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FIFA-Wahlkampf mit Schärfe im Endspurt

Zürich FIFA-Wahlkampf mit Schärfe im Endspurt

Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa trat in den vergangenen Wochen kaum in Erscheinung. Es wurde schon gemunkelt, der Herrscherspross aus Bahrain wolle gar nicht mehr FIFA-Chef werden - oder fühle sich schon als sicherer Sieger. Nun verkündet er klare Thesen.

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Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa hat den Wahlkampf ums FIFA-Präsidentenamt verschärft.

Quelle: Patrick B. Kraemer

Zürich. Lange verlief der Wahlkampf um das Erbe von FIFA-Boss Joseph Blatter eher dröge. Kurz vor der Abstimmung am Freitag kommt aber plötzlich eine andere Stimmung auf.

Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain, lange Zeit großer Favorit und öffentlich dennoch wenig wahrnehmbar, äußerte sich provokant und pointiert zu mehreren Themen im Interview der US-Nachrichtenagentur AP. Zur Zielscheibe wird Gianni Infantino, einziger ernstzunehmender Konkurrent des asiatischen Verbandspräsidenten.

Scheich Salman zu:

- Infantinos finanziellen Versprechungen:

Der Hintergrund: UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino will als FIFA-Chef die Zahlungen an jedes der 209 FIFA-Mitglieder von rund zwei auf fünf Millionen Dollar pro Vierjahres-Zyklus erhöhen.

Das Salman-Statement: Scheich Salman sagt, Infantino sei ein finanzieller Hasardeur. Sein Wahlkampfgeschenk sei unseriös und undemokratisch. Sollte Salman die Wahl verlieren, will er als FIFA-Vize den Geldregen zum Wohle des Weltverbands verhindern.

- den FIFA-Finanzen:

Der Hintergrund: Schon lange wird gemunkelt, dass die FIFA Verlust mache. Die Korruptionsanschuldigungen haben auch Kosten für juristische Auseinandersetzungen verursacht.

Das Salman-Statement: Der Scheich plaudert Interna aus. 560 Millionen Dollar soll das Defizit betragen. Die Reserven würden um ein Drittel gekürzt. Die FIFA könne sich nicht leisten, das Geld mit Händen hinauszuwerfen.

- mögliche FIFA-Sponsoren:

Der Hintergrund: Emirates, Sony, Samsung - gleich mehrere FIFA-Geldgeber haben aus verschiedenen Gründen die Zusammenarbeit beendet. Der geschasste Generalsekretär Jérôme Valcke sagte schon im Sommer 2015, dass neue Verträge vor einer Neuordnung unmöglich seien.

Das Salman-Statement: Der Scheich macht klare Versprechungen. „Ich kenne einige Sponsoren, die noch nicht unterschrieben haben, aber bereit sind zu unterschreiben, wenn ich gewählt bin.“

- den Menschenrechten und Vorwürfen aus Deutschland:

Der Hintergrund: 2011 kam es in Bahrain zur Niederschlagung der Demokratiebewegung. Scheich Salman, ein Spross des Königshauses, soll als Chef des nationalen Fußball-Verbandes oppositionelle Sportler denunziert haben. Er bestreitet dies. Kritik aus England und Deutschland wurde zuletzt deutlich formuliert.

Das Salman-Statement: Der Scheich rüffelt - und mimt doch den Gönner. „Ich werde nicht akzeptieren, dass sie über mich in dieser Sache urteilen“, sagt er auch in Richtung der deutschen Funktionäre Reinhard Rauball und Wolfgang Niersbach. Und gibt sich dennoch milde: „Ich werde weiter ein gutes Verhältnis mit ihnen haben. Ich nehme es nicht persönlich.“

- weiteren spektakulären Polizeiaktionen:

Der Hintergrund: Kurz vor dem FIFA-Kongress im Mai und der Exko-Sitzung im Dezember nahm die Polizei im Morgengrauen Funktionäre im Luxushotel Baur au Lac am Zürichsee fest.

Das Salman-Statement: Wie der gesperrte Blatter wittert der Scheich offenbar gezielte Aktionen zur Destabilisierung. „Wir wollen auch nicht wieder einen PR-Gag sehen.“

- der WM-Vergabe für 2026:

Hintergrund: Die Benennung des WM-Gastgebers 2026 wurde bereits einmal auf 2017 verschoben. Erstmals wird dann der FIFA-Kongress in einem neuen Verfahren das Ausrichterland festlegen.

Das Salman-Statement: Der Zeitrahmen sei zu eng, 2017 unrealistisch. Eventuell könnte die Entscheidung über den WM-Gastgeber sogar erst 2020 fallen.


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dpa

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