten Fußball-Fans wollen vor allen Dingen Partien am Montagabend (geplant 20.30 Uhr) verhindern. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat ein Ausschreibungskonzept beim Bundeskartellamt zur Prüfung eingereicht.

„Die Wertschätzung der Amateur-Vereine wird in Frage gestellt. Für die kleinen Klubs wird es dann immer schwieriger, Zuschauer in die Stadion zu locken. Ich glaube, dass der Gedanke noch nicht ausgereift ist“, sagte Wolf Müller, Sportvorstand des VfB Lübeck.

Bei diesem Thema wird Stefan Pralle, Manager des Lübecker Regionalliga-Rivalen TSV Havelse, böse: „Wenn man denkt, es geht nicht schlimmer, wird man eines Besseren belehrt. Es gibt immer noch Möglichkeiten, den gehobenen Amateursport kaputt zu machen.“

„Das ist katastrophal. Wir haben auf die Entscheidung leider keinen Einfluss, es geht nur um die Kohle. Der eine oder andere Fan wird dann nicht mehr zu unseren Spielen kommen“, sagte Holger Böhm, Vorsitzender des SV Todesfelde.
„Der Bundesliga-Fußball wird immer kritischer betrachtet. Die möglichen Veränderungen bei den Anstoßzeiten werden keine Auswirkungen auf den ehrlichen Fußball haben. Das Profitum entwickelt sich nicht in eine gute Richtung“, sagte Olaf Gehrken, Vorsitzender des SV Eichede.

In Aufruhr ist die Fan-Szene der Bundesligisten wegen einer möglichen neuen Anstoßzeit am Montagabend. „Wir kämpfen seit Jahren gegen das Montagspiel der Zweiten Liga. Die Nachricht, dass auch die Bundesliga an diesem Tag spielen soll, ist für die aktiven Fanszenen ein Schlag ins Gesicht“, sagte „ProFans“-Sprecher Jakob Falk. Die Anhänger-Vereinigung sieht bei einer Umsetzung der Pläne die Gefahr einer indirekten Aussperrung von Fans bei Spielen ihrer Mannschaften.

Der Protest von „ProFans“ richtet sich aber nicht nur gegen die federführende DFL. Die Organisation attackiert auch die Klubs: „Dass die Vereine öffentlich schweigen oder die Pläne sogar selbst forcieren, ist aus Fan-Perspektive ein Skandal.“ Laut Falk würde deutlich, „wie wenig die Belange der eigenen Fans gegenüber den wirtschaftlichen Interessen zählen“.

Bei der Zerstückelung geht es vor allen Dingen um die Finanzen. Der deutsche Profi-Fußball ist durch den bahnbrechenden TV-Vertrag der englischen Premier League unter Druck geraten. Von 2016 bis 2019 kassieren die Insel-Klubs knapp 3,2 Milliarden Euro pro Saison. Zum Vergleich: Die DFL plant für die Spielzeit 2016/17 mit Einnahmen in Höhe von 835 Millionen Euro.

pwd/SöGo

Stimmen Sie ab:  Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga - eine gute Idee?

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bei SmartBets gibt es die besten Wettquoten für den VfB Lübeck.