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Emotionaler Ausnahmezustand für BVB-Profis

«Eng zusammenrücken» Emotionaler Ausnahmezustand für BVB-Profis

Viel Zeit, den Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftbus zu verarbeiten, bleibt den BVB-Profis nicht. Der Terminplan zwingt zu einer Neuansetzung der Partie gegen Monaco schon heute. Ein geschocktes Team steht vor einer großen Herausforderung.

BVB-Trainer Thomas Tuchel (M) steht nach der Attacke auf den Bus mit seinem Team beisammen.

Quelle: Ina Fassbender

Dortmund. Bestürzung statt Vorfreude - den Dortmunder Profis steht das wohl schwerste Spiel ihrer Karriere bevor.

Keine 24 Stunden nach dem laut Polizei „gezielten Angriff auf den Mannschaftsbus“ muss der BVB im Achtelfinal-Hinspiel gegen den AS Monaco nicht nur eine schwierige sportliche Aufgabe, sondern auch eine emotionale Ausnahmesituation bewältigen. „Das wird nicht einfach. Die Mannschaft befindet sich in gewisser Schockstarre. Solche Bilder bekommst du nicht aus dem Kopf“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Trotz naheliegender Argumente, die für einen späteren Termin sprachen, fiel die Entscheidung nach nur kurzer Diskussion. „Es ist für uns sehr schwer, aber der Terminplan sieht keine anderen Möglichkeiten vor“, kommentierte Sascha Fligge die Einigung zwischen der UEFA und den beiden Clubs, die abgesagte Partie schon tags drauf nachzuholen. Der BVB-Mediendirektor setzt auf eine Trotzreaktion: „Wir hoffen, dass die Borussen-Familie zeigt, dass sie in schwierigen Situationen ganz besonders eng zusammenrücken kann und dieses schwierige Spiel auch für Marc zu spielen.“

Marc Bartra hatte weniger Glück als seine Mannschaftskollegen. Beim Sprengstoffanschlag unmittelbar nach der Abfahrt vom Teamhotel zum Stadion zog sich der spanische Abwehrspieler einen Bruch der Speiche sowie Fremdkörper-Einsprengungen am rechten Handgelenk zu und wurde noch am Abend in einem Dortmunder Krankenhaus operiert. „Wir sind alle in Gedanken bei Marc“, sagte Kapitän Marcel Schmelzer, „wir hoffen, dass er schnell wieder gesund wird.“ Laut Staatsanwaltschaft wurden „Ermittlungen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes“ eingeleitet.

Ein Déjà-vu muss der Anschlag für Matthias Ginter gewesen sein. Schließlich war der Nationalspieler schon am 13. November 2015 beim Landerspiel zwischen Frankreich und Deutschland dabei, als vor dem Stade de France in Paris eine Bombe explodierte. Aus Sorge vor weiteren Anschlägen verbrachte das DFB-Team große Teile der Terror-Nacht, in der insgesamt 130 Menschen starben, in der Kabine der Arena, ehe die Polizei Entwarnung gab.

Nicht nur für die Profis, sondern auch für die Polizei wird die Partie zu einer besonderen Herausforderung. „Wir haben bereits Schutzmaßnahmen für Spieler beider Mannschaften eingeleitet. Auch das Stadion bleibt im Fokus der Polizei“, sagte der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange in einer kurzfristig anberaumtem Pressekonferenz kurz vor Mitternacht. Man bereite sich auf einen Großeinsatz vor. „Wir werden alles Menschenmögliche dafür tun, dass das Spiel morgen sicher ablaufen kann.“

dpa

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