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Ermutigender Spaziergang - BVB feiert Guerreiro und Götze

6:0 in Warschau Ermutigender Spaziergang - BVB feiert Guerreiro und Götze

Gleich im ersten Spiel nach einjähriger Abstinenz machte der BVB in der Champions League wieder von sich reden. Beim 6:0 über Legia Warschau spielte das Tuchel-Team groß auf. Das schürt die Hoffnung, dass sich das neue Team schneller findet als zuletzt vermutet.

Warschau. Selbst der höchste Champions-League-Sieg der Vereinsgeschichte verleitete Michal Zorc nicht zu Schwärmerei. Kühl und sachlich kommentierte der Sportdirektor von Borussia Dortmund den 6:0 (3:0)-Kantersieg bei Legia Warschau zum Auftakt der Gruppenphase.

„Wir müssen das richtig einordnen. Das war nicht Real Madrid“, sagte der einstige Profi in Anspielung auf das erschreckend schwache Niveau des Gegners. Ganz verbergen konnte er seine Genugtuung über die furiose Rückkehr der Borussia in die Beletage des europäischen Fußballs jedoch nicht: „Das tut uns gut und gibt Selbstvertrauen.“

Noch im Anschluss an das ernüchternde 0:1 am vergangenen Samstag beim Bundesliga-Aufsteiger aus Leipzig war allerorten gemutmaßt worden, dass der BVB-Kader nach dem laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke „größten Umbau der vergangenen zehn Jahre“ eine lange Findungsphase benötigt. Doch der Spaziergang von Warschau machte Hoffnung, dass dieses Problem möglicherweise schneller behoben werden kann. Schließlich lieferte die Partie mit Toren von Mario Götze (7.), Sokratis (16.), Marc Bartra (18.), Raphael Guerreiro (51.), Gonzalo Castro (76.) und Pierre-Emerick Aubameyang (87.) erfreuliche Erkenntnisse.

So wächst in Dortmund der Glaube, mit der Verpflichtung von Guerreiro einen echten Coup gelandet zu haben. Der zwölf Millionen Euro teure Europameister vom FC Lorient tat sich nicht nur als Torschütze, sondern auch als Vorbereiter hervor und avancierte zum besten Spieler der Partie.

Dass der eigentlich als Außenverteidiger verpflichtete 22-Jährige von Tuchel erneut als Mittelfeldspieler eingesetzt wurde, empfand der Portugiese allenfalls als Petitesse: „Ich fühle mich als Linksverteidiger sehr wohl. Aber ich bin hierher gekommen, um viel zu lernen. Wenn der Trainer mich woanders aufstellt, versuche ich, das Beste daraus zu machen.“ En passant verwies auch Zorc auf die Vielseitigkeit des Neuzugangs: „Der braucht keine feste Position, der kann viele Positionen sehr gut spielen.“

Zur Freude von Tuchel harmonierte Guerreiro prächtig mit Mario Götze. Das kongeniale G+G-Duo prägte das Dortmunder Spiel. Sein erstes Tor für den BVB seit 1250 Tagen dürfte dem vom FC Bayern nach Dortmund zurückgekehrten und zuletzt kritisierten Götze Auftrieb geben. „Mario ist auf gutem Weg. Er braucht noch ein bisschen körperliche Widerstandsfähigkeit, um 90 Minuten voll Power zu gehen. Aber man sieht, dass die Leichtigkeit zurückkehrt“, urteilte Zorc. Mit der Leichtigkeit wächst auch das Selbstvertrauen. „Ich fühle mich wohl und denke, das sieht man auf dem Platz“, sagte Götze.

Der souveräne Auftritt seiner Mannschaft sorgte auch bei Tuchel für prächtige Laune. Schließlich feierte der Fußball-Lehrer ein überaus gelungenes Debüt in der Champions League. „Schöner hätte die Premiere nicht verlaufen können. Hätten wir uns etwas wünschen dürfen, hätten wir uns wahrscheinlich nicht getraut, uns so einen Auftakt zu wünschen“, schwärmte er.

Das 6:0 erhöht bei allen Beteiligten die Vorfreude auf das nächste Gruppenspiel in zwei Wochen gegen Titelverteidiger Real Madrid - und gibt neuen Mut. „Wir wussten, wenn wir die Gruppe gewinnen wollen, müssen wir Legia auswärts und daheim schlagen“, tönte Torhüter Roman Bürki. Nach Angst vor dem Starensemble aus Spanien klang das nicht.

Weniger erfreulich war jedoch das Verhalten einiger Legia-Fans. Die anzüglichen Gesänge des berüchtigte Anhangs sorgten nach der Partie für Diskussionen und veranlasste die Clubführung zu einer skurrilen Stellungnahme. Demnach seien die Gesänge nicht so schlimm gewesen. Zudem versuchten einige Ultras des polnischen Meisters während der Partie, den Block mit den Dortmunder Zuschauern zu stürmen. Dabei setzten die Sicherheitskräfte Pfefferspray ein, was einige Besucher auch aus anderen Blocks aus dem Stadion vertrieb.

dpa

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